Geflügelpest

Angst vor dem Virus: Vogelgrippe breitet sich aus - Notschlachtung und Eier-Export-Stopp

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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In Frankreich und Dänemark sind mehrere Fälle der Vogelgrippe aufgetreten. Jetzt hat das Virus Deutschland erreicht. Tausende betroffene Tiere müssen geschlachtet werden.

  • Das Vogelgrippe-Virus breitet sich in Europa aus und hat Deutschland erreicht.
  • Nach Fällen aus Frankreich und Dänemark ist einer der größten Geflügelhalter in Deutschland betroffen.
  • Die Folgen sind verheerend.

Brüssel/Gnoien - Auf der französischen Insel Korsika wurden hunderte Hennen getötet, in Dänemark ordneten die Behörden die Schlachtung von mehr als 25.000 Vögeln an. Anfang des Monats mussten in den Niederlanden 200.000 Vögel getötet werden.

Jetzt hat die Vogelgrippe einen der größten Geflügelhalter in Mecklenburg-Vorpommern erreicht. Wie ein Sprecher des Schweriner Agrarministeriums am Dienstag sagte, wurde das Vogelgrippevirus H5N8-Virus in einem Stall der Firma bei Gnoien nachgewiesen. Das Unternehmen hält in der Region rund 70.000 Legehennen an mehreren Standorten. Um die Tierseuche zu bekämpfen, müssen vermutlich alle Tiere an allen Standorten getötet werden, sagte ein Sprecher des Landkreises Rostock am Dienstagmorgen. Die Vorbereitungen seien angelaufen.

Vogelgrippe in Deutschland - „sehr aggressive Virus-Form“ laut Experten

Damit sind nach Angaben von Agrarminister Till Backhaus (SPD) inzwischen rund 100.000 Tiere bei Nutztierhaltern im Nordosten betroffen. Es handele sich in diesem Jahr laut Experten um eine sehr aggressive Virus-Form. Vorbereitungen für eine Tötung liefen auch bei einem Putenhalter in Rothenkirchen bei Rambin, wo rund 16.000 Tiere getötet werden sollten. In einer Haltung bei Neubukow wurden bereits 3.000 Hennen und 650 Enten getötet.

Die französischen Behörden riefen alle Geflügelhalter auf, ihrer Tiere einzusperren und somit vor möglicherweise infizierten Wildvögeln zu schützen. Dänemark setzte den Export von Eiern außerhalb der EU aus. Das Vogelgrippe-Virus ist für den Menschen nicht schädlich, aber für die Landwirtschaft verheerend.

Vogelgrippe-Fälle in Deutschland

Bei Wildvögel in Deutschland ist das Vogelgrippevirus Ende Oktober festgestellt worden, teilt das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit. An der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg sind zeitgleich tote Wasservögel gefunden worden. Es wurde eine Reihe von Virusvarianten (H5N8, H5N5, H5N1) nachgewiesen, die genetisch mit den in den Jahren 2016/2017 in Europa* aufgetretenen H5N8-Viren verwandt sind. Vor der Vogelgrippe fürchteten sich 2016 Geflügelhalter* in Deutschland. Nach einem ersten Fall in Sachsen verschärfte sich die Lage in Deutschland schnell.

Ist die Vogelgrippe für den Menschen gefährlich?

Vogelgrippe-Erreger sind für Geflügel und Wildvögel gefährlich, wie auch 24garten.de berichtet. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Menschen sich mit dem Virus infizieren können, betont das FLI. „Es handelt sich also nicht um zoonotische Viren“ schreibt das Institut in seinem aktuellen Lagebericht zur Geflügelpest. Und weiter: „Mit den für den Menschen gefährlichen H5N1-Viren, die in den Jahren 2006/2007 auch in Europa auftraten, sind die aktuellen H5-Viren nur weitläufig verwandt“. (dpa, AFP,ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) baut Sachsen einen Zaun entlang der Grenze zu Polen. Die Afrikanische Schweinepest war im September zunächst in Brandenburg nachgewiesen worden, danach auch in Sachsen. Brandenburg verzeichnete 146 Fälle (Stand 11. November 2020) bei Wildschweinen. Für Schweine verläuft die Krankheit fast immer tödlich. Für Menschen ist sie ungefährlich.

Rubriklistenbild: © Carsten Rehder/dpa

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