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Der Tempel von Karnak in Luxor.

Polizisten erschießen Angreifer

Anschlag am Karnak-Tempel in Ägypten vereitelt

Luxor - Die ägyptische Polizei hat am Mittwoch am weltberühmten Karnak-Tempel in Luxor offenbar einen größeren Anschlag vereitelt.

Ein Mann sprengte sich vor dem Parkplatz der Tempelanlage in die Luft, ein weiterer Angreifer wurde von Sicherheitskräften erschossen und ein dritter schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Zwei Polizisten und zwei Zivilisten wurden leicht verletzt. Touristen kamen nicht zu Schaden.

Das Innenministerium in Kairo erklärte, die Sicherheitskräfte in Luxor hätten einen "terroristischen Anschlag vereitelt". Tourismusminister Chaled Rami berichtete, drei Männer seien in einem Taxi zu einem Kontrollposten am Parkplatz der zum Weltkulturerbe zählenden Tempelanlage gefahren. Der Polizei zufolge fanden die Beamten im Kofferraum zwei große Säcke. Als die Insassen aufgefordert wurden, sie zu öffnen, sprengte sich einer von ihnen in die Luft, ein anderer eröffnete gemeinsam mit einem herbeieilenden Komplizen das Feuer.

Die Polizei habe einen Angreifer erschossen und einen weiteren schwer verletzt, erklärte Rami. Den Gesundheitsbehörden in Luxor zufolge wurde der Verletzte mit einem Kopfschuss ins Krankenhaus gebracht und schwebte in Lebensgefahr. Ein Polizist sagte, in den Säcken im Kofferraum des Wagens seien 19 geladene Magazine gewesen. "Wenn es ihnen gelungen wäre, in den Tempel zu gelangen, hätte es ein Massaker geben können", sagte er.

Nach Angaben der Behörden wurden keine Touristen verletzt, die Besucher wurden zu ihrer Sicherheit zunächst in der Anlage zurückgehalten. Zum Zeitpunkt des Vorfalls hielten sich 604 Besucher in der Anlage auf. Die größte ägyptische Tempelanlage im oberägyptischen Karnak nordöstlich von Luxor ist ein Touristenmagnet und seit 1979 Unesco-Weltkulturerbe.

Der versuchte Anschlag dürfte einen weiteren Rückschlag für den ägyptischen Tourismus bedeuten, der seit den Unruhen im Frühjahr 2011 ohnehin stetig zurückging. Die Branche ist wichtig für das von Unruhen beherrschte Land. Im vergangenen Jahr besuchten rund zehn Millionen Menschen Ägypten und ließen etwa 6,6 Milliarden Euro im Land.

Seit dem vom Militär geführten Umsturz im Jahr 2013, bei dem der islamistische Präsident Mohammed Mursi aus dem Amt getrieben wurde, ist Ägypten Schauplatz zahlreicher Anschläge, die sich bislang jedoch fast ausschließlich gegen Sicherheitskräfte und das Militär richteten. Experten fürchten nun, dass Dschihadisten ihre Strategie ändern und zunehmend Ausländer ins Visier nehmen - zu einem Zeitpunkt, an dem das Land wieder verstärkt um Reisende und Investoren wirbt.

Das einzige Attentat der jüngsten Vergangenheit, das auf Touristen zielte, war der Angriff eines Selbstmordattentäters im Februar vergangenen Jahres. Damals starben auf der Halbinsel Sinai drei Südkoreaner und ihr Busfahrer, die auf dem Weg nach Israel waren. Im Jahr 1997 war Luxor Schauplatz eines Massakers, als militante Islamisten vor dem Totentempel der Pharaonin Hatschepsut 58 Touristen und vier einheimische Wachleute erschossen. Die Sicherheitsvorkehrungen an den ägyptischen Sehenswürdigkeiten wurden seither deutlich verschärft.

Für Ägypten gilt derzeit eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts. Darin wird unter anderem von Fahrten auf dem Landweg zwischen Kairo und Luxor abgeraten.

AFP

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