Weitere Verschärfung

Lockdown verlängert: Kinderschutzbund nennt Merkels neue Corona-Regel „Katastrophe“

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Knallharte Corona-Regeln in Deutschland: Familien mit Kindern sollen sich vorerst nur mit einem weiteren Erwachsenen oder Kind treffen dürfen. Ein Kritiker teilt gegen die geplante Covid-19-Maßnahme aus.

München/Berlin - Es ist eine neue Dimension der Kontaktbeschränkungen in der Coronavirus-Pandemie: Ab Montag, 11. Januar, darf sich in Deutschland ein Haushalt nur mit einer Person eines anderen Haushaltes treffen.

Das gab es in der ersten Welle der Corona-Krise schon mal. Doch: Diesmal sind Kleinkinder unter 14 Jahren von dieser Covid-19-Regel nicht mehr ausgenommen. Fallbeispiel: Eine Familie darf sich demnach nur noch mit einem Kind oder einem Erwachsenen aus einer anderen Familie treffen.

Kurz nach Weihnachten: Familien spielen mit Kindern auf einer Rodelpiste im Harz. (Symbolbild)

Corona-Regeln in Deutschland: Kinder unter 14 Jahren von Ein-Personen-Regel nicht ausgenommen

Aber: Kleinkinder müssen schließlich von ihren Eltern betreut werden. Und: Wie bringt man den Kleinen nur bei, dass sie ihre Freunde nicht mehr sehen dürfen? Und was ist mit den Pflichten von Erziehungsberechtigten? Politische Entscheidungen und Lebensrealitäten liegen eben auch mal auseinander. Was in diesem Fall teils scharfe Kritik nach sich zieht.

„Ich kann nur für unsere Kleinen hoffen, dass die Ausnahme bleibt“, sagte Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland und kritisierte die Corona-Regel scharf.

Kinder bräuchten für ihre Entwicklung Gleichaltrige, um sich zu messen und zu spielen, meinte er weiter. Für Eltern sei diese Verschärfung dagegen eine regelrecht „Katastrophe“, sagte Hilgers.

Schließlich seien sie bei der Kinder-Betreuung auch mal auf Hilfe der Familie, von Freunden oder von Nachbarn angewiesen.

Corona-Pandemie in Deutschland: Kinderschutzbund kritisiert Ein-Personen-Regel scharf

Hilgers forderte nachdrücklich eine „Nachbesserung“ der Maßnahme, Anzeichen dafür gab es aus der Politik - Stand 7. Januar - aber keine. Der Kinderschutzbund bemängelte indes auch die angeblich schlechte und kurzfristige Kommunikation der neuen Regeln. „Ich finde es respektlos, Schul- und Kita-Leitungen kurzfristig vor vollendete Tatsachen zu stellen“, sagte Hilgers.

Auch viele Eltern müssen in der Corona-Krise im Januar improvisieren - einmal mehr. (pm)

Rubriklistenbild: © imago images / Jochen Eckel

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