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Mädchen (11) überlebt das Massaker von Uvalde: Sie beschmierte sich mit Blut und stellte sich tot

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Von: Julia Volkenand

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Bei einem Amoklauf im texanischen Uvalde verloren 21 Menschen das Leben. Eine Elfjährige berichtet davon, überlebt zu haben, weil sie sich tot stellte.

Uvalde - Zum ersten Mal meldet sich eines der überlebenden Kinder des Amoklaufs an der Grundschule in Uvalde ausführlich zu Wort. Bei CNN berichtet eine Elfjährige davon, sich während des Angriffs mit dem Blut eines toten Klassenkameraden beschmiert und tot gestellt zu haben. So sei sie dem Todesschützen entkommen. Im Anschluss nutzte sie mit einem Schulkameraden das Handy ihrer getöteten Lehrerin, um die Polizei zu rufen. Warum diese nicht kam, wisse sie nicht.

Amoklauf in Texas: Elfjährige berichtet von schrecklichen Momenten

Sie und ihre Mitschüler schauten am Dienstag gerade den Zeichentrickfilm „Lilo und Stitch“, als die beiden Lehrerinnen erfuhren, dass es einen Schützen in der Schule gab, sagte das Mädchen demnach einer CNN-Reporterin in einer nicht gefilmten Zeugenaussage. Die Elfjährige hat nach eigenen Angaben seit dem grausamen Angriff Angst vor Männern und wollte deshalb zusammen mit ihrer Mutter nur mit einer Frau reden. Auch habe sie nicht gefilmt werden wollen. Aber die ganze Welt solle wissen, was genau passiert sei, sagte sie der CNN-Reporterin.

Ein Polizeibeamter legt Blumen vor der Robb Elementary School in der Stadt Uvalde, Texas, USA, nieder.
Ein Polizeibeamter legt Blumen vor der Robb Elementary School in der Stadt Uvalde, Texas, USA, nieder. 19 Kinder und zwei Erwachsene wurden am Dienstag bei einer Schießerei in der Robb-Grundschule in der Stadt Uvalde, Texas, getötet. © dpa/Wu Xiaoling

Eine der Lehrerinnen habe noch versucht, die Klassenzimmertür zu schließen, doch der Schütze sei schon da gewesen, berichtete das Mädchen. Alles sei sehr schnell gegangen. Der Täter sah die Lehrerin an, wie das Kind berichtet, und sagte „Gute Nacht“. Dann habe er sie erschossen und auf deren Kollegin und einige Schüler gezielt. Das Mädchen wurde an der Schulter und am Kopf durch Splitter verletzt.

Amoklauf in Uvalde: Elfjährige überlebte Tat durch rasches Handeln

Danach, so die Schülerin weiter, habe der Schütze eine Tür zum benachbarten Klassenzimmer geöffnet. Sie hörte Schüsse und Schreie. Der Schütze schaltete Musik über Lautsprecher ein - „traurige Musik“, wie sie erzählt. Befragt, was genau sie damit meine, sagte die Elfjährige: Musik wie „Ich will, dass Menschen sterben.“

Aus Angst, der Schütze könnte in ihre Klasse zurückkehren, tauchte sie nach eigenen Angaben ihre Hände in das Blut eines Mitschülers, dessen Leiche neben ihr lag, um sich damit zu beschmieren und sich tot zu stellen.

Mit dem Telefon der toten Lehrerin gelang es dem Mädchen und einem Freund, die Polizei anzurufen: „Bitte kommt, bitte kommt“, hätten sie bei ihrem Anruf gefleht, berichtete die Elfjährige. Zu diesem Zeitpunkt sei sie davon ausgegangen, dass die Polizei noch nicht am Tatort war. Später habe sie von Erwachsenen erfahren, dass die Polizei schon vor Ort war. „Warum sind sie nicht reingekommen, warum haben sie uns nicht gerettet?“, fragte sie weinend die CNN-Reporterin.

Texas: Mädchen von Amoklauf schwer traumatisiert

Bei dem Angriff auf eine Grundschule in der texanischen Kleinstadt Uvalde hatte ein 18-Jähriger zwei Lehrerinnen und 19 Kinder erschossen. Im Nachhinein verstarb auch der Ehemann einer der Lehrerinnen. Die Polizei hat inzwischen Fehler eingeräumt. Der Leiter der Behörde für öffentliche Sicherheit des US-Bundesstaates Texas, Steven McCraw, sagte in Uvalde, es sei die „falsche Entscheidung“ gewesen, das Klassenzimmer, in dem der Schütze sich mit Kindern verschanzt hatte, nicht früher zu stürmen.

Seit dem furchtbaren Tag in der Schule fallen dem Kind die Haare aus. Ihre Mutter richtete eine Spendenwebsite ein, um die medizinische und psychologische Hilfe zu finanzieren, die ihre Tochter nach dem Massaker benötige. „Sie wird viel Hilfe brauchen, um das Trauma zu bewältigen, das sie durchmacht“, schrieb die Mutter. Bis Samstagfrüh wurden bereits mehr als 340.000 Dollar gesammelt. Damit wurde das ursprüngliche Ziel von 10.000 Dollar weit übertroffen.

(afp/jv)

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