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Ein Junge zählt sein Taschengeld. Im Schnitt haben Kinder in Deutschland 27,50 Euro im Monat zur Verfügung.

So oft online wie nie

Analyse: Kinder haben Milliarden auf dem Konto

Berlin - Kinder werden immer mehr zur Marktmacht. Sie sind bereits heute Verbraucher, die im Schnitt 27,50 Euro im Monat ausgeben können. Was sie mögen, erforscht eine spezielle Analyse.

Wie ticken Kinder heute? Sie gehen immer häufiger ins Internet, lesen "Micky Maus" und fahren am liebsten in den Badeurlaub. Und sie sind eine Marktmacht: Geschätzt haben sie rund 2,42 Milliarden Euro auf ihren Sparkonten angehäuft. Das geht aus der KidsVerbraucherAnalyse 2014, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Ihr Geld geben sie am häufigsten für Süßigkeiten, Zeitschriften, Fastfood und Getränke aus.

Die Verbraucherschutzorganisation foodwatch kritisierte, da Kinder die Medien exzessiv nutzten, seien sie nie zuvor "so massiv und allgegenwärtig den Marketing-Attacken der Lebensmittelindustrie für Junkfood ausgesetzt worden". Diese "falschen Freunde" verleiteten die Kinder zu der "grassierenden Fehlernährung".

dpa listet die wichtigsten Ergebnisse auf, für die im Auftrag des Egmont Ehapa Media Verlags 1660 Eltern und deren Kinder (6 bis 13 Jahre) sowie 397 Eltern von 4- und 5-jährigen Kindern befragt wurden. Sie stünden repräsentativ für 7,42 Millionen deutschsprachige Kinder zwischen 4 und 13 Jahren.

- COMPUTER/INTERNET:  82 Prozent der 6- bis 13-Jährigen (4,8 Mio) Kinder verfügen über Computererfahrungen. Mehr als die Hälfte der 10-bis 13-Jährigen (56 %, +7) ist täglich online. Bei den 6- bis 9-Jährigen ist es schon fast jedes fünfte Kind (18 %, +8). Sie nutzen es vor allem für Informationen für die Hausaufgaben (40 %, + 10), Emails (40 %,+ 4), Musik hören (38 %), spielen (32 %). 57 Prozent aller 6- bis 13-Jährigen besitzen ein eigenes Handy oder Smartphone -ein Plus von 8 Punkten auf 3,35 Millionen Kinder.

- BÜCHER/ZEITSCHRIFTEN: 77 Prozent der 6- bis 13-Jährigen lesen mindestens einmal in der Woche in einem Buch. 74 Prozent schauen in Zeitschriften. "Micky Maus" und "Disney Taschenbücher" stehen nach wie vor an der Spitze, büßten aber zwischen 5,3 und 25,5 Prozent ein. Deutlich aufgeholt mit einem Plus von 21,6 Prozent hat das Wissensheft "Geolino". Vorschulkinder lieben weiterhin "Benjamin Blümchen" (+13,9%) und "Winnie Puh" (+ 18,6 %).

- SPIELZEUG: Die Klassiker wie Brettspiele (88 %), Kartenspiele (87%), Puzzle (85 %), Stofftiere (81 %) Puppen (47 %) und Rennbahnen (35 %) leben in friedlicher Koexistenz mit Spielkonsolen (66 %, für die gesamte Familie) und Handhelds (57%), die stagnieren.

- ESSEN/TRINKEN: Kinder lieben das Naschen, Süßgebäck ist der Renner (40%). Kekse überholten Kaugummi (40/38 %), Bonbons (36 %, -3) und Fruchtgummis (35 %, -4) verloren, salzige Knabbersachen (32 %, +7) legten zu. Durstlöscher Nummer 1 bleibt das Mineralwasser (81 %, +8), gefolgt von Milch/Kakao (73 %) und Fruchtsäften (65 %).

- MITBESTIMMUNG/URLAUB: Kinder dürfen immer mehr mitbestimmen, was die Familie gemeinsam unternimmt (92 % der 10- bis 13-Jährigen, 86 % der 6- bis 9-Jährigen), welche Lebensmittel gekauft werden (86/73), welche Bücher sie lesen (86/62), wie sie sich kleiden wollen (76/46) und wofür sie ihre Taschengeld ausgeben (92/76). Kinder fahren am liebsten in den Badeurlaub (69 %), gefolgt von Ferienlager mit anderen Kindern (29 %), Freizeitpark (25 %) und Urlaub auf dem Bauernhof (21 %).

- FINANZEN: Das Taschengeld ist 2014 nicht noch einmal angestiegen. Wie 2013 bekommen Kinder in Deutschland im Schnitt 27,50 Euro im Monat. Sie erhalten darüber hinaus großzügige Geldgeschenke an Festtagen vor allem von Verwandten und Paten oder bekommen Geld für gute Noten (41 %) und Hilfen im Haushalt (23 %). Das summiert sich auf 189 Euro im Jahr (+ 19 Euro). 60 Prozent aller Kinder sparen auch. Auf ihren Konten liegen nach Angaben der Eltern geschätzt 2,42 Milliarden Euro.

dpa

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