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Oppositionelle in Burundi sollen laut Amnesty International vom Geheimdienst gefoltert worden sein.

Sandgewicht an die Hoden gehängt?

Amnesty wirft Burundis Geheimdienst Folter von Oppositionellen vor

Bujumbura - Vor der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Pierre Nkurunziza soll der Geheimdienst Burundis Oppositionelle misshandelt und gefoltert haben. 

Amnesty International hat dem Geheimdienst in Burundi vorgeworfen, vor der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Pierre Nkurunziza Oppositionelle gefoltert zu haben. Der Geheimdienst SNR und die Polizei hätten seit April Menschen, die der Teilnahme an Protesten gegen die Kandidatur Nkurunzizas verdächtigt wurden, misshandelt und gefoltert, schrieb die Menschenrechtsorganisation in einem am Montag veröffentlichten Bericht. 

Demnach setzte die Polizei Schlagstöcke und Kabel ein, während der SNR Häftlinge mit Metallstangen schlug und ihren Kopf "unter dreckiges Wasser" drückte. Häftlinge hätten illegale Inhaftierung, Misshandlung und Folter erlitten, zudem sei ihnen der Zugang zu Anwälten, Ärzten und Angehörigen verwehrt worden, schrieb Amnesty in dem Bericht "Sag mir einfach, was ich gestehen soll". Demnach wollten sich der SNR und die Polizei nicht zu den Vorwürfen äußern. 

In dem Bericht wird auch die Aussage des Reporters Esdras Ndikumana erwähnt, der für die Nachrichtenagentur AFP und den Rundfunksender RFI arbeitete und während des Wahlkampfs festgenommen und zwei Stunden lang vom SNR misshandelt worden war. Ein Mann berichtete Amnesty, er habe sich nach seiner Festnahme im Juni ausziehen müssen. Sodann seien ihm ein Fünf-Liter-Container voller Sand an die Hoden gebunden worden. Nach einer Stunde sei er in Ohnmacht gefallen. Als er wieder zu sich kam, sei er gezwungen worden, sich in Säure aus einer Batterie zu setzen. Es habe furchtbar gebrannt, sagte er. 

Ein anderer Mann sagte, die Verhörer hätten gedroht, ihn umzubringen, wenn er nichts sage. "Doch ich sagte: Wie kann ich aussagen, wenn ich nichts weiß. Ihr müsst mir einfach sagen, was ich gestehen soll." 

Nkurunziza war im Frühjahr für eine dritte Amtszeit angetreten, obwohl die Verfassung nur zwei Mandate in Folge erlaubt. Nach wochenlangen Proteste wurde der frühere Rebellenführer im Juli erneut zum Präsidenten gewählt und vergangene Woche vereidigt. Er ist nach eigener Überzeugung durch die Gnade Gottes an der Macht, bei seiner Vereidigung sagte er, seine Gegner würden von Gott vernichtet werden.

afp

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