Coronavirus - Impfstoff von Astrazeneca
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Der Astrazeneca-Impfstoff sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. (Symbolbild)

Vakzin stand lange in der Kritik

Nach Schlagzeilen und Verunsicherung: Astrazeneca-Impfstoff sorgt offenbar auch für „Kummer“ bei Angestellten

Der Astrazeneca-Impfstoff sorgt seit Wochen für Schlagzeilen und für Verunsicherung in der Bevölkerung. Doch auch Angestellte des Herstellers haben offenbar viel Kummer erlebt.

München - Es war eine beruhigende Nachricht, die im Dezember 2020 um die Welt gegangen war, das Impfen gegen das Coronavirus kann endlich beginnen. Auch Deutschland hatte mit der Impf-Kampagne zügig gestartet, doch seitdem hat sich vor allem der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca als Schlagzeilen-Magnet erwiesen. Nachdem mehrere schwere Nebenwirkungen und sogar Todesfälle nach einer Verabreichung des Vakzins verzeichnet worden waren, erklärt nun offenbar ein Mitarbeiter des Herstellers, wie groß der Leidensdruck auch unter den Angestellten gewesen sei.

Astrazeneca-Impfstoff in der Kritik - Vakzin sorgte europaweit für Schlagzeilen

Nachdem ein erster Todesfall, Tage nach einer Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca, Schlagzeilen machte, ahnte vermutlich noch niemand, welche Ausmaße eine Diskussion rund um mögliche Nebenwirkungen noch annehmen würde. Nachdem mehrere Fälle von schweren Thrombosen, und auch einige Todesfälle, verzeichnet worden waren, kündigte die EMA eine erste Prüfung an. Und auch in Deutschland wurde die Verabreichung des Impfstoffs kurzfristig gestoppt. Nur um kurz darauf wieder aufgenommen zu werden, zu groß sei der durch die EMA festgestellte Nutzen durch die Verabreichung des Impfstoffs.

Einige schwere Thrombose-Fälle später unterzog die EMA den Impfstoff erneut einer Prüfung, diesmal zog auch Deutschland Konsequenzen. Bis zum 10. April wurden allein in Deutschland 42 Fälle registriert, acht Patienten starben nach der Verabreichung. Das berichtet der Business-Insider unter Berufung auf die EMA. Nach der erneuten Beratschlagung erklärten Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz: Der Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca wird nun planmäßig nur noch Menschen über 60 Jahren verabreicht, jüngere Personen können das Vakzin nur noch auf ausdrücklichen Wunsch und nach einer medizinischen Beratung erhalten.

Astrazeneca-Impfstoff: Forscher finden Ursache für Thrombosen - Angestellte zeigen sich entsetzt

Und tatsächlich: Forschern aus Deutschland gelang es, einen Zusammenhang zwischen der Verabreichung des Vakzins und den schweren Thrombose-Fällen herzustellen. Doch der Image-Schaden für das Vakzin war zu diesem Zeitpunkt bereits eingetreten, Lieferengpässe und Diskussionen über die Wirksamkeit des Impfstoffs bei verschiedenen Altersgruppen sorgten erneut für Schlagzeilen.

Während das Astrazeneca-Vakzin in Deutschland für Verunsicherung in der Bevölkerung gesorgt hatte und vor allem Politiker und Ärzte um das Ansehen des Impfstoffs und vor allem dessen Wirksamkeit gekämpft hatten, dürften auch die Mitarbeiter des Herstellers unter den Schlagzeilen gelitten haben. Wie nun nämlich der Business-Insider unter Berufung auf Bloomberg berichtet, soll ein Angestellter auf die Frage, ob er den Impfstoff-Aufwand noch einmal auf sich nehmen würde, geantwortet haben: „Nicht in einer Million Jahren. Alles, was wir erlebt haben, ist Kummer.“ Viele von den Angestellten des Herstellers seien über das Ausmaß der Kritik zutiefst erschüttert.

Ein Unterstützer des Impfstoffs ist ohne Zweifel Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Der 58-Jährige ließ sich erst vor Kurzem mit dem Vakzin impfen, kurz darauf bemerkte er leichte Nebenwirkungen. Und auch der Impfstoff des Herstellers Johnson und Johnson muss sich aktuell einer Prüfung unterziehen, auch bei diesem Vakzin wurden einzelne schwere Nebenwirkungen registriert.

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