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Noch immer sind die Ausmaße der Loveparade-Katastrophe in Duisburg unbeschreiblich.

Anwalt will staatliche Stiftung für Loveparade-Opfer

Düsseldorf - Den Opfern der Loveparade-Katastrophe sollte nach Ansicht eines ihrer Anwälte über eine zentrale Stiftung geholfen werden. "Die Love-Parade-Opfer brauchen eine zentrale Anlaufstelle, die mit maximaler Transparenz arbeitet."

Das sagte der Rechtsanwalt und frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Baum, dessen Kanzlei nach Angaben des "Spiegels" 57 Geschädigte vertritt, erläuterte der Nachrichtenagentur dpa, in dieser Stiftung sollten sich alle Hauptverantwortlichen wiederfinden: das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Duisburg, der Loveparade-Veranstalter "Lopavent" und dessen Versicherung Axa. In der Stiftung solle auf diese Weise die Opferhilfe von offizieller Seite her gebündelt werden. Die von Loveparade-Erfinder Matthias Roeingh am Donnerstag vorgestellte "Lovestiftung" bezog Baum nicht mit ein.

Loveparade-Katastrophe: Trauer im Unglückstunnel

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Wichtig sei vor allem, dass die Beteiligten sich auf verbindliche Kriterien für Hilfsleistungen einigten, sagte Baum dem "Spiegel". Die bisherigen Hilfen aus dem Nothilfefonds Nordrhein-Westfalens griffen zu kurz. "Es gibt Menschen, die fallen durch das Raster", sagte Baum. Ähnlich hatte sich auch der Ombudsmann des Landes, Wolfgang Riotte, geäußert. Mit einem Urteil in dem zu erwartenden Prozess um die Katastrophe vom 24. Juli, durch die 21 Menschen das Leben verloren, rechnet Baum frühestens 2012.

Loveparade-Gründer Roeingh alias Dr. Motte, der mit der aktuellen Loveparade nichts mehr zu tun hat, hatte die Gründung seiner Stiftung mit schweren Vorwürfen gegen offizielle Stellen verbunden. Die Opfer würden alleine gelassen, und viele warteten vergeblich auf Hilfe.

dpa

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