Corona-Experte und Abgeordneter des Bundestags: Karl Lauterbach.
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Corona-Experte und Abgeordneter des Bundestags: Karl Lauterbach.

Neuer Plan vom Corona-Experten

Nach Astrazeneca-Rückschlag: Lauterbach will entscheidende Änderung - „Tote wären ab dann vermieden“

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Nach dem nächsten Rückschlag bei den Corona-Impfungen mit Astrazeneca fordert Karl Lauterbach eine vorläufig neue Impfstrategie für Deutschland in der Coronavirus-Pandemie.

München/Berlin - Der Rückschlag für die Impfkampagne gegen das Coronavirus ist gewaltig. Astrazeneca soll in der Bundesrepublik nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren verimpft werden. Nach einzelnen Todesfällen durch Hirnvenenthrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit Corona-Impfungen mit dem Vakzin des schwedische-britischen Herstellers.

Medienberichten zufolge haben 2,2 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis Astrazeneca erhalten. Für das zweite Quartal sind zwölf bis 15 Millionen weitere Impfdosen Astrazeneca zugesagt, doch die Bedenken gegen das Vakzin sind in Teilen der Bevölkerung übereinstimmenden Berichten zufolge mittlerweile groß. Karl Lauterbach, Corona-Experte und Abgeordneter des Bundestages, hat nun (31. März) eine klare Impf-Forderung für Deutschland.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca: Karl Lauterbach wirbt für neue Impfstrategie in Deutschland

Vereinfacht: Seiner Einschätzung nach sollen in den kommenden Wochen Erstimpfungen mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna gemacht werden, was die Ressourcen hergeben. Die Auffrischungsimpfungen bei bereits und dann Geimpften sollen dagegen zeitlich soweit es geht nach hinten verschoben werden.

Lauterbach schrieb bei Twitter: „Wichtige CDC-Analyse zeigt, dass BionTech Impfstoff 2 Wochen nach Erstimpfung in 80% (der Fälle, d. Red.) Ansteckung verhindert, auch asymptomatische Ansteckung.“

Corona-Impfungen in Deutschland: Karl Lauterbach plädiert für Einhaltung der Impfreihenfolge

Da circa 60 Prozent der Ansteckungen (noch) von Asymptomatischen ausgehen würden, würden die Daten klar für eine neue Impfstrategie sprechen. Die, den Erstimpfungen gegen Covid-19 Vorrang zu geben.

Impf-Fachmann Karl Lauterbach (SPD) hatte bereits auf Anfrage von Merkur.de dafür plädiert, „zum einen unbedingt die Erstimpfungen vorzuziehen und zum anderen zu prüfen, ob wir das Impfintervall zwischen Erstimpfung und Zweitimpfung beim Biontech-Impfstoff weiter ausdehnen können. Die Reihenfolge der Impfprioritäten sollten wir aber auf keinen Fall ändern“.

Karl Lauterbach zu Corona-Impfen: Erstimpfungen mit Biontech und Moderna forcieren

Die Daten würden klar für eine neue Impfstrategie sprechen, meinte der 58-jährige Kölner nun. „Obwohl es nicht durch Zulassung abgedeckt ist, wäre es pragmatisch mutig die beste Strategie, mit BionTech und Moderna 12 Wochen fast nur Erstimpfungen zu machen“, schrieb Lauterbach weiter: „Wir könnten bis Ende Juni ALLE Impfwilligen mit einer Erstimpfung versehen. Todesfälle wären ab dann vermieden.“

Video: Lauterbach benennt EU-Impfversagen deutlich

Am Dienstag (30. März) hatte das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Überwachung der Impfstoffe zuständig ist, empfohlen, Astrazeneca nicht mehr an Unter-60-Jährige verimpfen zu lassen. Einzelne Todesfälle mit Hirnvenenthrombosen hatten zuvor zugenommen. Unter anderem war ein erst 36-jähriger Mann aus dem Kreis Kleve nach einer Corona-Impfung mit Astrazeneca gestorben, das Uniklinikum Essen (NRW) verwies auf „Thrombose-Komplikationen“. (pm)

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