Wolf
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Die Wolfspopulation gilt in Deutschland als gefährdet

Säugetiere, Reptilien und Amphibien

Rote Liste: Diese Tierarten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht

  • Philipp Fischer
    vonPhilipp Fischer
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Wie in vielen Teilen der Welt sind auch in Deutschland viele Arten vom Aussterben bedroht. Wir haben die bedrohten Tierarten für Sie zusammengefasst.

Schätzungen zufolge sind weltweit über 37.000 Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Der Klimawandel, Jagd und Fischerei, die Zerstörung des natürlichen Lebensraums und Krankheiten gefährden den Fortbestand vieler Spezies. Auch in Deutschland war 2020 laut Bundesamt für Naturschutz knapp ein Drittel der Säugetiere in ihrem Bestand gefährdet.

Fledermäuse

Besonders viele Fledermausarten sind in Deutschland vom Aussterben bedroht. Eine dieser Arten ist die Fledermaus der Gattung „Graues Langohr“. Viele dieser Fledermäuse verlieren durch thermische Gebäudereinigung ihre Quartiere. Der Rückgang von Insekten sowie der Verlust von Obstgärten verschärfen die Situation für die Fledermause zunehmend. Derzeit ist diese Fledermaus akut vom Aussterben bedroht.

Fledermäuse: Viele Fledermausarten sind akut vom Aussterben bedroht

Auch die Fledermausart „Große Hufeisennase“ ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Trotz intensiver Bemühungen und der individuellen Betreuung einiger Kolonien könnte diese Art also bald aus unserem Land verschwunden sein.

Fledermäuse: Insektensterben und Rückgang von Obstwiesen ein Grund für Aussterben

Oftmals ist der Mensch für den Rückgang bestimmter Arten verantwortlich. Bei Fledermäusen trifft das im besonderen Maß zu. Durch massive Eingriffe in die Lebensräume der Tiere geht der Bestand der Art immer weiter zurück. Das ist auch der Fall bei der „Nymphenfledermaus“. Die Art ist eine Urwaldreliktart, die durch Holzschlag in ihren Vorkommensgebieten einem besonderen Risiko ausgesetzt ist.

Feldhase

Zu den weniger drastisch bedrohten Tierarten in Deutschland gehört der Feldhase. Zwar ist er nicht wie andere akut vom Aussterben bedroht, aber durch eine Intensivierung der Landwirtschaft und verschlechterte Lebensbedingungen besteht eine Gefährdung für den Feldhasen.

Feldhasen: Intensivierung der Landwirtschaft bedroht Lebensraum

Nach einer Zählung des Deutscher Jagdverband gehen die Bestände der Feldhasen sowie anderer Bewohner landwirtschaftlicher Flächen zurück. Die immer weiter voranschreitende Ausdehnung der bewirtschafteten Fläche verschärfe die Situation weiter.

Baummarder

Der Baummarder lebt vor allem in Wäldern und Hecken. Das Verbreitungsgebiet des Säugetieres erstreckt sich von Portugal bis nach Russland, wobei der Bestand europaweit als gesichert gilt. In Deutschland wird die Population der Baummarder aufgrund steigenden Flächenverbrauchs jedoch sorgenvoll betrachtet.

Baummarder: Aufgrund seines Pelzes fiel er immer wieder dem Menschen zum Opfer

Im Gegensatz zu seinem Artgenossen, dem Steinmarder, hält sich der Baummarder vom Menschen fern. Dennoch fiel er Menschen in den vergangenen Jahrhunderten oft zum Opfer, da sein Pelz als begehrtes Kleidungsstück galt.

Luchs

Auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten befinden sich in Deutschland viele Raubtiere. Besonders vom Aussterben bedroht ist seit einigen Jahren der Luchs. Doch in letzter Zeit konnten Tierschützer deutliche Zunahmen des Luchs in seinen Vorkommensgebieten in Deutschland verzeichnen.

Luchs: Vom Aussterben bedroht - Bestand nimmt leicht zu

Die Zunahme der Bestände in Deutschland lässt sich zum einen durch natürliche Zuwanderung, zum anderen durch die gezielte Auswilderung von Tieren erklären. Für das Jahr 2018 wurden 77 Luchse in Deutschland gezählt

Feldhamster

Während der Hamster vor allem unter Kindern und Jugendlichen ein beliebtes Haustier ist, kämpft der Feldhamster um das Überleben seiner Art. Obwohl die Ursachen bekannt sind, hat sich die Situation der Feldhamster in den letzten Jahren verschlechtert.

Feldhamster: Landwirtschaft bedroht Bestand von Feldhamstern

Bemühungen, die Art mit Erhaltungszuchtprogrammen zu vermehren, waren bisher noch nicht von Erfolg gekrönt. Moderne landwirtschaftliche Methoden sowie Flächenverbrauch für Städtebau und Industriegebiete schränken den Lebensraum der Tiere weiter ein.

Baltische Kegelrobbe

Lange Zeit war die baltische Kegelrobbe vom Aussterben bedroht. Doch im letzten Jahrzehnt kam es zu einem bemerkenswerten Populationswachstum, vor allem an der Ostsee und rund um Greifswald. Das Bundesamt für Naturschutz sieht den Bestand trotzdem weiterhin bedroht.

Baltische Kegelrobbe: Bestand hat sich leicht erholt

Die Gefahren für die Kegelrobbe haben sich im Laufe der Zeit gewandelt. Nachdem sie in Deutschland nach intensiver Jagd im Jahr 1920 zwischenzeitlich ausgerottet worden war, verenden mittlerweile viele Tiere als Beifang oder in Stellnetzen von Fischern.

Fischotter

Fischotter kämpfen sich ihren Weg immer weiter zurück in die Natur. In den vergangenen Jahren konnte bei dem in Deutschland ansässigen Fischotter (Lutra lutra) eine Bestandszunahme und deutliche Arealgewinne festgestellt werden.

Fischotter:  Bestandszunahme und deutliche Arealgewinne

Trotz dieser positiven Nachrichten sind Fischotter weiterhin gefährdet. Der Verkehrstod und nicht artgerecht ausgebaute Gewässerunterführungen sind unter anderem Gefährdungsursachen. Aber auch das illegale Töten von Fischottern spielt weiterhin eine Rolle.

Wildkatze

Wie viele andere Wildtiere kämpft auch die Wildkatze gegen eine zunehmende Intensivierung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung. Auch das hohe Verkehrsaufkommen im Straßenverkehr stellt eine Gefahr für das Wildtier dar.

Wildkatzen: Landwirtschaft und Straßenverkehr bedrohen Bestände

Eine Vermischung der Wildkatze mit der Hauskatze ist in Deutschland ist zwar kein akutes Problem, könnte aber laut des Bundesministeriums für Naturschutz noch eines werden. Dennoch bleibt für die Wildkatze festzuhalten, dass sich der Bestand in Deutschland in den letzten Jahren positiv entwickeln konnte.

Schildkröten 

Die europäische Sumpfschildkröte war einst in ganz Deutschland verbreitet. Mittlerweile ist sie akut vom Aussterben bedroht und nur noch in einigen wenigen konzentrieren Gebieten zu finden. Der Bestand der Sumpfschildkröten ist in Deutschland vor allem durch den Ausbau von Verkehrs- und Forstwegen sowie den zunehmenden Verkehr gefährdet.

Europäische Sumpfschildkröte: Einst in ganz Deutschland verbreitet

Aber auch die Austrocknung der natürlichen Lebensräume der Schildkröte im Zusammenhang mit witterungsbedingten Trockenphasen gefährdet den Bestand in Deutschland. Ein weniger bekanntes Problem ist das Aussetzen von anderen Schildkrötenarten aus Terrarien. Pflanzen sie sich mit Sumpfschildkröten fort kann das die genetische Integritität der Tiere gefährden.

Wildkaninchen

Die Bestände der Wildkaninchen gehen in Deutschland seit 2006 stetig zurück. Experten sehen Krankheit und Seuchenzüge als größte Gefahr für die Population an. Zu den natürlichen Fressfeinden gehören Wölfe, Füchse und Wiesel, aber auch Greifvögel.

Wildkaninchen: Die größte Gefahr stellt auch hier der Mensch da

Die größte Gefahr für die Wildkaninchen stellt jedoch der Mensch dar. Durch Eingriffe in den natürlichen Lebensraum des Tieres verliert das Kaninchen seine Lebensgrundlage - kein rein deutsches Problem. In Spanien und Portugal etwa nahm die Population in den letzten Jahren um bis zu 95 Prozent ab.

Gartenschläfer

Den Angaben des Bundesamts für Naturschutz zur Folge ist wenig bekannt über den Gartenschläfer. Die Bestände in seinen Hauptvorkommensgebieten wie etwa im Mittelgebirge sind schlecht untersucht. Dennoch sieht das Bundesamt einen Rückgang der Tierart.

Gartenschläfer: In einigen Teilen Deutschlands bereits ausgestorben

Im Jahr 2007 war der Gartenschläfer in einigen Teilen Deutschlands wie etwa Sachsen bereits ausgestorben. Nachdenklich stimmt zudem: Über die Gründe des Aussterbens ist nichts genaues bekannt.

Iltis

Zwar ist der Iltis nicht akut vom Aussterben bedroht, dennoch besteht auch für dieses Tier eine Gefährdung. Vor allem der Straßenverkehr ist für den Iltis eine permanente Gefahrenquelle. Das Tier nistet sich vor allem gerne in Straßenböschungen ein. Ein weiteres Problem ist, dass es auf landwirtschaftlichen Flächen keine ausreichende Deckung finden kann.

Iltis: Auch diesem Wildtier droht Gefahr durch Straßenverkehr

Eine zusätzliche Schadstoffbelastung durch das Leben in Straßennähe könnte die Reproduktionsrate des Iltisses verringert haben. Mittlerweile ist der Iltis hauptsächlich im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen zu finden.

Östliche Smaragdeidechse

„Östliche Smaragdeidechse“: Population von 300 Exemplaren

Die „Östliche Smaragdeidechse“ ist in Deutschland nur schwer zu finden. Das Reptil lebt in den Donauhängen bei Passau und im östlichen Brandenburg. Vor allem in Brandenburg ist der Bestand der Echse stark gefährdet: Experten schätzen die Population auf etwa 300 Exemplare.

Tierschützer sehen den Fortbestand der „Östlichen Smaragdeidechse“ durch ungünstige Klimaverhältnisse gefährdet. Auch der Ausbau von Straßen und die intensive Nutzung von Ackerflächen bedrohen die Echse.

Mauereidechse

Die Mauereidechse ist in Deutschland und Europa streng geschützt. Das Reptil ist in weiten Teilen Europas verbreitet, doch die Rebflurbereinigung zerstört den natürlichen Lebensraum der Mauereidechse. So werden bei Renovierungsarbeiten an Mauern und Baumaßnahmen an Bahnstrecken die Rückzugsorte der Tiere zerstört.

Mauereidechse: Ihre Anpassungsfähigkeit macht Mut

Was vielleicht Mut macht: Die Mauereidechse ist anpassungsfähig. Verschleppungen in Gebiete außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes zeigen, dass das Reptil in fremder Umgebung überleben kann.

Hausratte

Ursprünglich stammt die Hausratte aus dem Gebiet des Himalaya in Süd- und Ostasien. Durch den Schiffsverkehr der letzten Jahrhunderte breitete sich der anpassungsfähige Nager auf dem Globus aus. Konkurrenz bekommt die Hausratte von der Wanderratte, die sich schneller ausbreitet - und so die Hausratte verdrängt.

Ratte: Sie hat einen schlechten Ruf

In Deutschland gilt der Bestand der Ratten als stark gefährdet. Als Krankheitsüberträger erarbeitete sich die Ratte einen schlechten Ruf, der die gezielte Tötung der Nager zur Folge hatte.

Sumpfmaus

In Deutschland ist die Sumpfmaus vor allem entlang der Elbe zu finden. Obwohl der Weltbestand des Säugetiers als ungefährdet gilt, steht die Sumpfmaus in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten.

Zwergwal

Der Zwergwal gilt international nicht als gefährdet. Obwohl das Tier wegen seiner Zutraulichkeit ein leichtes Jagdziel ist, bleiben die Bestände im internationalen Vergleich stabil. In den Gewässern vor Deutschlands Küsten lauern für den Wal jedoch Gefahren.

Zwergwal: Tödlich verletzt durch Schiffsschrauben

Vor allem dem Schiffsverkehr fallen die Wale zum Opfer. Verletzungen, die die Schiffsschrauben hervorrufen, führen zum Tod der Zwergwale. Auch Umweltschadstoffe mindern die Population.

Schweinswal

Der Schweinswal ist in der Ost- und Nordsee zu finden. Besonders an der Ostsee sind die Bestände bedroht. In der Nordsee ist der Bestand zwar auch auf niedrigem Niveau, dort jedoch stabil.

Schweinswale jagen auch in der Elbe und der Weser

Es klingt zunächst unglaublich, so hat man den Wal doch als absoluten Salzwasser-Bewohner im Kopf. Doch tatsächlich folgen die Schweinswale Fischschwärmen bis weit in die Elbe und Weser hinein. So kommt es, dass die Tiere immer wieder auch am Elbstrand in Hamburg gesichtet werden.

Wechselkröte

Die Wechselkröte steht auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in Deutschland. Geeignete Laichgewässer gibt es in der Bundesrepublik immer seltener, da ungenutztes Brachland oder ehemalige Bodenabbaugruben rekultiviert werden.

Wechselkröte: Eine der am stärksten gefährdeten Amphibienarten Deutschlands

Die Wechselkröten zählen zu den am stärksten gefährdeten Amphibien Deutschlands. Grund dafür ist der dramatische Rückgang der Population, der vor allem Baumaßnahmen zuzuschreiben ist. Auch das Halten von Fischen in Teichen gilt als Bedrohung für die Kröten.

Kreuzkröte

Die Kreuzkröte ist fast in ganz Europa zu finden. Trotzdem gilt sie in Deutschland als stark gefährdet. Ähnlich wie die Wechselkröte leidet die Kreuzkröte unter dem Wegfall ihres natürlichen Lebensraums. Sie fühlt sich in Bergbaugebieten besonders wohl, da sie vor allem in steinigem und sandigem Umfeld lebt.

Kreuzkröte: Auch in Österreich und der Schweiz gefährdet

In unseren Nachbarländern Österreich und Schweiz gilt die Kreuzkröte als stark gefährdet beziehungsweise vom Aussterben bedroht. Das Bundesnaturschutzgesetz stellt die Amphibien unter strengen Schutz.

Würfelnatter

Die Würfelnatter fühlt sich in der Nähe von Gewässern am wohlsten. Das natürliche Habitat der ungiftigen Schlange erstreckt sich von Westeuropa bis nach Asien. In Deutschland kann man die Würfelnatter an den Ufern der Mosel, Nahe und Lahn finden.

Wassersport und Camping gefährden die Würfelnatter

Die Würfelnatter ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Vor allem der Ausbau von Straßen, Schleusen und Wehren greift in die natürliche Umgebung der Schlangen ein. Auch Freizeitaktivitäten wie Wassersport und Camping stellt für die Würfelnatter eine direkte Bedrohung dar.

Aspisviper

Die Aspisviper kommt in Deutschland nur in Baden-Württemberg vor. Vor allem die Abholzung der Wälder ist für den Rückgang des Bestands verantwortlich, da die Schlangen im Dickicht ihren natürlichen Lebensraum finden. Durch den Rückgang der Population ist die Aspisviper in Deutschland vom Aussterben bedroht.

Touristen machen sich gezielt auf die Suche nach Aspisvipern

Die seltenen Aspisvipern kommen nur noch in vereinzelten Regionen Baden-Württembergs vor. Neben dem Straßenverkehr stellen zunehmend Touristen eine Gefahr für die Tiere dar. Aufgrund ihrer Seltenheit ziehen die Schlangen gezielt Menschen an, die auf die Suche nach Aspisvipern gehen.

Wolf

Der Wolf polarisiert: Für Schäfer und Weidetierhalter stellt das Raubtier eine Bedrohung dar, Tierschützer fordern weitere Schutzmaßnahmen. Laut Schätzungen des Deutschen Jagdverbandes leben derzeit 1300 Wölfe in Deutschland. Vor allem in den östlichen Bundesländern fühlen sich die Rudel wohl.

Erst in diesem Jahrhundert erholt sich der Bestand der Wölfe

Im 18. Jahrhundert war der Wolf in den meisten Gebieten der heutigen Bundesrepublik weitgehend ausgerottet. Erst im Jahr 2000 starteten die ersten Aufzuchtversuche, die zu einer wachsenden Population führten. Trotzdem gilt der Wolf als gefährdet: Der Straßenverkehr und illegale Tötungen bedrohen den Bestand.

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