Premiere in der Weltraumforschung

Asteroiden-Einschläge: Erde soll besser geschützt werden - neue Mission

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Der Einschlag eines Asteroiden auf der Erde hätte verheerende Folgen. Erstmals in der Geschichte der Menschheit wollen Weltraumforscher nun in der AIDA-Mission die Umlaufbahn eines Asteroiden verändern.

  • Immer wieder kommen Asteroiden der Erde in ihrer Umlaufbahn gefährlich nahe
  • Im Falle einer Kollision wären die Schäden verheerend
  • Weltraumforscher arbeiten deshalb an der sogenannten AIDA-Mission, um potenzielle Gesteinsbrocken im Ernstfall aus ihrer Bahn lenken zu können.

Washington/Köln - Seit vielen Jahren durchkämmen Wissenschaftler und Experten den Weltraum auf der Suche nach Asteroiden, die der Erde gefährlich werden könnten. Und tatsächlich werden regelmäßig Gesteinsbrocken entdeckt, die auf ihrem Weg durch das Universum unseren Planeten nur knapp verfehlen. Auf der sogenannten Risk-List (Risiko-Liste) der Esa stehen derzeit knapp 1.000 potenziell gefährliche Objekte. 

Fatale Folgen im Falle einer Asteroiden-Kollision

Die Konsequenzen im Falle eines Einschlages wären fatal. Während größere Asteroiden die Welt komplett zerstören könnten, sind auch kleinere Gesteinsbrocken in der Lage ganze Regionen in Schutt und Asche zu verwandeln. Im Jahr 2013 etwa schlug ein sehr kleiner Asteroid in der Nähe der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk ein. Selbst dieser verursachte mit seiner Größe von nur 20 Metern Durchmesser eine gewaltige Druckwelle, bei der Hunderte Menschen verletzt wurden und zerstörte Tausende Gebäude. 

Was passiert, wenn ein Asteroid auf Kollisionskurs wäre?

Was passiert, wenn die Forscher einen größeren Asteroiden entdecken, der sich tatsächlich auf Kollisionskurs befände? Für diesen Fall feilen die Experten seit vielen Jahren an möglichen Manövern. In der geplanten Weltraummission „Asteroid Impact & Deflection Assessment“ soll nun erstmals ein Asteroid aus seiner Bahn geschubst werden. So wollen die Weltraumorganisationen Nasa, Esa (European Space Agency), das Observatoire de la Côte d'Azur und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gemeinsam die Einflussfaktoren ermitteln, die für ein derartiges Manöver benötigt würden.

Video: Asteroid mit den Namen „Gott des Chaos“ fliegt auf Erde zu 

So funktioniert die AIDA-Mission

Wie die Esa auf ihrer Homepage detailliert beschreibt, sollen im Rahmen der AIDA-Mission zwei unabhängige Raumschiffe zum Doppelasteroiden Didymos geschickt werden. Die Nasa-Sonde „Dart“ soll dazu im Oktober 2022 mit einer Geschwindigkeit von sechs Kilometer pro Sekunde auf dem kleineren Trabanten Didymoon einschlagen. Drei Jahre später soll das europäische Raumschiff „Hera“ dann auf Didymoon eintreffen und ihn detailliert charakterisieren, so die Erläuterung der Esa. Insbesondere werden detaillierte Messungen der physikalischen Eigenschaften des Körpers sowie seiner Umlaufbahn durchgeführt. Damit soll herausgefunden werden, welche Auswirkungen der Einsatz der zuvor eingesetzten „Dart“-Sonde auf die Umlaufbahn des Asteroiden hatte.

Premiere: Menschheit will erstmals einen Asteroiden aus der Bahn schubsen

Gelänge es tatsächlich mit der „Dart“-Sonde die Umlaufbahn des Asteroiden umzulenken, wäre das eine Premiere. Noch nie sei es der Menschheit gelungen, „die Dynamik eines Objektes im Sonnensystem auf messbare Weise zu verändern“, so die Esa. Die Hoffnung sei, aus den Ergebnissen Modelle und Techniken entwickeln zu können, mit deren Hilfe die Umlaufbahn gefährlicher Asteroiden im Ernstfall beeinflusst und verändert werden könnte. Im Grunde eine Art „planetarische Verteidigungsstrategie“.

Gleichzeitig arbeiten Experten an einer weiteren Abwehr-Aktion namens H.A.M.M.E.R. Hierbei handelt es sich um einen Flugkörper, der mit nuklearen Sprengsätzen bestückt ist und im Ernstfall auf einen Asteroiden geschickt werden soll, um ihn durch die Detonation aus seiner Umlaufbahn abzulenken. Doch auch hier stehen die Forscher noch am Anfang der Mission. 

Im Sommer entdeckten Weltraum-Forscher einen sogenannten „City Killer“ viel zu spät. Dabei hätte der Asteroid eine ganze Stadt zerstören können.

va

Rubriklistenbild: © dpa / Nasa Science

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