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Forscher sichten „unheimliches“ Weltall-Objekt nahe der Erde: „Gibt nichts am Himmel, was so etwas tut“

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Von: Tom Offinger

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Bei einer gewöhnlichen Forschungsreihe entdecken Astrophysiker ein unbekanntes Objekt im Weltraum. Dieses war zuvor nur in der Theorie diskutiert worden.

Perth/München - Das Universum und die unendlichen Weiten des Weltraums werden noch längere Zeit ein großes Mysterium bleiben. Obwohl die Menschheit und die Astronomie in den vergangenen Jahrzehnten ihre Forschungen immer weiter nach vorne treiben konnten, tauchen in regelmäßigen Abständen immer wieder Gegenstände und Phänomene auf, die sich kaum erklären lassen. Ein australisches Forscherteam stieß jüngst auf einen unbekannten Himmelskörper, der bislang nur in der Theorie existierte.

Mysteriöser Himmelskörper: Australische Forscher überrascht von Entdeckung

Die Forscher des International Centre for Radio Astronomy Research (ICRAR) im australischen Perth staunten nicht schlecht, als sie bei dem Versuch Radiowellen zu kartieren, auf ein mysteriöses Objekt im Weltraum stießen. „Das Objekt tauchte während unserer Beobachtungen innerhalb mehrerer Stunden auf und verschwand wieder“, wird die leitende Astrophysikerin Dr. Natasha Hurley-Walker in einer Pressemitteilung des ICRAR zitiert. Das Objekt sendete dreimal pro Stunde gigantische Energiestöße aus und war in dieser Zeit eine der hellsten Radioquellen am Himmel.

Nach einer ersten Vermutung glauben die Forscher, dass es sich bei dem Objekt um einen Neutronenstern oder einen weißen Zwerg - im Fachjargon ein kleiner, sehr kompakter alter Stern - handeln könnte. „Das war völlig unerwartet“, führt Hurley-Walker weiter aus. „Für einen Astronomen war es irgendwie unheimlich, denn es gibt nichts am Himmel, was so etwas tut.“ Mit einer Distanz von knapp 4000 Lichtjahren sei der geheimnisvolle Himmelskörper auch nicht weit von der Erde entfernt: „Es ist quasi in unserem galaktischen Hinterhof“, so Hurley-Walker stolz.

„Es ist aufregend, dass sich die Quelle, die ich vergangenes Jahr entdeckt habe, als so besonderes Objekt herausgestellt hat“, berichtet Student Tyrone O‘Doherty, der das Objekt mit Hilfe des Murchison Widefield Array (MWA) Teleskops entdecken konnte. Körper oder Objekte die sich selbst „an- und ausschalten“, sind nichts Ungewöhnliches und werden als „transient“ bezeichnet. „Wenn man transients untersucht, beobachtet man den Tod eines riesigen Sterns oder die Aktivität eines Überrests“, erklärt die ebenfalls beteiligte Astrophysikerin Dr. Gemma Anderson.

Mysteriöse Entdeckung: Objekt gibt Forschern Rätsel auf

Zwar sei es normal, auf Objekte zu stoßen, die langsam („slow transient“) oder schnell („fast transient“) ihre Helligkeit verändern, aber auf etwas zu stoßen, das sich für eine Minute „anschalte“, sei in Andersons Augen doch sehr seltsam. Allgemein sei das unbekannte Objekt unglaublich hell und kleiner als die Sonne, führt sie weiter aus. Die Forscher gehen zudem davon aus, dass ein starkes Magnetfeld vorhanden sein muss, da das Objekt stark polarisierte Radiowellen ausstrahlte.

Sicher ist hingegen, dass es sich bei dem Fund um eine noch nie dagewesene Entdeckung handelt. Laut Hurley-Walker stimmen die Beobachtungen mit einem bisher nur theoretisch vorhergesagten astrophysischen Objekt überein, einem ultra-langperiodischen Magnetar. „Es handelt sich dabei um eine Art langsam rotierenden Neutronenstern, dessen Existenz theoretisch vorhergesagt wurde“, meint die Forscherin. Dennoch habe niemand erwartet, ein solches Objekt zu entdecken. Auch seine Fähigkeit magnetische Energie viel effektiver in Radiowellen umzuwandeln, übersteige alles was die Forscher bisher gesehen hätten, berichtet Hurley-Walker.

Australier wollen Objekt weiter untersuchen

Das Objekt wird nun weiter beobachtet, ein weiteres Einschalten soll nicht verpasst werden. Für den Fall der Fällen gebe es auf der südlichen Erdhalbkugel und sogar im Erdorbit zahlreiche Teleskope, die direkt dorthin blicken könnten, versichert Hurley-Walker. Außerdem soll das Archiv des MWA-Teleskops nach Hinweisen untersucht werden. „Weitere Entdeckungen könnten Astronomen Aufschluss darüber geben, ob es sich dabei um ein seltenes, einmaliges Auftreten gehandelt hat oder um eine gewaltige neue Population, die wir bislang noch nicht entdeckt haben“, glaubt Hurley-Walker zuversichtlich.

Forscher warnen zudem aktuell vor einem Sonnensturm, dessen Auswirkungen wir auch auf der Erde spüren könnten. (to)

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