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Demonstranten des islamkritischen Bündnisses Thügida protestierten in Suhl, im Hintergrund stehen Gegendemonstranten.

Nach Krawallen

Suhl: 650 Asylgegner demonstrieren vor Unterkunft

Suhl - Nach den Krawallen in einer Asylbewerberunterkunft im thüringischen Suhl mit 17 Verletzten haben 650 Anhänger eines Pegida-Ablegers vor Ort demonstriert.

Nach Polizeiangaben demonstrierten am Donnerstagabend rund 650 Sympathisanten der Thügida, einem Ableger der anti-islamischen Pegida, in Suhl. Auf der von Rechten unterstützten Kundgebung wurde die Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung gefordert. In drei Fällen ermittelt die Polizei wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beziehungsweise Verstößen gegen das Waffengesetz. Die Zahl der Gegendemonstranten bezifferte die Polizei auf 75.

Unterdessen laufen die polizeilichen Ermittlungen nach den religiös motivierten Ausschreitungen vom Mittwochabend auf Hochtouren. Eine aus zwölf Beamten gebildete Sonderarbeitsgruppe der Polizei wertet Spuren und Beweismittel aus und vernimmt weiter Zeugen, wie ein Sprecher der Polizeiinspektion Suhl am Freitag sagte. Es gebe bisher "relativ sichere" Erkenntnisse zu einem konkreten Tatverdächtigen. Weitere Details nannte der Sprecher nicht.

Ein Heimbewohner soll einige Seiten aus einem Koran herausgerissen haben und deswegen von anderen Flüchtlingen attackiert worden sein. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen Landfriedensbruchs.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) reagierte empört auf die Vorfälle in Suhl. Menschen, die in Deutschland Schutz suchten, "haben sich an deutsches Recht und Gesetz zu halten", sagte er am Donnerstagabend in Berlin. Gegen Asylbewerber, die Gewalt anwendeten, egal ob gegen Polizisten oder gegen Andere, müsse "hart vorgegangen" werden.

afp

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