Neustart für AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland (Symbolfoto).
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Neustart für AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland (Symbolfoto).

Empfehlung erneut ausgesprochen

Corona-Impfstoff: Was sich jetzt bei Astrazenca-Impfungen in Deutschland ändert

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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Deutschland nimmt die Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff wieder auf. Was ändert sich jetzt? Was muss beachtet werden? Ein Überblick.

München/ Berlin - Die vorsorglich gestoppten Corona-Impfungen mit Astrazeneca* sollten an diesem Freitag in Deutschland wieder starten. Nach Berichten über Brutgerinnsel sowie Thrombosen der Hirnvenen nach Impfungen hatte Deutschland den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffes am 15. März ausgesetzt.

Nach dem Neustart herrscht große Erleichterung, doch einige Frage bleiben offen. Beim Impftempo muss Deutschland einen Zahn zulegen. Die Corona-Zahlen steigen einfach zu schnell. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Der Astrazeneca-Impfstoff wird dringend gebraucht, um die dritte Corona-Welle zu stoppen.

Stiko zum Astrazeneca-Impfstoff gegen Corona: „Der Nutzen der Impfung überwiegt“

„Der Nutzen der Impfung überwiegt die gegenwärtig bekannten Risiken“, teilte die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland an diesem Freitag (19. März) mit. Auch die oberste Impfbehörde - das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) - hatte sich zuvor für die Nutzung des Impfstoffs ausgesprochen. Die Behörden folgen damit dem Votum der EMA, dass der AstraZeneca-Impfstoff sicher sei.

In ihrer Stellungnahme schreibt die Stiko weiter, dass „die ihr vorliegenden Daten zu den seltenen thromboembolischen Ereignissen(...) ein Sicherheitssignal zeigen“. Noch gebe es keine abschließende Gewissheit.

„Die Stiko wird alle zu erwartenden Daten genau verfolgen, fortlaufend prüfen und bewerten.“ Sollte sich die Notwendigkeit einer Einschränkung der Indikationsgruppen ergeben, werde die Stiko dies in einer aktualisierten Covid-19-Impfempfehlung „umgehend berücksichtigen und bekannt machen“. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Freitag (19. März) Impf-Privilegien für junge und jüngere Frauen ins Spiel gebracht, die Bedenken wegen Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca haben.

Astrazeneca-Impfungen gegen Corona in Deutschland: Was ändert sich?

Was sich ändert: In den Informationen zu dem Impfstoff soll ein Warnhinweis aufgenommen werden - eine extra Warnung vor den möglichen seltenen Blutgerinnseln. Impfwillige sollen damit besser über mögliche Risiken aufgeklärt werden.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: So viele Dosen Astrazeneca liegen noch im Kühlschrank

Eine Änderung der Impfreihenfolge stellte Gesundheitsminister Spahn* allerdings auch an diesem Freitag nicht in Aussicht. Der Impfstoff ist weiter knapp. Deutschland habe derzeit rund 1,6 Millionen unverimpfte Dosen des Mittels von Astrazeneca.

Darauf könnten sich „nicht 50 Millionen Menschen nach dem Windhundprinzip“ stürzen, sagte Spahn. Man könne jetzt auch noch nicht zulassen, dass ein 30-Jähriger, der gesund ist, durch den Betriebsarzt geimpft wird, während es 80-Jährige gebe, die noch nicht geimpft sind, sagte Spahn.

So ist das Impftempo in Deutschland

In Deutschland waren, Stand 19. März, 3.172.533 Personen vollständig geimpft - das sind 3,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. 7.089.012 Personen haben laut Impfdashboard.de mindestens eine Impf­dosis erhalten. Am 18. März wurden fast 200.000 Impfdosen verabreicht. Am 12. März waren es mit 296.458 Dosen die meisten bisher.

Bis zum 18. März wurden in Deutschland 1.786.945 Astrazeneca-Erstdosen und 257 Zweitdosen laut dem Impfmonitor des Robert-Koch-Instituts (RKI) verimpft. 3.062.400 Dosen von Astrazeneca wurden bisher nach Angaben des Impfdasboard bereits geliefert.

Coronavirus-Pandemie: Verfügbare Corona-Impfstoffe in Deutschland

  • BioNTech seit 26. Dezember 2020
  • Moderna seit 14. Januar 2021
  • AstraZeneca seit 8. Februar 2021 - Impfstopp in Deutschland am 15. März. Neustart am 19. März

Corona-Impfungen in Deutschland: Hausärzte sollen nach Ostern impfen

Ab der Woche nach Ostern sollen nach den Plänen des Bundeskanzleramts immer mehr Corona-Schutzimpfungen in Hausarztpraxen möglich sein. Für die Woche ab dem 5. April sind demnach aber zunächst nur rund eine Million Impfdosen für die Arztpraxen vorgesehen, für die letzte Aprilwoche werden mehr als 3,1 Millionen angestrebt.

Dies geht aus einem Entwurfpapier des Kanzleramts für den Impfgipfel von Bund und Ländern an diesem Freitag hervor. Das Papier, das der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren Quellen vorlag, hatte den Stand 11 Uhr. (ml mit Material der dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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