+
Studenten halten eine Mahnwache für die Opfer des Amoklaufs von Elliot Rodgers ab.

#YesAllWomen

Amoklauf: Netz debattiert über Gewalt gegen Frauen

Santa Barbara - Sechs Menschen hat ein Student in Kalifornien getötet. Sein Motiv: Frauenhass. Bei Twitter hat die Tat eine heftige Debatte über Gewalt gegen Frauen ausgelöst.

Nicht nur in den USA selbst, weltweit hat der jüngste Amoklauf in Kalifornien die Menschen aufgeschreckt. Neben der Diskussion über die tödlichen Schüsse in Kalifornien selbst, wird über Twitter eine hitzige Debatte über Gewalt gegen Frauen geführt. Seit rund einer Woche rauschen dort unter dem Hashtag YesAllWomen sekündlich neue Kommentare durchs Netz. Nutzerinnen berichten von eigenen negativen Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, von der Gewalt gegen sie und von den Reaktionen ihres Umfelds.

Entzündet hatte sich die Diskussion am vergangenen Wochenende an dem „Manifest“ des Studenten Elliot Rodger, der am Freitag sechs Menschen getötet haben soll, bevor er sich mit einer Pistole selbst umbrachte. Detailliert berichtet der 22-Jährige davon, Rache an Frauen nehmen zu wollen, die sich seinen Annäherungsversuchen widersetzt haben. „Ich werde alle Frauen vernichten, weil ich sie nie werde haben können. Ich werde sie alle dafür leiden lassen, dass sie mich zurückgewiesen haben“, schrieb er in dem von der „New York Times“ veröffentlichten und knapp 144 Seiten langen Text.

Amoklauf in Kalifornien: Bilder

Amoklauf in Kalifornien: Bilder

Drei Mitbewohner erstach Rodger, bevor er sich in seinen Wagen setzte, zwei junge Studentinnen sowie einen weiteren Studenten erschoss und mindestens acht weitere Menschen verletzte. Die verstörenden Einzelheiten von Rodgers Frauenhass haben seitdem eine Online-Debatte über geschlechtsspezifische Gewalt entfacht, die Frauen jeden Tag erleiden. Mehr als eine Million Mal haben Frauen aus zahlreichen Ländern unter #YesAllWomen Kurznachrichten gepostet und retweeted.

Das „Manifest“ Rodgers vermittele den Eindruck, als wenn Frauen diesem etwas geschuldet hätten, und weil er es nicht bekommen habe, sei er wütend auf die Frauen geworden, sagte die Feministin und Historikerin Rebecca Solnit in einem Interview des US-Politikmagazins „Democracy Now“. Die Twitter-Diskussion sei auch eine Antwort auf Rodgers' Darstellung von Frauen und der Reaktion vieler Männer, dass sie seine Sichtweise nicht teilten. „Wir wissen, dass nicht alle Männer Vergewaltiger und Mörder sind, aber alle Frauen sind betroffen von diesen.“

Ganz ähnlich sehen das offenbar auch einige Twitter-User. So schrieb eine: „YesAllWomen ist notwendig, denn wenn man erfährt, wie vielen Frauen das Gleiche passiert ist, fühlt man sich nicht länger alleine und beschämt.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Die deutsche Sprache hat jetzt auch ein großes Eszett
Als der Rat für deutsche Rechtschreibung 2004 antrat, den "Sprachfrieden" herzustellen, herrschte ein wahrer Rechtschreibkrieg. Der ist inzwischen vorbei - nun hat der …
Die deutsche Sprache hat jetzt auch ein großes Eszett
Bombe in Berliner McDonald‘s: Polizei-Großeinsatz
In einem McDonald‘s in Berlin-Kreuzberg wurde eine Gasflasche mit Zündvorrichtung entdeckt. Polizei und Staatsschutz ermitteln nun.
Bombe in Berliner McDonald‘s: Polizei-Großeinsatz
Dieser Mann demoliert Denkmal - und überträgt das live im Internet
Live bei Facebook übertrug ein Amerikaner, wie er ein Denkmal mit seinem Auto über den Haufen fährt. Manche feiern ihn dafür als Held, andere verurteilen die Aktion.
Dieser Mann demoliert Denkmal - und überträgt das live im Internet
Abnehm-Bloggerin postet mutige Fotos: Von Instagram abgestraft
Über 150.000 Menschen verfolgen Morgen Bartleys Kampf gegen ihr Übergewicht, den sie mit mutigen Vorher-Nachher-Fotos dokumentiert. Doch nun wurde einer ihrer Posts …
Abnehm-Bloggerin postet mutige Fotos: Von Instagram abgestraft

Kommentare