Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen im Kreis Höxter (NRW) soll ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall entstehen.
+
Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen im Kreis Höxter (NRW) soll ein Zwischenlager für radioaktiven Abfall entstehen.

Logistikzentrum für Altlasten

Zwischenlager für radioaktiven Atom-Abfall soll in NRW entstehen - Gegner kritisieren erste Pläne

Im Kreis Höxter (NRW) soll ein Zwischenlager für radioaktive Atom-Abfälle entstehen. Erste Pläne sehen den Bau einer Stahlbetonhalle vor. Atom-Gegner kritisieren die Pläne scharf.

  • Auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen soll ein Lager für Atom-Abfälle entstehen.
  • Das Gelände im Kreis Höxter befindet sich im Länderdreieck NRW - Hessen - Niedersachsen.
  • Atom-Gegner kritisieren das Projekt und befürchten unnötige Transporte radioaktiver Stoffe.

NRW - Wohin mit Müll, der über Jahrhunderte hinweg gefährlich sein wird? Mit dieser Frage müssen sich Länder wie Deutschland, die in den vergangenen Jahren auf Atomenergie gesetzt haben und das auch jetzt teilweise noch tun, auseinandersetzen.

Wohin mit radioaktiven Abfällen? Zwischenlager in NRW geplant

Das Problem: Die Abfälle - unter anderem Bauteile von Kernreaktoren oder Werkzeuge, die dort verwendet wurden - sind radioaktiv verstrahlt und müssen deshalb für eine lange Zeit sicher verwahrt werden. Deutschland scheint dafür eine Lösung gefunden zu haben, wie RUHR24.de berichtet. Die Altlasten sollen ab 2027 in einem stillgelegten Bergwerk in Salzgitter (Niedersachsen) eine Heimat für die Ewigkeit finden.

Bisher sollte der Atommüll von den verschiedenen dezentralen Zwischenlagern, wie beispielsweise Atomkraftwerken, direkt nach Salzgitter gebracht werden. Doch diesen Plan haben die zuständigen Behörden nun offenbar verworfen: Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, soll in Nordrhein-Westfalen ein zentrales Zwischenlager für radioaktive Abfälle aus ganz Deutschland entstehen.

Zwischenlager in NRW soll als "Logistikzentrum" für Atommüll fungieren

Geplant ist demnach, auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Würgassen im Kreis Höxter eine oberirdische Stahlbetonhalle zu errichten, die als "Logistikzentrum" fungieren soll. Dort werde der Atommüll gesammelt, sortiert und dann in das rund 90 Kilometer entfernte Endlager nach Salzgitter gebracht, schreibt die dpa. Vorgesehen sei das Zwischenlager allerdings nur für schwach- und mittelradioaktive Abfälle.

Video: Deutscher Atommüll in Russland - Umweltschützer protestieren

Die ersten Pläne hatte die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) laut der Nachrichtenagentur am Freitag (6. März) in Würgassen vorgestellt. Mit dem Bundesministerium für Wirtschaft seien die Ideen zuvor abgesprochen worden. Allerdings wurde bisher weder ein Genehmigungsverfahren bei der zuständigen Bezirksregierung Detmold in die Wege geleitet, noch ein Bauantrag gestellt.

"Wir haben uns nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung potenzieller Standorte und in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium für Würgassen als Standort für unser Logistikzentrum entschieden", sagte Ewold Seeba, der Vorsitzende der BGZ-Geschäftsführung laut einer Presse-Mitteilung. Insgesamt sollen in das Projekt 450 Millionen Euro investiert werden. Vor Ort sollen 100 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen.

Zwischenlager in NRW: Atom-Gegner mit scharfer Kritik

Atom-Gegner, wie die Organisation "ausgestrahlt", kritisierten die Pläne bereits am Tag ihrer Veröffentlichung scharf. Ein zusätzliches Zwischenlager führe nur zu weiteren Transporten des radioaktiven Abfalls. Außerdem bezweifelt die Organisation, dass das Endlager in Salzgitter tatsächlich in Betrieb genommen wird.

Denn nach Ansicht von "ausgestrahlt" entspricht es nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Sollte sich die Inbetriebnahme "verzögern oder das Projekt gar ganz scheitern, blieben riesige Mengen Atommüll für unbestimmte Zeit in Würgassen liegen", mutmaßt die Organisation.

Zwischenlager in NRW soll Arbeit im Endlager beschleunigen

Die Verantwortlichen der BGZ sieht in der Zwischenlagerung dagegen Vorteile. So soll unter anderem eine schnellere Einlagerung des radioaktiven Abfalls im Endlager Salzgitter ermöglichen. Nachdem der gesamte Atommüll dorthin gebracht wurde, soll das Lager im Kreis Höxter wieder geschlossen werden. mit dpa-Material

mn

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona: Virologe Streeck mit bitterem Sommer-Fazit - er warnt Regierung vor großem Herbst-Fehler
Corona: Virologe Streeck mit bitterem Sommer-Fazit - er warnt Regierung vor großem Herbst-Fehler
Corona: Drosten berichtet von erschreckender US-Studie zu Sterblichkeit und zieht Schlüsse für Deutschland
Corona: Drosten berichtet von erschreckender US-Studie zu Sterblichkeit und zieht Schlüsse für Deutschland
Verdrängt Corona die Grippe? Drosten und Streeck reagieren entschieden auf Böhmermann-Frage: „Es kann sein ...“
Verdrängt Corona die Grippe? Drosten und Streeck reagieren entschieden auf Böhmermann-Frage: „Es kann sein ...“
Lotto am Mittwoch vom 30.09.2020: Hier finden Sie heute alle aktuellen Lottozahlen
Lotto am Mittwoch vom 30.09.2020: Hier finden Sie heute alle aktuellen Lottozahlen

Kommentare