Zusammenhang nicht geklärt

Pflegerin stirbt eine Woche nach AstraZeneca-Impfung: „Können Zusammenhang weder bestätigen noch ausschließen“

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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In Norwegen ist eine zweite Person wenige Tage nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben. Die Todesursache steht fest - dennoch ist eine wichtige Frage nicht geklärt.

München - Ist der AstraZeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus* wirklich eine Gefahr für die Gesundheit? Dafür gibt es nach wie vor keinerlei Beweise. Aber diverse Meldungen von Erkrankungen, die nach einer Injektion des Vakzins* auftraten, sorgen in Europa für Aufruhr.

Mittlerweile hat auch Deutschland* die Verabreichung des Wirkstoffes des schwedisch-britischen Konzerns ausgesetzt. Norwegen* ging diesen Schritt schon einige Tage früher. Das skandinavische Land verbreitet nun eine Schreckensnachricht, die dem Ansehen von AstraZeneca weiter schaden könnte. So ist laut der Gesundheitsbehörde eine Pflegerin einer Gehirnblutung erlegen - sie hatte den Impfstoff verabreicht bekommen. Ob dies das offizielle Ergebnis der Obduktion ist, blieb zunächst unklar.

Tod nach AstraZeneca-Impfung: Zusammenhang kann weder bestätigt noch ausgeschlossen werden

Zwar betonte Steinar Madsen, medizinischer Leiter der norwegischen Gesundheitsbehörde: „Wir können weder bestätigen noch ausschließen, dass dieser Fall etwas mit dem Vakzin zu tun hat.“ Doch dem Image des von Anfang an besonders kritisch beäugten AstraZeneca-Impfstoffs hilft diese Tragödie natürlich nicht auf die Sprünge.

Die nun verstorbene Frau - nach Angaben der Gesundheitsbehörde zuvor „bei bester Gesundheit“ - war am Donnerstag in ein Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem bei ihr Blutgerinnsel, Blutungen und ungewöhnlich niedrige Werte von Blutplättchen im Blut festgestellt worden waren. Die gleichen Symptome zeigten zwei weitere Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die ebenfalls in Kliniken kamen.

Für die Öffentlichkeit so etwas wie das schwarze Schaf unter den Corona-Impfstoffen: AstraZeneca taucht immer wieder im Zusammenhang mit Schreckensmeldungen auf.

Tod nach AstraZeneca-Impfung: Eine Woche nach Verabreichung erfolgte Klinik-Einweisung

Alle drei hatten bereits die erste Dosis AstraZeneca verimpft bekommen, keiner von ihnen hatte bereits seinen 50. Geburtstag erreicht. Bei dem Todesopfer vergingen zwischen Verabreichung der Spritze und Krankenhaus-Einweisung eine Woche. Immerhin sei der Zustand der beiden anderen Personen stabil.

Bereits am Freitag war eine Angestellte des Gesundheitswesens gestorben. Die Mittdreißigerin war zehn Tage zuvor mit dem AstraZeneca-Vakzin behandelt worden. In Italien hatten drei Soldaten ihr Leben verloren* - auch ihnen war der in Verruf geratene Impfstoff gespritzt worden. In diesen Fällen wird ebenfalls über einen direkten Zusammenhang spekuliert.

Tod nach AstraZeneca-Impfung: Experten nehmen Vakzin in Schutz

Einige Eperten bemühen sich derweil, der voreiligen Verurteilung entgegenzuwirken. So erklärte Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“: „Unter dem Strich ist es leider so, dass dieser eigentlich gute und wirksame Impfstoff durch den Wirbel und die Impf-Aussetzung in vielen Ländern nicht gerade eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnt.“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach kritisierte bei Merkur.de den Schritt der Aussetzung: „Jetzt haben wir einen erheblichen Vertrauensverlust.“ Zudem warnte der Epidemiologe: „Unsere Impf-Strategie fällt in sich zusammen*, wenn der Impfstoff nicht wiederverwendet werden würde.“ Er gehe jedoch davon aus, dass AstraZeneca in Deutschland schon bald wieder verimpft werde. (mg) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Victoria Jones/dpa

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