Vorfall wird weiter untersucht

Tod einer Krankenschwester in Österreich: Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfung bestätigt - „Ist sehr selten“

Der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca steht seit Wochen in der Kritik, eine Krankenschwester in Österreich war nach der Verabreichung verstorben. Nun gibt es offenbar einen Zusammenhang.

Wien - Das Coronavirus* sorgt seit rund einem Jahr für Verunsicherung in der ganzen Welt. Die Ende des Jahres 2020 zugelassenen Impfstoffe könnten nun den Weg aus der Pandemie ebnen. Während die Impf-Strategie* in Deutschland eher schleppend verläuft, sorgte in den vergangenen Wochen das Vakzin des Herstellers Astrazeneca für Verunsicherung in der Bevölkerung. Nachdem mehrere Personen nach der Astrazeneca-Impfung schwere Nebenwirkungen erlitten hatten, gar Todesfälle publik wurden, herrscht nun Gewissheit. Auslöser für den Tod einer Krankenschwester in Österreich ist offenbar tatsächlich das Astrazeneca-Vakzin.

Corona in Österreich: Nach Tod von Krankenschwester - Zusammenhang mit Impfung nun bestätigt

Es waren beunruhigende Nachrichten, die Anfang März aus Österreich die Runde machten. Wie das ORF unter Berufung auf das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen berichtet hatte, ereigneten sich im Landesklinikum Zwettl gleich zwei kritische Fälle nach der Corona-Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca. Bei den beiden Frauen handelte es sich um zwei Krankenschwestern, beide erhielten ihre Impfung aus derselben Charge des Impfstoffs. Während eine 49-jährige Krankenschwester zehn Tage nach der Impfung gestorben war, hatte ihre 35 Jahre alte Kollegin aus dem Landesklinikum Zwettl mit einer Lungenembolie zu kämpfen.

Obwohl ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und der vorangegangen Impfung mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca zunächst nicht bestätigt werden konnte, stoppte Österreich zunächst die Ausgabe der betroffenen Charge. Doch nun herrscht offenbar Gewissheit: Wie NÖN unter Berufung auf das Wiener AKH berichtet, kamen Experten offenbar zu der gleichen Erkenntnis wie die Forscher aus Greifswald. „Da kamen uns die Deutschen zuvor“, zitiert NÖN eine namentlich nicht genannte Quelle aus dem Wiener AKH. Die Forscher hatten am Freitag einen Zusammenhang zwischen einer Impfung mit dem Astrazeneca-Vakzin und den schweren Hirnthrombosen bestätigt.

Wie der NDR am Freitag, 19. März, berichtet hatte, machten die Forscher tatsächlich eine bahnbrechende Entdeckung. Demnach löse der Impfstoff bei einigen Menschen „einen Abwehrmechanismus“ aus. Durch die Verabreichung „aktiviere“ der Impfstoff die Blutplättchen, sogenannte Thrombozyten. Dieser Vorgang erfolge normalerweise nur bei einer Wundheilung, wenn das Blut gerinnt. Dadurch werde normal eine Wunde verschlossen.

Durch den Astrazeneca-Impfstoff könne jedoch genau dieser Mechanismus ausgelöst werden, ein Blutgerinnsel sei die Folge. Offenbar überwiegend im Gehirn. Welche Personengruppen von dem Vorgang besonders betroffen sind, oder ob es sich bei den Thrombosen um Zufalls-Vorgänge handelt, ist bislang nicht öffentlich kommuniziert worden. Allerdings deutete Jens Spahn bereits am Freitag bei einer Pressekonferenz ein Impf-Privileg für Frauen an, welche die Anti-Baby-Pille* zu sich nehmen.

Corona in Österreich: Forscher aus Deutschland liefern Lösung - Obduktionsergebnisse stehen jedoch noch aus

Für die Forschung hatten die Mediziner aus Greifswald auch Zugriff auf die Blutproben der verstorbenen Krankenschwester aus Österreich. „Die Ursache dürfte so stimmen“, bestätigte Karin Fehringer, die Sprecherin des AKH, gegenüber Krone.at. Trotzdem solle eine Untersuchung durch unabhängige Experten den Fall weiter untersuchen, die Ergebnisse der Obduktion würden ebenfalls noch einige Wochen dauern.

Erst am Donnerstag, 18. März, hatte die EMA für den Wirkstoff grünes Licht gegeben. Zuvor war ein Zusammenhang zwischen der Impfung und den schweren Nebenwirkungen untersucht worden. „Dieses Ereignis ist sehr, sehr selten und wird nur bei ganz wenigen Patienten vorkommen“, beruhigte die Expertin Sabine Eichinger von der MedUni Wien im Gespräch mit dem ORF. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Emrah Gurel/dpa

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