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Die drei Musikerinnen von Pussy Riot.

Politiker und Künstler enttäuscht

Pussy-Riot-Urteil: Die Welt ist empört

Frankfurt/Main - Enttäuschung und Empörung nach dem Urteil gegen die russische Punk-Band Pussy Riot: Politiker, Künstler und Beobachter haben die Haftstrafe der Musikerinnen scharf kritisiert.

Die Frauen waren am Freitag von einem Moskauer Gericht wegen einer Protestaktion gegen Wladimir Putin zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich alarmiert. “Die Vereinigten Staaten sind über das Urteil enttäuscht, einschließlich der unverhältnismäßigen Strafen, die erteilt wurden“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. Auch wenn das Verhalten der Punk-Rockerinnen für einige Menschen einer Beleidigung gleichkomme, habe die US-Regierung “ernsthafte Bedenken wegen der Art und Weise, mit der diese jungen Frauen von dem russischen Justizsystem behandelt worden sind“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte, sie habe den Prozess “mit Besorgnis“ verfolgt. Das Urteil von zwei Jahren Straflager stehe “nicht im Einklang mit den europäischen Werten von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, zu denen sich Russland unter anderem als Mitglied des Europarates bekannt hat. Eine lebendige Zivilgesellschaft und politisch aktive Bürger sind eine notwendige Voraussetzung und keine Bedrohung für Russlands Modernisierung“, betonte Merkel.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle kritisierte die Entscheidung des Gerichts. “Zwei Jahre Haft für politischen Protest und ein Punk-Gebet in einer Kirche - diese Strafe ist zu hart“, schrieb Westerwelle in einem Beitrag für die “Bild“-Zeitung. “Viele fragen: Urteilt so ein Rechtsstaat? Ich verstehe alle, die Zweifel haben.“

Westerwelle räumte ein, die jungen Musikerinnen hätten mit ihrer provokanten Aktion gewiss religiöse Gefühle verletzt, aber ein starkes Land wie Russland müsse so viel künstlerische Freiheit aushalten. “Es ist zu befürchten, dass von dem Urteil ein negatives Signal für Künstler und Bürger in Russland ausgeht. Es ist leider ein Signal der Einschüchterung“, sagte er. Demokratie ohne Freiheit sei jedoch unmöglich.

Zwtl: Spektakuläre Protestaktion

Ungeachtet aller Proteste erging das Hafturteil am Freitag. Die Angeklagten hätten in der bedeutendsten Kirche Russlands eine rechtswidrige religiöse Handlung ausgeführt, sagte Richterin Marina Syrowa bei der Urteilsverkündung. Tatmotiv sei “religiöser Hass“ gewesen.

Nadjeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch hatten am 21. Februar bei ihrer spektakulären Protestaktion in der Christ-Erlöser-Kirche in Moskau in einem “Punk-Gebet“ die Gottesmutter angerufen, den kurz darauf wieder zum Präsidenten gewählten Putin zu verjagen.

dapd

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