Impfstoff wird schon getestet

Rettet dieser Arzt aus Deutschland die Welt vor Corona? „Pandemie ein Ende bereiten“

  • Christoph Klaucke
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Die Forschung arbeitet fieberhaft an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Ein deutscher Arzt steht kurz vor dem Durchbruch.

  • Das Cornavirus belastet die Menschen weltweit.
  • Ein Impfstoff könnte alle Sorgen lösen.
  • Ausgerechnet ein deutscher Arzt könnte der Retter sein.

Mainz - Das Coronavirus grassiert unaufhaltsam in allen Ländern dieser Erde. In den letzten Wochen sind die Infektionen wieder deutlich angestiegen. Die Politik warnt vor einer zweiten Welle und schließt sogar einen Lockdown nicht mehr aus.

Corona: Deutsches Unternehmen entwickelt einen Impfstoff

Um der Corona-Pandemie endlich Einhalt zu gebieten, forscht die Wissenschaft weltweit nach einem Impfstoff. Doch wann können die Menschen mit einem solchen Serum rechnen? Geht es nach den Experten der Mainzer Firma BioNTech, wird es offenbar schon „sehr bald“ einen neuen Impfstoff geben. Das Pharmaunternehmen um Mitbegründer und Vorstandsvorsitzenden Ugur Sahin berichtet, dass der neu entwickelte Impfstoff BNT162b2 in klinischen Studien sehr erfolgreich sei. Man habe die finale Genehmigung beantragt.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA in Amsterdam bestätigte, dass der Wirkstoff in dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft werde. Die Entscheidung der EMA, das Verfahren zu beginnen, basiert nach Angaben der Behörde auf den ermutigenden vorläufigen Daten der präklinischen sowie frühen klinischen Studien bei Erwachsenen. BioNTech selbst ist so zuversichtlich, dass man die Massenproduktion bereits begonnen habe. Etwa 100 Millionen Dosen plant BioNTech noch in diesem Jahr, langfristig bis zu 750 Millionen Dosen pro Jahr.

Deutscher Arzt sagt Corona den Kampf an

BioNTech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde. „Das Rolling-Review-Verfahren wird so lange fortgesetzt, bis genügend Grundlagen vorhanden sind, um einen formellen Zulassungsantrag zu unterstützen“, teilte die EMA mit. Bis dato seien 37.000 Teilnehmer in die Studie eingeschlossen, 28.000 hätten bereits die zweite Impfstoff-Dosis erhalten.

„Während wir daran arbeiten, einen potenziellen Impfstoff in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit zu entwickeln, um dieser Pandemie ein Ende zu bereiten, ist es unsere Pflicht, sicherzustellen, dass wir dies mit den höchsten ethischen Standards sowie unter Einhaltung fundierter wissenschaftlicher Prinzipien tun“, sagte BioNTech-Chef Sahin.

Traumpaar der Wissenschaft sorgt in der Corona-Pandemie für Hoffnung

Sahin und seine Frau Özlem Türeci gelten international als Pioniere der Krebsimmuntherapie. Nach Ausbruch der Pandemie begannen sie sofort mit der Forschung nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Der Aktienkurs des Unternehmens hat sich seit März verdreifacht und hat einen Wert von etwa 20 Milliarden Dollar erreicht. Sahin und Türeci halten 18 Prozent des Aktienkapitals und zählen damit zu den reichsten Deutschen.

Sahins Familie kam aus der Türkei nach Köln, als er vier Jahre alt war. Sein Vater war Gastarbeiter bei Ford. Sahin studierte zunächst Medizin in Köln, später arbeitete er als Arzt am Klinikum der Kölner Universität und promovierte 1992 mit einer Arbeit zur Immuntherapie bei Tumorzellen. Seit 2006 ist der 55-Jährige Professor für experimentelle Onkologie an der Mainzer Uniklinik. Auch seine Ehefrau Özlem Türeci hat türkische Wurzeln, ihr Vater kam als Arzt aus Istanbul nach Deutschland.

Unterdessen gelang in den USA einer 14-Jährigen eine spektakuläre Entdeckung, die bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff hilfreich sein kann. (ck/dpa)

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