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Enrique „Kike“ Plancarte Solís ist tot.

Durch mexikanische Soldaten

Anführer des Tempelritter-Kartells erschossen

Mexiko-Stadt - Jahrelang verbreiteten die Tempelritter im Westen Mexikos Angst und Schrecken, jetzt treiben die Sicherheitskräfte das Drogenkartell in die Enge.

Wenige Wochen nach dem Tod des Kartellgründers haben Marineinfanteristen nun einen der beiden Anführer getötet. Enrique „Kike“ Plancarte Solís sei bei einem Gefecht im Bundesstaat Querétaro ums Leben gekommen, sagte der nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido am Dienstag.

Seit dem Wochenende hätten Soldaten die Ortschaft Colón auf der Suche nach Plancarte durchkämmt. Als sie ihn schließlich stellten, habe der 43-Jährige das Feuer eröffnet. Bei der anschließenden Schießerei sei der Kartellchef ums Leben gekommen, sagte Rubido.

Während der jüngsten Sicherheitsoffensive im westmexikanischen Bundesstaat Michoacán hatte Plancarte seine Heimat verlassen und war seitdem auf der Flucht. Zuletzt soll er unauffällig gelebt haben. Medienberichten zufolge änderte er sein Aussehen und umgab sich nur noch mit wenigen Leibwächtern, um kein Aufsehen zu erregen.

Plancarte führte die Tempelritter gemeinsam mit Servando Gómez Martínez alias „La Tuta“. Erst vor wenigen Wochen war mit Nazario Moreno González alias „El Chayo“ der legendäre Gründer der „Caballeros Templarios“ von Sicherheitskräften getötet worden.

Auf Hinweise, die zur Festnahme von Plancarte führen, hatte die mexikanische Regierung eine Belohnung von zehn Millionen Pesos (556 000 Euro) ausgesetzt. Ihm wurden Drogenhandel und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Das pseudoreligiöse Tempelritter-Kartell hat seine Basis in Michoacán und ist in Drogenhandel, Schutzgelderpressung sowie illegalen Bergbau verwickelt. Es will sich aber auch als soziale Bewegung präsentieren, die Schulen baut und Kleinkriminelle verfolgt. Morde an Rivalen stellt die Gruppe häufig als „göttliche Strafe“ dar.

Plancarte sei ein wichtiger Kopf der „Caballeros Templarios“ gewesen und habe entscheidend zu der Doktrin des Kartells beigetragen, sagte einer der prominentesten Anführer der Bürgerwehren, José Manuel Mireles, im Interview des Radiosenders MVS.

Seit rund einem Jahr kämpfen Selbstverteidigungsgruppen gegen die Tempelritter in Michoacán. Bei ihrer jüngsten Offensive zu Jahresbeginn beschlagnahmten Kämpfer der Bürgerwehren Plancartes Haus in Nueva Italia und posierten für Fotos in dem luxuriösen Anwesen.

Wegen der heftigen Auseinandersetzungen hat die Regierung Tausende Soldaten und Polizisten in die Unruheprovinz entsandt. Zuletzt waren mehrere Männern aus Plancartes engstem Umfeld festgenommen worden.

dpa

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