Angst vor Apokalypse: Rom und das Megabeben

Rom - Ein Hobbyforscher hat für den heutigen Mittwoch ein Megabeben in Rom vorausgesagt. In der Ewigen Stadt geht nun die Angst um. Doch was ist dran an der Theorie von der Apokalypse?

Viele Römer haben schon lange auf Mittwoch, den 11. Mai 2011, gewartet - in Angst vor einem Erdbeben. Um 16.40 Uhr sollten schwere Erdstöße die Ewige Stadt erschüttern, hatte der italienische Hobbyforscher Raffaele Bendandi (1893-1979) in den 1970er Jahren vorausgesagt. Die Reaktionen in der Stadt am Tag der angeblichen Apokalypse waren gemischt.

“Wenn die Legende unheimlicher ist als die Realität überzeugend, kann die Vorsicht nicht groß genug sein“, brachte die römische Tageszeitung “La Repubblica“ die Gefühle vieler abergläubischer Hauptstadtbewohner auf den Punkt. Doch sprach das Blatt auch von einer wahren “Psychose“. Demnach verließen Ängstliche zu Hunderten den Stadtbereich, um die Angst mit Ferien auf dem Bauernhof in einem “Agriturismo“ zu vertreiben. Andere verlegten Kinderfeste ins Freie, fehlten am Arbeitsplatz oder verschoben gar ihre Hochzeitsreise.

Der Verbraucherverband Codacons kündigte an, eine Klage zu präsentieren gegen all die Medien und Internet-Foren, die die Menschen nach Ansicht des Verbands “in die Angst getrieben“ hätten. Diese nahm bizarre Züge an: Geschäfte sollten geschlossen bleiben, Eltern wollten Kinder nicht in die Schule schicken.

Tatsächlich gehört Rom, das geologisch auf einer Art Sandbank liegt, zu den nicht sonderlich erdbebengefährdeten Gegenden Italiens. Seit Wochen versuchen Seismologen des Geophysikalischen Instituts in Rom zu beruhigen: Die Vorhersage sei unwissenschaftlich, es gebe absolut keinen Grund zu Panik.

Zuletzt bebte die Erde in der Ewigen Stadt vor zwei Jahren. Am 12. Mai 2009 gab es eine kleine Erschütterung in der Nähe des Vatikans. Gemessene 2,1 auf der Skala hätten keine Schäden angerichtet, hieß es.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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