Kreis Euskirchen

Todesfall und Erkrankung nach Astrazeneca-Impfung in NRW: Landkreis setzt Impfungen aus

Noch ist ein Zusammenhang unklar. Nach dem Tod einer 47-Jährigen und der Erkrankung einer 28-Jährigen, wurde die Astrazeneca-Impfung im Kreis Euskirchen (NRW) für Frauen unter 55 gestoppt.

Update vom 29. März, 16.50 Uhr: Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen hat am Montag die Corona-Impfung von Frauen unter 55 mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorläufig gestoppt. Nachdem eine geimpfte Frau (47) vergangene Woche gestorben war, sei dem Kreis nun der Verdacht auf „eine schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Impfung mit Astrazeneca gemeldet worden. Beide hatten laut Kreis eine Sinusvenenthrombose erlitten. Die 28 Jahre alte Patientin sei in einem stabilen Zustand und werde in einer Spezialklinik versorgt, so der Kreis in einer Mitteilung.

„Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einer endgültigen Bewertung gekommen sind“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Zuvor seien Rückfragen bei den übergeordneten Behörden damit beantwortet worden, dass das Paul-Ehrlich-Institut „die Vorgänge gewissenhaft prüfe, eine abschließende Stellungnahme jedoch nicht erfolgen könne“, so der Kreis. Landrat Markus Ramers (SPD) habe mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und seinem Staatssekretär telefoniert, „die sich persönlich für eine zeitnahe, abschließende Klärung durch die Fachleute einsetzen.“

Die Impfungen mit Astrazeneca für Männer sowie für Frauen über 55 gehen wie geplant weiter, ebenso wie die Impfungen mit dem Biontech-Vakzin.

Euskirchen (NRW) - Todesfall nach Astrazeneca-Impfung

Erstmeldung vom 28. März: Kreis Euskirchen - Es ist ein weiterer tragischer Todesfall nach einer Corona-Impfung mit Astrazeneca. Den Tod einer 47-jährigen Frau aus dem Kreis Euskirchen bestätigte der Kreis am Samstag (28. März) auf seiner Facebookseite.

„Dem Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen wurde gestern ein entsprechender Verdacht nach der Impfung der Frau mit dem ‚COVID-19 Vaccine AstraZeneca‘ angezeigt“, teilt der Kreis Euskirchen auf Facebook. „Das Gesundheitsamt hat sofort Ermittlungen eingeleitet und die zuständigen Landes- und Bundesbehörden informiert.“

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gehe dem Verdacht nach und untersuche aktuell, ob der Tod der Frau auf Nebenwirkungen einer Astrazeneca-Impfung zurückzuführen ist.

Euskirchen (NRW) - Todesfall nach Astrazeneca-Impfung: Ermittlungen eingeleitet

Nach ersten Ergebnissen sei Impfstopp für die betroffene Impfcharge nicht erforderlich. Der angezeigte Impfschaden deute nicht auf eine Verunreinigung oder fehlerhafte Zusammensetzung des Impfstoffs hin, berichtet der Kölner Stadtanzeiger und bezieht sich auf eine Pressemitteilung des Kreises. Die Impfungen in Marmagen erfolgen weiter.

Die Frau sei im Umfeld ihres Berufes im medizinischen Umfeld bereits geimpft worden, sagte Landrat Markus Ramers bei Radio Euskirchen. „Nachdem sich bei ihr Komplikationen einstellten, äußerten Mediziner am Freitag den Verdacht, es könne sich um einen der sehr seltenen aber bekannten Fälle von Hirnvenenthrombose handeln“, erklärte Ramers im Radio. Der Todesfall war am Samstag bekannt geworden.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 16 Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) im Gehirn nach einer Impfung mit Astrazeneca bekannt. In den meisten Fällen waren Frauen jünger als 55 Jahre betroffen. Drei Patienten starben. Die Symptome traten etwa vier bis 16 Tage nach einer Astrazeneca-Impfung auf.

Nach einem vorsorglichen Impfstopp in Deutschland sprach sich die Europäische Arzneimittelagentur EMA für den Impfstoff von Astrazeneca aus. Die EMA bekräftigte die Sicherheit des Impfstoffes und kündigte an, dass eine extra Warnung vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen hinzugefügt werde. Die oberste Impfbehörde in Deutschland - das PEI - folgte der Empfehlung. Der Nutzen der Impfung überwiegt angesichts der Schwere einer Covid-19-Infektion.

Bei folgenden Symptomen rät die EMA sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie mehr als drei Tage nach der Impfung auftreten:

  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzen in der Brust oder im Magen
  • Schwellung oder Kältegefühl in einem Arm oder Bein
  • schweren oder sich verschlechternden Kopfschmerzen oder verschwommener Sicht
  • anhaltenden Blutungen
  • vielen kleinen blauen Flecken, rötlichen oder lilafarbenen Punkten oder Blutblasen unter der Haut

Nach Todesfall in Rostock: Uniklinik setzt Impfung für Risikogruppen aus

Die Unimedizin Rostock setzt nach einem Todesfall Astrazeneca-Impfungen für bestimmte Personengruppen aus. Bei Menschen mit Bluthochdruck oder Übergewicht sowie bei Frauen, die die Pille nehmen, solle der Astrazeneca-Impfstoff sicherheitshalber ausgesetzt werden, teilte die Uniklinik am Freitag (26. März) mit. Die Klinik hält den Impfstoff nach eigenen Angaben für sehr sicher und habe schon etwa 1.000 Mitarbeiter und Patienten geimpft. Am Mittwoch war eine Krankenschwester (49) zwölf Tage nach einer Astrazeneca-Impfung gestorben.

In Österreich hatte der Tod einer Krankenschwester (49) Anfang März für Schlagzeilen gesorgt. Eine 35-jährige Kollegin entwickelte nach einer Astrazeneca-Impfung eine Lungenembolie. Österreich stoppte daraufhin zur Sicherheit die weitere Verimpfung der betroffenen Charge. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/imago

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