SPD-Gesundheitsexperte

Nach Astrazeneca-Impfung: Lauterbach beschreibt Nebenwirkungen - „Habe das auf eigene Kappe genommen“

  • Fabian Müller
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Karl Lauterbach hat sich im Rahmen seiner Tätigkeit im Impfzentrum Leverkusen mit Astrazeneca impfen lassen. Nun berichtet der Experte von Nebenwirkungen.

Update vom 8. April, 20.45 Uhr: Am Mittwoch bestätigte Karl Lauterbach, dass er sich am Dienstag gegen das Coronavirus habe impfen lassen.* Dabei habe der 58-Jährige das Vakzin des Herstellers Astrazeneca verabreicht bekommen. Im Gespräch mit Bild bestätigt der Gesundheitsexperte nun Nebenwirkungen nach der Impfung. „Ich habe den Impfstoff gut vertragen. Es hat ein bisschen Fieber und Schüttelfrost gegeben, aber das ist ja zu erwarten“, so Lauterbach.

Obwohl das Vakzin mittlerweile überwiegend Menschen über 60 Jahren verimpft wird, jüngere Personen den Impfstoff lediglich auf eigenen Wunsch wählen können, hatte sich Lauterbach für das Astrazeneca-Vakzin entschieden. „Ich bin zwar noch keine 60, aber ich habe das auf meine eigene Kappe genommen. Der Impfstoff ist definitiv ein sehr guter Impfstoff. Es ist kein Impfstoff zweiter Klasse, er wirkt sehr zuverlässig“.

Lauterbach mit Astrazeneca geimpft: Corona-Experte fürchtet viele Mutationen und weitere „Impfwellen“

Ursprungsmeldung vom 8. April: Berlin - Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen Corona impfen lassen. Das gab der 58-Jährige am Mittwochabend via Twitter bekannt. „Astrazeneca Impfstoff ist heute leider erneut in Schlagzeilen. Wahr ist: es ist ein hochwirksamer Impfstoff, schwere Nebenwirkungen sind sehr rar“, schrieb Lauterbach. Der Leiter des Impfzentrums in Leverkusen und er hätten am Dienstag zahlreiche Dosen des Mittels verabreicht. „Selbstverständlich habe ich ihn auch genommen.“ Dazu postete Lauterbach zwei Fotos, auf einem davon ist er bei seiner eigenen Impfung zu sehen.

Bereits am Dienstag schrieb Lauterbach bei Twitter, dass er den ganzen Tag im Impfzentrum Leverkusen gearbeitet habe. Eine solche Hilfsaktion hatte Lauterbach Mitte Februar kurzfristig abgesagt - aus Sorge vor Protesten. „Polizei und Sicherheitsbehörden sahen Gefährdung“, twitterte Lauterbach damals. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte der SPD-Politiker angekündigt, sich das Astrazeneca-Präparat spritzen lassen zu wollen.

Lauterbach mit Astrazeneca gegen Corona geimpft: SPD-Gesundheitsexperte verteidigt Astrazeneca

Am Mittwochnachmittag äußerte sich Lauterbach außerdem via Instagram über den Corona-Impfstoff, mögliche weitere Mutationen und eine Strategie gegen das Virus. Dabei verteidigte der Gesundheitsexperte Astrazeneca: „Den Impfstoff nicht zu benutzen, wäre komplett töricht“, sagte er, denn: Die Folgen einer Corona-Erkrankung seien deutlich schwerwiegender. Rund 1000 Mal höher bezifferte der Politiker die Wahrscheinlichkeit bei einer Infektion mit dem Virus für Tod oder schwerste Nebenwirkungen.

Etwaige Unsicherheiten könne er nachvollziehen, vor allem bei denjenigen, die unter 60 Jahren alt sind und eine erste Dosis Astrazeneca bereits erhalten hätten, so Lauterbach. Die Strategie, diesen Personen bei der Zweitimpfung einen anderen Impfstoff zu geben, nennt der Politiker „plausibel“. Ob das eine gute Herangehensweise ist, wisse man nicht. Aus seiner Erfahrung könne er aber sagen: problematisch sei vor allem die Erstimpfung gewesen, weniger die zweite. Aktuell liefen dazu Studien. Mit einem Ergebnis rechnet Lauterbach in zwei bis drei Wochen.

Lauterbach mit Astrazeneca geimpft: SPD-Politiker spricht von weiteren „Impfwellen“

Über mögliche weitere Varianten des Coronavirus sagte Lauterbach: „Im Labor zeigen sich noch sehr viele Mutationen, die da noch kommen könnten“ und für die bislang kein Impfstoff vorhanden sei. Künftig müsse man sich immer wieder auf „Impfwellen“ einstellen, das Virus werde nicht so schnell verschwinden. Um die Neuinfektionszahlen jetzt schnell zu senken, brachte Lauterbach eine Ausgangssperre ab 20 Uhr sowie eine flächendeckende Testpflicht in Schulen und Betrieben ins Gespräch. (fmü/dpa)*24rhein.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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