Vom Weltall aus sichtbar

Antarktis: Größter Eisberg der Welt abgebrochen - tragische Hintergründe

  • VonJulia Schöneseiffen
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In der Antarktis entdeckt die ESA auf Satellitenbilder den größten Eisberg der Welt. A-76 ist sogar größer als die spanische Urlaubsinsel Mallorca.

Paris - Auf aktuellen Satellitenbilder wurde der derzeit größte Eisberg der Welt entdeckt. Flächenmäßig größer als die spanische Insel Mallorca, treibt ein enormer Eisberg im Weddellmeer am Südpol. Dies meldete die europäische Weltraumorganisation Esa mit Sitz in Paris. Durch Satellitenbilder der Copernicus-Sentinel 1-Mission wurde der rund 4320 Quadratkilometer große Koloss gesichtet.

Der Eisberg mit der Bezeichnung A-76 hatte sich demnach an der westlichen Seite des Ronne-Schelfeises im Weddellmeer im Nordwesten der Antarktis abgelöst. Bei dem Weddellmeer handelt es sich um das größte der rund 14 Randmeere des südlichen Ozeans am antarktischen Kontinent.

Klimawandel: Abbrechen von Eismassen geschieht regelmäßig

Das Abbrechen gigantischer Eismassen in der Antarktis stellt keine Seltenheit dar. Doch in den vergangenen Jahren kam es aufgrund der Klimaerwärmung immer häufiger zu solchen Eisabbrüchen. Die Antarktische Halbinsel gehört zu den sich am schnellsten erwärmenden Regionen der Erde. Durchschnittlich ist es dort im Vergleich zu vor 50 Jahren inzwischen fast drei Grad wärmer. Dadurch haben sich fast 90 Prozent der Gletscher an der Westküste der Halbinsel in den letzten 50 Jahren verkleinert.
Auch in Deutschland lässt der Klimawandel das Eis der Gletscher in den Alpen schmelzen - und das schneller als bisher angenommen.

Der jetzt entdeckte Eisberg A-76 wurde nach der traditionellen Namensgebung benannt. Dabei steht der Buchstabe für das Gebiet in der Antarktis, in dem der Eisberg erstmals gesichtet wurde, während die Nummer fortlaufend gewählt wird. Damit ist der entdeckte Koloss der 76. Eisberg, der in diesem Antarktis-Gebiet gefunden wurde.

Vom Weltall aus entdeckt: Eisberg A-76 größer als Mallorca

A-76 ist rund 170 Kilometer lang und 25 Kilometer breit. Damit ist er zwar deutlich schmaler als Mallorca, aber dafür länger. Flächenmäßig überragt der Eisberg die Insel aber. Vor der Entdeckung von A-76 galt der Eisberg A-32A mit einer Fläche von 3880 Quadratkilometern als größter Eisberg der Welt. Er treibt ebenfalls im Weddellmeer. Im Februar war der Eisberg A-74 aus dem Brunt-Schelfeis abgebrochen und hatte dabei lediglich eine Fläche von 1270 Quadratkilometern. Die Eisberge treiben teilweise jahrelang im Wasser, ehe sie abschmelzen.

Wissenschaftler untersuchten jüngst zudem den Thwaites-Gletscher und stellten auf dessen Unterseite Warmwasserströme fest. Dies könnte große Gefahren mit sich bringen. (jsch)

Rubriklistenbild: © Liu Shiping/dpa

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