Hier flüchten Schüler vor dem Amok-Killer

Rio de Janeiro - Rio trägt Trauer: Die Zahl der Toten beim Amoklauf an einer Schule hat sich bis zum späten Donnerstagabend auf 13 erhöht. Unterdessen ist ein dramatisches Video vom Amoklauf aufgetaucht. 

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Amoklauf in Schule: Mindestens zwölf Tote

Nach Angaben der Zeitung “O Globo“ starb am späten Abend ein 13-Jähriger im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Der 23-jährige Amokläufer hat damit bei dem Massaker an der Schule “Tasso da Silveira“ im Stadtteil Realengo im Westen Rios insgesamt zehn Mädchen und zwei Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren erschossen und mehr als ein Dutzend Schüler zum Teil schwer verletzt, ehe er sich selbst erschoss.

Amoklauf an Schule in Rio de Janeiro

Amoklauf an Schule in Rio de Janeiro

Zum Zeitpunkt der Tat waren etwa 400 Schüler im Alter zwischen 7 und 14 Jahren in dem Gebäude. Der Täter kannte sich aus, denn er ging dort selbst einmal zur Schule. Offenbar wurde er nach dem Amoklauf zunächst von einem Polizisten angeschossen, bevor er seinem Leben mit einem Kopfschuss selbst ein Ende setzte. Der Polizeibeamte wurde von Rios Gouverneur und vom Bürgermeister der Stadt als “Held“ gefeiert.

Vor seinem Amoklauf hat der 23-jährige Täter genaue Anweisungen für seine Beerdigung aufgeschrieben. In dem Brief heißt es nach Medienberichten unter anderem: “Nur die Keuschen oder die, die ihre Keuschheit durch Heirat verloren, aber keinen Ehebruch begangen haben, dürfen mich ohne Handschuhe anfassen.“ Wenn möglich, wolle er an der Seite des Grabes beerdigt werden, in dem seine Mutter schlafe.

Ein Polizeibeamter hatte den Brief zuvor als wirr bezeichnet. Einige Passagen enthalten religiöse Aussagen, in denen er auch um Vergebung bittet, für das, was er getan hat. Klare Hinweise über das Tatmotiv lassen sich aber nicht aus dem Schreiben herauslesen.

Justizminister Jose Eduardo Cardozo kündigte umgehend eine neue Kampagne gegen die Vielzahl an Waffen in der Bevölkerung aus. Es müsse hart “gegen diese Kultur der Waffen“ vorgegangen werden, um weitere Gräueltaten zu verhindern, sagte er.

dpa

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