+
Die Rakete Blue Origin startet - und wird später landen. Sie unterscheidet sich damit von allen vorhergenden Trägerraketen. Sie ist die erste, die man wiederverwenden kann. Entworfen hat sie die private Weltraumfirma von Amazon-Chef Jeff Bezos. Foto: Blue Origin/dpa

Amazon-Chef Bezos gelingt Test von wiederverwendbarer Rakete

Während staatliche Raumfahrt-Programme von Sparmaßnahmen zurückgehalten werden, liefern sich Milliardäre einen Wettlauf um private Weltraum-Abenteuer. Amazon-Gründer Jeff Bezos gelang jetzt ein Meilenstein.

Seattle (dpa) - Amazon-Chef Jeff Bezos hat mit seiner privaten Weltraumfirma erfolgreich eine wiederverwendbare Trägerrakete getestet. Sie landete elf Minuten nach dem Start abgebremst von ihrem Triebwerk in der Wüste in West-Texas.

Die unbemannte Raumkapsel, in der Touristen für vier Minuten ins All fliegen sollen, glitt an Fallschirmen zur Erde. Bezos ist einer von mehreren Milliardären, die große Pläne für private Weltraumflüge haben.

Der Chef des Elektro-Autobauers Tesla, Elon Musk, setzt ebenfalls auf eine wiederverwendbare Rakete, ihre Landungen auf einer schwimmenden Plattform schlugen zuletzt jedoch immer wieder fehl. Die Technik mehrfach nutzen zu können, soll die Kosten senken. Bei Virgin Galactic von Richard Branson startet das Raumschiff von einem Träger-Flugzeug aus, das danach landet. Ein Absturz im vergangenen Herbst warf das Projekt aber zurück.

Bezos Firma Blue Origin veröffentlichte am Dienstag einen Videomitschnitt des Tests, in dem der Amazon-Gründer im Kontrollraum und beim Feiern mit Champagner-Flasche und Cowboy-Hut zu sehen ist. Das Raumschiff trägt den Namen "New Shepard" zu Ehren von Alan Shepard, der 1961 als erster Amerikaner ins All flog. Die Kapsel von Blue Origin fliegt nicht in der Umlaufbahn, sondern steigt nur in eine Höhe von rund 100 Kilometern auf.

"Eine kontrollierte Landung ist nicht einfach - aber kann leicht aussehen, wenn sie richtig gemacht wird", kommentierte Bezos bei Twitter den Testflug. Musk gratulierte ihm daraufhin über den Kurznachrichtendienst.

Bezos ist seit seiner Kindheit vom Weltall fasziniert und finanziert Blue Origin aus eigener Tasche. Das Geld kommt nicht von Amazon. Im September kündigte das Unternehmen eine Raketenbasis auf einem historischen Startplatz in Cape Canaveral in Florida an. Die "New Shepard" war im April zum ersten Mal getestet worden, damals gelang es allerdings nicht, die Antriebseinheit zu erhalten. Grund sei ein Druckabfall im Hydraulik-System gewesen, hieß es damals.

Tweet von Bezos

Video zum Test bei YouTube

Mitteilung von Blue Origin

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mehrheit wünscht sich Sicherheitssiegel im Internet
Die Internetnutzer in Deutschland fühlen sich beim Thema Sicherheit im Internet überfordert. Vor allem dem Versand wichtiger Dokumente über Kundenportale vertrauen nur …
Mehrheit wünscht sich Sicherheitssiegel im Internet
Schweizer Tierschützer fordern schärfere Kontrollen
Auf einem Pferdehof in der Gemeinde Hefenhofen im Kanton Thurgau verendeten in den vergangenen Monaten rund ein Dutzend Tiere. Nun fordern Tierschützer schärfere …
Schweizer Tierschützer fordern schärfere Kontrollen
Südafrikas Nashorn-Auktion bringt Tierschützer in Rage
Tierschützer laufen Sturm gegen Südafrikas erste legale Auktion von Nashorn seit Jahren. Ihre Sorge: Der Handel könnte dazu führen, dass noch mehr Tiere von Wilderern …
Südafrikas Nashorn-Auktion bringt Tierschützer in Rage
Fipronil-Skandal weitet sich aus
Nach immer neuen Funden von Fipronil in Eiern und Ei-Produkten, wird in den betroffenen Staaten und auf EU-Ebene nach Lösungen gesucht - aber auch nach Schuldigen.
Fipronil-Skandal weitet sich aus

Kommentare