Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca steht auf einem Tisch in einer Apotheke
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Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca

Schutz vor einem schweren Verlauf

Astrazeneca-Impfstoff: Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Zulassung – alle Infos zum Corona-Vakzin

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent gegen schwere Verläufe von COVID-19 bieten. Er kam Ende Januar 2021 als erster Vektor-Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt.

Cambridge / Södertälje – Im April 2020 schloss der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca einen Vertrag mit der Oxford University über die Exklusivrechte für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus. Ende November 2020 verkündete das Unternehmen den erfolgreichen Abschluss der Testungen. Das Mittel erhielt Ende Januar 2021 die EU-Zulassung und wird seitdem unter anderem in Deutschland verimpft.

Astrazeneca: Wer ist der Corona-Impfstoff-Hersteller?

AstraZeneca ging im Jahr 1999 aus dem schwedische Pharmakonzern Astra AB und dem britischen Zeneca PLC hervor. Der Hauptsitz befindet sich in Cambridge, die Produktion – auch die des Corona-Impfstoffes – im schwedischen Södertälje. Mit einem Umsatz von 26,6 Milliarden US-Dollar war AstraZeneca im Jahr 2019 einer der größten Arzneimittelhersteller weltweit.

Mit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 spendete das Unternehmen neun Millionen Gesichtsmasken an internationale Gesundheitsorganisationen und errichtete Labors für die Aufstockung der Testkapazitäten.

Astrazeneca: Um welche Art von Impfstoff handelt es sich?

Der Astrazeneca-Impfstoff trägt offiziell die Bezeichnung AZD1222 oder ChAdOx1 nCoV-19. Es handelt sich um einen Vektorimpfstoff, der auf Adenoviren von Schimpansen basiert.

Dieses Erkältungsvirus wurde für den Corona-Impfstoff so verändert, dass es sich im menschlichen Körper nicht vermehren kann und folglich als harmlos gilt. Ihm wurde jedoch genetisches Material zur Bildung des Spike-Proteins hinzugefügt, mit dem das Coronavirus an menschliche Zellen andockt. Mit seinem Einbringen in den Körper sollen sich spezifische Antikörper und T-Zellen für die Immunabwehr bilden und ihn so auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 vorbereiten.

Astrazeneca: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca bietet laut Hersteller eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent gegen schwere Verläufe. Das bedeutet nicht, dass nur sieben von zehn Geimpften geschützt sind, sondern ein um 70 Prozent geringeres Risiko, an COVID-19 zu erkranken.

Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfdosen notwendig. Der Schutz könne sich laut einer Studie der Oxford University und der University of Siena durch einen längeren Abstand zwischen beiden Impfdosen auf bis zu 82 Prozent erhöhen.

Der Impfstoff von Astrazeneca gilt als wirksam und sicher. Nach Verimpfung können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Schmerzen und Druckgefühle an der Einstichstelle
  • Unwohlsein
  • Übelkeit
  • Müdigkeit
  • Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • leichtes Fieber

Die Nebenwirkungen treten laut EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) häufig und damit bei mehr als einer von zehn Personen auf.

Nach Fällen von schweren Blutgerinnseln und einem bislang ungeklärten Todesfall nach einer Impfung mit AZD1222 setzten mehrere Länder, etwa Dänemark, Italien, Norwegen, Österreich, Island, Estland, Lettland und Litauen sowie Luxemburg und Deutschland, die Verabreichung vorübergehend aus. Am 12. März 2021 wurde außerdem bekannt, dass der Corona-Impfstoff von Astrazeneca im Verdacht stehe, Allergien auszulösen. Abschließende Untersuchungen stehen noch aus (Stand: 13. März 2021).

Astrazeneca: Verfügbarkeit und Preis in der EU

Astrazeneca kündigte im Januar 2021 an, weniger Corona-Impfstoff als vorgesehen an die Europäische Union auszuliefern. Es kam in der Folge zu Klageandrohungen und der Forderung seitens der EU, Nachweise über den Verbleib des von der Union bestellten und bezahlten Impfstoffs zu erbringen.

Astrazeneca verpflichtete sich daraufhin, bis Ende März 2021 40 Millionen Impfdosen an die EU zu liefern. Das ist die Hälfte der zunächst vereinbarten Menge. Insgesamt wurden 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen geordert. Grund für die Verzögerung seien, so der Pharmakonzern, Betriebsausfälle in einem Werk in Belgien.

Bei dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca handelt es sich um ein vergleichsweise günstiges Vakzin: Eine Dosis hat einen Preis von 1,78 Euro. Der Wirkstoff hat ungeöffnet bei Kühlschranktemperatur eine Haltbarkeit von sechs Monaten.

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