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Wade P. wohnte in diesem Haus

Rassenhass als Motiv

Attentäter in Neonazi-Foren aktiv

Oak Creek - Nach dem Amoklauf eines Ex-Soldaten in einem Sikh-Tempel im US-Staat Wisconsin deutet alles auf Rassenhass und Rechtsextremismus als Motiv hin.

Wade P., der sechs Menschen erschoss, bevor er selbst von der Polizei getötet wurde, war ein aus dem Militärdienst entlassener Ex-Soldat, der in rechtsextremen Bands mit Namen wie Definite Hate und End Apathy spielte. Außerdem postete er immer wieder in Internetforen für Skinheads, in denen er die Mitglieder dazu aufforderte, sich entschiedener für ihre Überzeugungen einzusetzen.

Die US-Behörden gaben sich zu den Spekulationen über ein mögliches Tatmotiv des 40-Jährigen zugeknöpft. Möglicherweise könne es nie endgültig geklärt werden, erklärte der Polizeichef von Oak Creek, John Edwards, am Montag (Ortszeit). Doch die Informationen aus den dunklen Ecken des Internets und die Aufzeichnungen aus einer gescheiterten Karriere bei den Streitkräften ließen kaum Zweifel daran, dass P. seine fremdenfeindlichen Überzeugungen in die Tat umsetzten wollte.

Die Beobachtergruppe SITE, die Internetseiten mit terroristischem Hintergrund auswertet, erklärte, P. habe sich auf rassistischen Webseiten als Mitglied der “Hammerskin Nation“ bezeichnet, einer aus Texas stammenden Skinhead-Gruppe.

Bürgerrechtler: Täter war ein “frustrierter Neo-Nazi“

Zwischen März 2010 und Mitte dieses Jahres verfasste P. 250 Nachrichten auf einer Skinhead-Seite und schien andere Mitglieder für seine Gruppe anwerben zu wollen. Im April 2012 schrieb er: “Passive Unterwerfung ist indirekte Unterstützung für die Unterdrücker. Tretet für euch selbst ein und lebt die 14 Worte“, schrieb er im Bezug auf das Codewort für ein vor allem in den USA verbreitetes Motto der Neonazis und Rassisten.

Die US-Behörden stuften die Tat als terroristischen Akt ein. Die Bundespolizei FBI übernahm die Ermittlungen. Bürgerrechtler der US-Organisation Southern Poverty Law Center (SPLC) bezeichneten den Angreifer als einen “frustrierten Neo-Nazi“.

P. tötete am Sonntag vor und in dem Gotteshaus sechs Menschen, darunter einen Polizisten. Anschließend wurde er von der Polizei erschossen. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Der Sikhismus ist eine im 15. Jahrhundert in Indien entstandene monotheistische Religion. Sie hat weltweit 27 Millionen Anhänger, davon geschätzte 500.000 in den USA. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat die in Washington ansässige Sikh-Koalition in den USA mehr als 700 Zwischenfälle gezählt, die von Anwälten auf Islamfeindlichkeit zurückgeführt werden. Sikhs sind zwar keine Muslime, können wegen ihrer Bärte und Turbane aber im Erscheinungsbild ähnlich wirken.

dapd

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