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Der Batman-Attentäter James Holmes bei einer Anhörung im Gericht

Er soll durch Giftspritze sterben

Prozess gegen Batman-Attentäter erst 2014

Colorado - Die Anklage hat sich entschieden: Der Batman-Attentäter James Holmes soll durch die Giftspritze sterben. Fraglich bleibt, ob er schuldfähig ist. Der Prozess wurde nun auf 2014 verschoben.

Dem Kinoamokläufer von Aurora, der zwölf Menschen erschossen haben soll, droht die Todesstrafe. Die gerechte Strafe für James Holmes sei der Tod, sagte Staatsanwalt George Brauchler am Montag bei einer Gerichtsanhörung in Centennial im US-Staat Colorado. Das Hauptverfahren beginnt nun erst am 3. Februar nächsten Jahres - sieben Monate später als geplant. Dabei dürfte die Frage im Zentrum stehen, ob Holmes, der bereits vor der Tat in psychiatrischer Behandlung war, tatsächlich schuldfähig ist.

Das Hauptverfahren soll insgesamt vier Monate dauern. Die Verteidigung hatte mehr Zeit gefordert, berichtete der Sender CNN. „Dies ist der wichtigste Fall, der jemals hier in diesem Gericht verhandelt wird“, sagte Verteidigerin Tamara Brady dem Gericht. „Man will unseren Klienten hinrichten.“

Holmes zeigte bei Forderung nach Todesstrafe keine Reaktion

Der 25-jährige Holmes war am 20. Juli 2012 schwer bewaffnet in eine „Batman“-Filmpremiere in Aurora eingedrungen. Er schoss wild um sich. Zwölf zumeist junge Zuschauer starben, 58 weitere wurden schwer verletzt. Unmittelbar danach wurde Holmes festgenommen.

Die Entscheidung der Anklagebehörde, die Todesstrafe anzustreben, war erwartet worden. Brauchler sagte, er habe sich zuvor auch mit Angehörigen der Opfer beraten. Der Angeklagte habe bei der Forderung nach der Todesstrafe keinerlei Reaktionen gezeigt, berichtete die Zeitung „Denver Post“. Auch die Eltern des Angeklagten waren am Montag im Gerichtssaal dabei.

Opfer-Vater Tom Teves unterstützte die Forderung nach der Todesstrafe: Holmes solle dasselbe Erbarmen bekommen, dass er seinen Opfern gegenüber gezeigt hatte, sagte er gegenüber CNN. „Ich habe kein Interesse daran, ihn zu verstehen. Es wäre in meinem Interesse zu sehen, wie er ausgelöscht wird“, sagte Teves. Sein Sohn starb in dem Kino.

Die Todesstrafe ist in Colorado eine große Seltenheit. Seit 1976 wurde lediglich ein einziger Verurteilter tatsächlich hingerichtet. Laut Gesetz sollen Verurteilte dort durch die Giftspritze sterben.

Trauer nach Kino-Attentat

Trauer nach Kino-Attentat

Dass die Anklagebehörde auf Härte dringt, wurde bereits vergangene Woche deutlich, als die Staatsanwaltschaft einen Vergleich mit Holmes ablehnte: Dieser wollte sich nach Angaben seiner Anwälte schuldig bekennen - falls die Staatsanwaltschaft im Gegenzug auf die Todesstrafe verzichtet. Dass Holmes der Schütze im Kino war, wird in dem Verfahren von keiner Seite infrage gestellt. Formell muss sich Holmes in 166 Anklagepunkten verantworten, allen voran Mord und versuchter Mord. Dennoch rechnen Experten mit einem kontroversen und schwierigen Prozess. Die Verteidigung dürfte auf Unzurechnungsfähigkeit ihres Mandanten plädieren.

Augenzeugen hatten berichtet, dass der junge Mann nach seiner Tat keinerlei emotionale Regung gezeigt habe. Seine Anwälte haben von Anfang an argumentiert, dass er geistig krank sei. Auch seine mangelnden emotionalen Reaktionen deuteten darauf hin. Dagegen war die Tat laut Anklage akribisch vorbereitet, Holmes habe sich vorher mehrere Schusswaffen und viel Munition zugelegt, seine Wohnung habe er mit Sprengfallen gespickt.

dpa

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