Serie von Anschlägen in Kirchen - zahlreiche Tote

Abuja - Bei einer Serie von Anschlägen auf Kirchen in Nigeria sind am Sonntag zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Eine radikale islamistische Sekte hat sich zu den Anschlägen bekannt.

Zu der schwersten Explosion, bei der während eines Gottesdienstes nahe der Hauptstadt Abuja mindestens 25 Menschen ums Leben kamen, bekannte sich die radikale islamistische Sekte Boko Haram. In der zentral gelegenen Stadt Jos sowie im Nordosten des Landes wurden weitere Angriffe verübt. Der Vatikan verurteilte die “terroristische Gewalt“ gegen Christen am Weihnachtsfest aufs Schärfste.

Mindestens 25 Leichen wurden Rettungskräften zufolge im Bereich der katholischen Kirche St. Theresa in Madalla bei Abuja geborgen. Die genaue Zahl der Verletzten war zunächst nicht klar. Die Behörden teilten mit, es stünden nicht genügend Krankenwagen zum Transport von Verwundeten zur Verfügung. Die Rettungsarbeiten seien zusätzlich von wütenden Menschengruppen behindert worden, die niemanden mehr in die schwer beschädigte Kirche hätten hineinlassen wollen.

Auch zu dem Anschlag in Jos bekannt sich die Sekte Boko Haram, die bereits im vergangenen Jahr am Weihnachtstag bei einer Serie von Attentaten 32 Menschen getötet und 74 weitere verletzt hatte. Nach Angaben eines Regierungssprechers eröffneten Bewaffnete nach der Explosion einer Bombe vor einer Kirche in Jos zudem das Feuer auf die örtlichen Sicherheitskräfte. Mindestens ein Polizist sei dabei getötet worden. In einem Gebäude in der Nähe der Kirche seien zwei weitere Sprengsätze rechtzeitig entdeckt und entschärft worden.

Aus der nordöstlichen Stadt Damaturu wurde am frühen Nachmittag von zwei weiteren Explosionen berichtet. Eine davon sei durch eine Autobombe vor einem regionalen Büro der Geheimpolizei verursacht worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Über die Zahl der Opfer in Damaturu wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Fast 500 Tote in einem Jahr

In einem Interview mit der Zeitung “The Daily Trust“ bestätigte ein Sprecher der Gruppe Boko Haram, dass diese hinter den Anschlägen in Madalla und Jos stecke. Nigeria war zuletzt immer wieder von Bombenanschlägen und Attentaten der radikalen islamischen Sekte erschüttert worden. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AP zufolge ist die Sekte allein in diesem Jahr für mindestens 491 Todesopfer verantwortlich gewesen.

Der Vatikan verurteilte die jüngsten Anschläge in Nigeria am Sonntag aufs Schärfste. Die tödlichen Angriffe am Weihnachtstag seien ein Zeichen von “Grausamkeit und absurdem, blindem Hass“, der keinen Respekt vor Menschenleben zeige, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Die katholische Kirche bete für alle Nigerianer, die “in diesen Tagen, die von Friede und Freude geprägt sein sollten, terroristischer Gewalt“ ausgesetzt seien.

dapd/dpa

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