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Neue Astrazeneca-Erkenntnisse: Forschende stellen möglichen Grund für gefährliche Hirnvenenthrombosen fest

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Von: Luisa Billmayer

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Blutgerinnsel hat Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca: Wie kommt es dazu?
Blutgerinnsel hat Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca: Wie kommt es dazu? © Serhii Hudak via imago images

Vaxzevria - der Impfstoff von Astrazeneca steht in der Kritik, weil er in seltenen Fällen zu Blutgerinnseln führen kann. Eine Forschungsgruppe scheint nun eine Erklärung für die Nebenwirkung zu haben.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca gilt an sich als wirksam und auch als sicher. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt auf seiner Informationswebsite Zusammen gegen Corona, dass das Vakzin eine Wirksamkeit von 90 Prozent vorweist. Weil das Paul-Ehrlich-Institut von Fällen von Hirnvenenthrombosen berichtete, die im Zusammenhang mit der Impfung standen, wurden in Deutschland zwischenzeitlich keine Astrazeneca-Dosen mehr verimpft. Seit 1. April 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung mit dem Vakzin nur noch für über 60-Jährige.

Astrazeneca: Forschungsteam hat Idee, wie es zu Hirnvenenthrombosen kam

Eine internationale Forschungsgruppe will nun herausgefunden haben, warum es zu der Nebenwirkung kommen kann. Ein Team bestehend aus Forschenden der Cardiff University und der Arizona State University haben zusammen mit Astrazeneca daran gearbeitet, wie es in einer Mittelung der Cardiff University heißt.

Die Ergebnisse der Untersuchung deuten an, dass es an den verwendeten Botenstoffen liegt. Bei Vektorimpfstoffe, wie jene von Astrazeneca und Johnsohn & Johnson, wird ein anderes, harmlos-gemachtes Virus als Bote verwendet. Dieser Bote wird als viraler Vektor bezeichnet. Beide Impfstoffe bestehen aus veränderten Adenoviren, die das Erbgut der Coronaviren transportieren. Das Immunsystem kann dadurch Antikörper gegen das Coronavirus aufbauen.

Das Forschungsteam stellte nun aber fest, dass der verwendete Botenstoff zu den gefährlichen Hirnvenenthrombosen führen könnte. Das Adenovirus kann in den Blutkreislauf gelangen und sich dort an ein Protein aus der Gruppe der Chemokine binden: an den Plättchenfaktor 4.

Astrazeneca: Führen die viralen Vektoren zu Blutgerinnseln?

Wenn das passiert, vermuten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, könnte das Immunsystem diese Verbindung als fremd identifizieren. Daraufhin könnten sich Antikörper gegen den Plättchenfaktor 4 bilden. Diese binden sich an das Protein, ballen sich zusammen und lösen bei „einer sehr kleinen Anzahl von Menschen“ nach der Impfung Blutgerinnsel aus, wie es in der Pressemitteilung heißt. Diese Reaktion wird als impfstoffinduzierte immunthrombotische Thrombozytopenie (VITT) bezeichnet.

Das Team hofft, dass die Studienergebnisse, die in wissenschaftlichen Fachzeitschrift Science Advances erschienen sind, dabei helfen, das Vakzin zu optimieren und sicherer zu machen.

„Mit einem besseren Verständnis des Mechanismus, durch den Plättchenfaktor 4 und Adenoviren interagieren, besteht die Möglichkeit, das Kapsid oder die äußere Hülle des Impfstoffs so zu gestalten, dass diese Interaktion verhindert wird. Die Modifizierung von ChAdOx1 (Astrazeneca-Impfstoff, Anm. der Redaktion) zur Verringerung der Elektronegativität könnte das Risiko einer Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom verringern“, so Alexander Baker, der neben über 20 weiteren Personen an der Studie mitgearbeitet hat. (lb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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