Für Tochter von Airline-Chef

Anklage in Südkorea fordert drei Jahre Haft

Im Prozess um den "Nussskandal" bei der südkoreanischen Fluggesellschaft Korean Air (KAL) hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft für die angeklagte Ex-Vizechefin des Unternehmens gefordert.

Cho Hyun Ah, die Tochter von Airline-Chef Cho Yang Ho, habe keine "ernsthafte Reue" gezeigt und versucht, die Schuld für den Vorfall auf die Besatzung zu schieben, erklärte die Anklage am Montag. Cho Hyun Ah muss sich seit dem 19. Januar wegen Nötigung und Störung des Betriebsablaufs vor Gericht verantworten.

Die 40-Jährige war Anfang Dezember an Bord eines KAL-Flugzeugs wegen einer Handvoll ungefragt servierter Macadamia-Nüsse derart in Rage geraten, dass die Maschine auf dem Rollfeld umkehren musste. Der Fall schlug hohe Wellen. Cho trat von ihrem Posten als KAL-Vizechefin zurück und entschuldigte sich öffentlich.

Am Montag erneuerte sie ihre Entschuldigung für ihr "unbedachtes" Verhalten. Sie bestand aber darauf, dass dies daraus resultierte, dass die Besatzung die Vorschriften nicht beachtete. Cho bestritt, handgreiflich gegen den Chefsteward des fraglichen Flugs von New York nach Seoul, Park Chang Jin, geworden zu sein.

Park warf der Angeklagten am Montag vor Gericht vor, die Besatzungsmitglieder wie "Sklaven" behandelt zu haben. "Cho hat nicht ein Quäntchen Gewissen gezeigt, als sie machtlose Menschen wie mich wie feudale Sklaven behandelt hat", sagte der Chefsteward mit tränenerstickter Stimme. "Wie ein Monster, das seine Beute gefunden hat, schrie sie und wurde gewalttätig." Sie habe ihm keine Sekunde zugehört und ihn sogar aufgefordert, sich auf den Knien bei ihr zu entschuldigen.

Die einstige Top-Managerin befindet sich seit dem 30. Dezember in Untersuchungshaft. Für die Öffentlichkeit ist der Fall ein Symbol für die verbreitete Vetternwirtschaft in Südkorea, wo die Söhne und Töchter mächtiger Firmenbosse nicht selten Arroganz an den Tag legen.

AFP

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