Zusammenhang nicht bestätigt

AstraZeneca-Wirbel: Immer mehr Länder drücken die „Pausetaste“ - Söder prescht vor

  • Veronika Arnold
    VonVeronika Arnold
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    Patrick Huljina
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In mehreren EU-Staaten wurde die Corona-Impfung von AstraZeneca vorerst eingestellt. Nun auch in Deutschland. Die EMA gibt Entwarnung, weist aber auf mögliche Nebenwirkungen hin.

  • Nun setzt auch Deutschland Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich aus. (Update vom 15. März, 15.32 Uhr)
  • Großbritannien setzt weiter auf den Corona-Impfstoff von AstraZeneca. (siehe Update vom 15. März, 10.15 Uhr)
  • Markus Söder (CSU) fordert eine klare Positionierung der deutschen Behörden zum AstraZeneca-Impfstoff. (siehe Update vom 15. März, 12.15 Uhr)
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+++ Dieser News-Ticker zu den Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff ist beendet. +++

Update vom 15. März, 17.30 Uhr: Die Hammer-Meldungen zum AstraZeneca-Impfstoff reißen nicht ab. Neben Deutschland haben an diesem Montag auch Italien und Frankreich Impfungen gegen das Coronavirus mit dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers vorsorglich ausgesetzt. Der Einsatz des Impfstoffes ist in ganz Italien untersagt.

Das kündigten der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Arzneimittelbehörde an. Zuvor waren Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen mit dem Mittel bekannt geworden. Macron äußerte die Hoffnung, die Impfungen mit dem Vakzin des britischen Herstellers „bald wieder aufnehmen“ zu können.

Update vom 15. März, 17.15 Uhr: Karl Lauterbach kann die Aussetzung der Corona-Impfungen mit AstraZeneca in Deutschland* nicht verstehen. Der Regierungs-Berater urteilt harsch (siehe Link).

Coronavirus-Pandemie: Deutschland setzt Corona-Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich aus

Update vom 15. März, 15.32 Uhr: Nun setzt auch Deutschland Corona-Impfungen mit AstraZeneca vorsorglich aus. Das teilte das Gesundheitsministerium am Montag mit. Die Bundesregierung folge damit einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mit.

Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, „ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken“.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist von dem Vorgehen der Bundesregierung alles andere als begeistert. Gegenüber Merkur.de erklärte er: „Das hätte ich nicht gemacht. Eine Prüfung bei laufenden Impfungen wäre angesichts der Seltenheit der auftretenden Fälle besser gewesen. Angesichts dessen, dass die Fälle bei Geimpften wie bei Nicht-Geimpften gleich hoch ist, hätte ich die Impfung weiterlaufen lassen. Jetzt haben wir einen erheblichen Vertrauensverlust. Unsere Impfstragie fällt in sich zusammen, wenn der Impfstoff von AstraZeneca nicht weiter verwendet werden würde.“

AstraZeneca-Lieferkürzungen: Absage von Impfterminen auch in Baden-Württemberg wahrscheinlich

Update vom 15. März, 15.02 Uhr: Nach Thüringen und Hamburg werden die Lieferkürzungen für den AstraZeneca-Impfstoff nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums nun auch zur Absage von Impfterminen in Baden-Württemberg führen. Damit müsse gerechnet werden, sagte am Montag eine Sprecherin des Ministeriums. „Im Moment sind wir noch dabei zu ermitteln, was es konkret für bereits bestehende Termine bedeutet.“ Zunächst wolle man dafür aber Informationen der Gesundheitsministerkonferenz abwarten. Die Minister sollten noch am Montag tagen.

Es sei mehr als ärgerlich, dass sich Deutschland nicht auf die zugesagten Impfstoffmengen des britisch-schwedischen Konzerns verlassen könne. „Nach unseren derzeitigen Informationen ergibt sich daraus für die kommenden Wochen jeweils eine neue Liefermenge von 26.400 Impfdosen“ - das entspreche Stand jetzt rund 110.400 Impfdosen weniger für die nächsten zwei Wochen, sagte die Sprecherin weiter.

AstraZeneca habe im gleichen Atemzug aber angekündigt, die Lieferung Ende März/Anfang April um genau diese Menge wieder zu erhöhen. Damit wäre die Kürzung wieder ausgeglichen. „Wie verlässlich diese Angaben sind, kann im Moment noch nicht beurteilt werden.“

Wirbel um AstraZeneca-Impfstoff: Bayerns Ministerpräsident Söder prescht vor

Update vom 15. März, 12.15 Uhr: Nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit AstraZeneca in mehreren EU-Ländern forderte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag eine klare Positionierung der deutschen Behörden zu dem Impfstoff. Es brauche eine klare Aussage, „ist der Impfstoff gut oder schlecht“, so der CSU-Chef.

„Ich glaube, da braucht es jetzt auch Statements dafür, dass dieser Impfstoff wirksam ist und auch funktionieren kann“, erklärte Söder. Um Akzeptanzprobleme zu verhindern, schlug er vor, Vorbilder wie Politiker ganz gezielt mit dem Impfstoff von AstraZeneca zu impfen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine klare Positionierung der deutschen Behörden zum AstraZeneca-Impfstoff.

Zudem forderte Söder einen Exportstopp für den in Europa hergestellten AstraZeneca-Impfstoff. „Es kann nicht sein, dass aus Europa heraus ständig Impfstoff abfließt“, klagte der bayerische Ministerpräsident. Es müsse mit den USA über die Probleme gesprochen werden. „Es kann nicht sein, dass die USA an der Stelle Impfstoff vielleicht hortet und umgekehrt Europa darauf wartet. Gute Partnerschaft bedeutet auch, im Impfen eine Brücke über den Atlantik zu bauen.“ Europa müsse dafür „alle Hebel“ in Bewegung setzen, so Söder.

Corona-Impfung: Großbritannien setzt weiter auf Impfstoff von AstraZeneca

Update vom 15. März, 11.25 Uhr: In Italien sorgt ein weiterer Todesfall nach einer Corona-Impfung für Aufregung. Ein Lehrer verstarb nach einer AstraZeneca-Impfung. Bisher haben die Behörden keine Hinweise auf einen Zusammenhang.

Update vom 15. März, 10.15 Uhr: Großbritannien setzt, anders als mehrere andere europäische Länder, weiterhin auf den Corona-Impfstoff von AstraZeneca. „Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist“, erklärte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) in einer Mitteilung.

„Alle Menschen sollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, wenn sie dazu aufgefordert werden“, appellierte Bryan. Zuletzt hatte sich unter anderem die irische Impfkommission für einen vorübergehenden Impf-Stopp von AstraZeneca ausgesprochen. In den Niederlanden wurde die Verabreichung des Vakzins für zwei Wochen ausgesetzt. Der britisch-schwedische Impfstoff-Hersteller wies die Bedenken an seinem Produkt bereits mehrfach zurück.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Niederlande setzen Impfung für zwei Wochen aus

Update vom 15. März, 6.45 Uhr: Am späten Sonntagabend teilten auch die Niederlande mit, dass sie die Corona-Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca für zwei Wochen aussetzen. Dies geschehe auf der Grundlage „neuer Informationen“, erklärte Gesundheitsminister Hugo de Jonge.

Er bezog sich dabei auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. „Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen“, erklärte de Jonge weiter. „Daher ist es klug, nun auf die Pausetaste zu drücken.“

Corona-Impfung von AstraZeneca: Unternehmen betont Sicherheit des Impfstoffs erneut

Update vom 14. März, 20.20 Uhr: AstraZeneca hat nach einer Analyse von Impfdaten erneut Sorgen über die Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurückgewiesen. Eine sorgfältige Analyse der Sicherheitsdaten von mehr als 17 Millionen Geimpften in der EU und Großbritannien habe keine Belege für ein höheres Risiko für Lungenembolien, tiefen Venenthrombosen oder einer niedrigen Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie) geliefert, erklärte das schwedisch-britische Pharmaunternehmen am Sonntag in London. Damit bezieht sich das Unternehmen nun auf noch mehr Datensätze.

Aus Sorge von schweren Nebenwirkungen haben unter anderem Irland, Dänemark, Norwegen und Island Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff vorerst ausgesetzt.

Experten sehen keine erhöhte Thrombose-Gefahr durch den Corona-Impfstoff von AstraZeneca. Wie das deutsche Science Media Center (SMC) meldet, bestehe nach erster Prüfung kein Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Thrombosen und der Impfung. Das berichtet das für die Bewertung und Sicherheit von Humanarzneimitteln zuständige Pharmakovigilance Risk Assessement Committee (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA).

AstraZeneca: Pharmaunternehmen weist Sorgen über Sicherheit von Corona-Impfstoff zurück

Die Anzahl von bisher gemeldeten 30 Thrombose-Fällen bei knapp fünf Millionen geimpften Personen im Europäischen Wirtschaftsraum stelle keine Häufung gegenüber dem Vorkommen in der Gesamtbevölkerung dar. Sogenannte Thromboembolien treten in Deutschland circa 1 bis 3 mal pro 1000 Personen und Jahr auf und sind daher relativ häufig.

Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Deutschland - die oberste Bundesbehörde für Impfstoffe - sieht derzeit keine Hinweise, dass eine Impfung mit AstraZeneca „thromboembolische Ereignisse“ verursacht. „Diese Anzahl ist nicht höher als die Zahl der thromboembolischen Ereignisse, die statistisch zufällig in der exponierten Bevölkerung auch ohne Impfung vorkommen würden“, teilte das PEI in einem Statement mit. In Übereinstimmung mit der EMA überwiege aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken.

Bei der individuellen Risikoabwägung sollte, laut SMC, beachtet werden, dass nach einer Covid-19-Erkrankung bei rund 15 Prozent der Sars-CoV-2-Infizierten thromboembolische Ereignisse auftreten. Das Risiko der Erkrankung ist also auch in der aktuellen Situation mit den denkbaren Risiken einer COVID-19-Impfung abzuwiegen. Ärzte aus USA und Europa beobachten im Blutgerinnsel als häufige Covid-19-Komplikationen.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca sorgt für Diskussionen.

Lieferengpässe bei AstraZeneca - Bundesländer ziehen Konsequenzen

Update vom 14. März, 14.37 Uhr: Nachdem Thüringen bereits am Samstag die Vergabe von Impfterminen aufgrund der Lieferprobleme von AstraZeneca gestoppt hat (siehe Update vom 13. März, 11.45 Uhr), kündigte am Sonntag Hamburg ebenfalls Einschränkungen an. Die Stadt vergibt vorerst keine weiteren Termine an unter 80-Jährige. Alle bereits vereinbarten Termine würden aber eingehalten, sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde der dpa. Um diese Impfungen machen zu können, würden die noch im Lager befindlichen Impfdosen benötigt.

„Neue Termine können immer nur dann vergeben werden, wenn neue Lieferungen eintreffen“, erklärte Helfrich. „Die Terminvergabe kann wieder aufgenommen werden, sobald verlässliche Lieferplanungen vorliegen und weitere Lieferungen erfolgen.“ Für die kommenden zwei Wochen hat AstraZeneca die Lieferung von jeweils nur noch 4800 Impfdosen nach Hamburg angekündigt. Ursprünglich waren insgesamt mehr als 26.000 Dosen des Corona-Impfstoffs zugesagt worden.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Irland ebenfalls mit Impf-Stopp

Update vom 14. März, 11.50 Uhr: Die Impfkommission in Irland hat sich für einen vorübergehenden Stopp der Corona-Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca ausgesprochen. Grund dafür seien neue Berichte der norwegischen Arzneimittelbehörde über Fälle von schweren Blutgerinnseln nach der Impfung, hieß es in einer Mitteilung am Sonntag.

Bislang sei kein Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff und den gemeldeten Fällen festgestellt worden, schrieb die irische Impfkommission weiter. Dennoch werde man nach dem Vorsorgeprinzip zu einer Aufschiebung der AstraZeneca-Impfungen in Irland raten, bis weitere Informationen verfügbar seien.

Auch Italien hatte Impfungen mit AstraZeneca gestoppt. Doch jetzt folgt die Kehrtwende und neue Details zu den Todesfällen*.

AstraZeneca-Wirbel: Drei junge Geimpfte in Norwegen mit Blutgerinnseln - Regierung reagiert

Update vom 14. März, 9.20 Uhr: In Norwegen sind bei drei jungen Menschen Blutgerinnsel beziehungsweise Hirnblutungen aufgetreten, nachdem sie mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca geimpft worden sind. Wie die norwegische Gesundheitsbehörde Folkehelseinstitutt am Samstag mitteilte, arbeiten alle drei im Gesundheitswesen.

Man untersuche nun, ob es einen Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und dem Blutgerinnsel gibt. „So etwas ist sehr selten, aber sehr ernst“, erklärte Steinar Madsen von der Arzneimittelbehörde dem Norwegischen Rundfunk NRK. Zudem seien mehrere Fälle gemeldet worden, in denen junge Geimpfte Hautblutungen oder blaue Flecken bekommen hätten, sagte Sigurd Hortemo vom Folkehelseinstitutt. Das könne ein Hinweis auf eine niedrige Anzahl an Blutplättchen (Thrombozyten) sein, was wiederum innere Blutungen auslösen könne.

In Norwegen kam es zu mehreren Fällen von Blutgerinnseln nach einer AstraZeneca-Impfung. Bislang konnte kein Zusammenhang festgestellt werden. (Symbolbild)

Personen unter 50 Jahren, die in den letzten zwei Wochen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff geimpft wurden, sind nun aufgefordert, genau auf Nebenwirkungen zu achten und bei Blutungen oder blauen Flecken zum Arzt zu gehen. Bislang wurden in Norwegen 121.820 Dosen des britisch-schwedischen Impfstoffs verabreicht. Am vergangenen Donnerstag stoppten die Behörden allerdings die Corona-Impfungen mit AstraZeneca, nachdem in Dänemark ein Mensch kurz nach der Impfung an einem Blutgerinnsel gestorben war.

Bislang konnte allerdings kein eindeutiger Zusammenhang festgestellt werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte ebenfalls erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung gebe.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Weitere drastische Kürzung der Lieferungen an die EU

Update vom 13. März, 11.45 Uhr: AstraZeneca hat eine weitere drastische Kürzung seiner Impfstoff-Lieferungen* in die Europäische Union angekündigt. Man beabsichtige, im ersten Halbjahr dieses Jahres 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten liefern, 30 Millionen davon im ersten Quartal, teilte der britisch-schwedische Pharmakonzern am Freitagabend mit. Zuletzt war AstraZeneca noch von 220 Millionen Dosen bis zur Mitte des Jahres ausgegangen.

„Obwohl unermüdlich daran gearbeitet wurde, die Lieferungen zu beschleunigen, muss AstraZeneca enttäuschenderweise eine Kürzung der geplanten Corona-Impfstoff-Lieferungen in die EU ankündigen“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Leider werden Exportbeschränkungen die Lieferungen im ersten Quartal nun reduzieren, und werden dies wahrscheinlich auch im zweiten Quartal“, kündigte AstraZeneca weiter an. Die EU hatte sowohl den USA als auch Großbritannien vorgeworfen, anders als sie selbst, keinen in den Ländern produzierten Corona-Impfstoff zu exportieren.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Thüringen stoppt wegen Lieferproblemen Impfterminvergabe

In Thüringen wurde nun aufgrund der Lieferprobleme die Vergabe der Impftermine gestoppt und der Start der Corona-Impfungen bei Hausärzten verschoben. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als „absolut inakzeptabel“. Nach Thüringen sollten in den kommenden zwei Wochen 31.200 AstraZeneca-Impfdosen geliefert werden. Laut Gesundheitsministerium werden es nun nur noch 9600 sein.

Werner kritisierte Bundesgesundheitsminister Spahn, der die Länder im Februar aufgefordert habe, keine AstraZeneca-Impfdosen zurückzuhalten, weil die Liefermengen sicher seien. „Genau das haben wir getan und jede einzelne Impfdosis verplant. Jetzt zwingt uns die Ankündigung aus dem Bundesgesundheitsministerium zu einem Stopp unserer Terminvergabe und zur Verschiebung der Einbindung der Hausärzte“, erklärte Werner. „Damit ist auch der letzte Funke an Vertrauen in verbindliche Zusagen erloschen. Ich fordere den Bundesgesundheitsminister auf, sofort zu intervenieren.“

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: EMA verweist auf Anaphylaxie und Überempfindlichkeit

Erstmeldung vom 13. März: Amsterdam - Anaphylaxie und Überempfindlichkeit - diese beiden Reaktionen sollen in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca aufgenommen werden. Nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) kann das Vakzin des britisch-schwedischen Impfstoff-Herstellers in seltenen Fällen diese schweren allergischen Reaktionen auslösen.

Es gebe Berichte über 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter fünf Millionen geimpften Personen in Großbritannien, erklärte die EMA am Freitag. Nach einer sorgfältigen Auswertung der Daten halte das für die Impfstoff-Risikobewertung zuständige Komitee einen Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und der Impfung zumindest in einigen Fällen für wahrscheinlich, so die Behörde mit Sitz in Amsterdam.

Zeitgleich wies die EMA allerdings darauf hin, dass schwere allergische Reaktionen auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung sind. Bereits jetzt gibt es auf dem Beipackzettel des AstraZeneca-Impfstoffs gegen das Coronavirus* die Empfehlung, dass Patienten nach einer Impfung noch mindestens 15 Minuten unter Beobachtung bleiben sollten, um auf mögliche allergische Reaktionen reagieren zu können.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Impfstopp in mehreren EU-Ländern

Bereits zuvor kündigten einige Staaten in der EU an, die Corona-Impfungen* mit dem Vakzin von AstraZeneca vorerst zu stoppen. Dänemark hatte am Donnerstag bekanntgegeben, die Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens für 14 Tage auszusetzen. Als Grund nannte die dänische Gesundheitsverwaltung Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln, nachdem Menschen mit dem Präparat geimpft worden seien.

Mehrere EU-Staaten haben die Corona-Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca vorerst eingestellt. (Symbolbild)

In Dänemark habe es auch einen Todesfall gegeben*. Zugleich stellten die Dänen jedoch klar, dass man noch nicht feststellen könne, ob ein Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und den Blutgerinnseln bestehe. Andere Staaten wie Norwegen, Island und Bulgarien setzten die Impfungen mit dem AstraZeneca-Mittel ebenfalls aus. In Österreich wurde aufgrund des Todes einer Krankenschwester und drei weiteren Erkrankungen* vorsorglich die Verwendung einer bestimmten Charge ausgesetzt. Schweden und Polen erklärten hingegen, weiterhin am AstraZeneca-Impfstoff festzuhalten.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Spahn bedauert Impfstopp - „Nutzen bei weitem höher als Risiko“

„Ich bedaure es, dass auf dieser Grundlage - Wissensstand jetzt Freitagvormittag - einige Länder in der Europäischen Union das Impfen mit AstraZeneca ausgesetzt haben“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland am Freitag in Berlin. Er verwies auf eine Einschätzung der EMA, wonach es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung gebe. Bis zum 10. März habe man 30 Fälle von „thromboembolischen Ereignissen“ bei fast fünf Millionen mit dem Vakzin geimpften Menschen registriert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schloss sich dieser Einschätzung an, ebenso wie das für Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

„Mit dem was wir bisher wissen, ist der Nutzen bei weitem höher als das Risiko“, versicherte Spahn. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI)*, erklärte, es gebe bisher keine Hinweise, „dass diese Geschehnisse statistisch auffällig wären“. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP)* warb am Freitag ebenfalls für Vertrauen in das AstraZeneca-Vakzin. „Nachdem es viele Menschen gibt, die sich Sorgen machen, werde ich mich auch mit AstraZeneca impfen lassen, um zu zeigen, dass ich Vertrauen in den Impfstoff habe“, kündigte Kurz an.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Hersteller weist Sorgen vor Nebenwirkungen zurück

Der britisch-schwedische Pharmakonzern selbst hat die Sorge vor schweren Nebenwirkungen der Corona-Impfung* ebenfalls zurückgewiesen. „Eine Analyse unserer Sicherheitsdaten von mehr als 10 Millionen Datensätzen hat keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Lungenembolien oder tiefe Venenthrombosen gezeigt“, versicherte ein Sprecher am Freitag. Das gelte für alle Altersgruppen, Geschlechter, Länder oder Chargen des AstraZeneca-Impfstoffs. „Tatsächlich kommen diese Ereignisse unter Geimpften sogar seltener vor als in der Allgemeinbevölkerung“, erklärte der Sprecher weiter. (ph/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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