1. Startseite
  2. Welt

Auch deutsche Verkehrsbetriebe in Alarmbereitschaft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

- Hamburg - Nach den neuen Terroranschlägen in London sehen die meisten Verkehrsbetriebe in Deutschland keinen Grund für eine weitere Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen bei Bus und Bahn. Vielerorts wurde auf die ohnehin hohen Standards verwiesen, ergab eine Umfrage der dpa.

Nach dem zweiten Terrorschrecken binnen weniger Tage in der britischen Hauptstadt hatte New York am Donnerstag (Ortszeit) stichprobenartige Taschenkontrollen in allen U-Bahnen und Bussen der Stadt eingeführt. "Wir leben leider in einer Welt, die diese Sicherheitsmaßnahmen notwendig macht", bedauerte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg."Wir waren sowieso schon in erhöhter Alarmbereitschaft", sagte der Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe, Klaus Wazlak. "Wir prüfen, ob das überhaupt rechtlich möglich ist", hieß es zu dem Vorgehen in New York. In jedem Fall wollen die Verkehrsbetriebe der Hauptstadt nach den neuen Anschlägen in London weitere Möglichkeiten prüfen, um die Sicherheit zu erhöhen. In Frankfurt wurde verstärkt vor herrenlosem Gepäck gewarnt. Mitarbeiter seien erneut angewiesen worden, auf unbeaufsichtigte Koffer und Taschen zu achten. Überlegungen für Gepäckkontrollen gibt es in der Bankenmetropole jedoch nicht."Es gibt keine konkreten Pläne", hieß es bei der Hamburger Hochbahn. Dort wurde auf die ohnehin hohen Sicherheitsstandards und die mögliche Verunsicherung von Fahrgästen bei "kontraproduktiven" Taschenkontrollen verwiesen. Auch in Hannover, Köln, Bremen oder Stuttgart sollten die Maßnahmen nicht verschärft werden. "Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Unser Sicherheitskonzept wird permanent weiterentwickelt", hieß es in Köln. Auch in Hannover hält man Taschenkontrollen für nicht durchführbar. "Wenn man das intensiv macht, kommt der Verkehr zum Erliegen", sagte der Sprecher der Verkehrsbetriebe und warnte vor Hysterie."Die Bahn hat ein flexibles Sicherheitskonzept, was sofort der aktuellen Lage angepasst wird", sagte der Sprecher der Deutschen Bahn, Heiner von der Laden. Es bestehe eine Partnerschaft mit der Bundespolizei und den Sicherheitsbehörden. Bereits nach den Londoner Anschlägen vom 7. Juli seien alle Mitarbeiter angewiesen worden, verstärkt auf Verdächtiges zu achten.Der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Rainer Lingenthal, sagte, die Sicherheitslage in Deutschland habe sich nicht verändert. Es gebe nach wie vor keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Er wies Angaben der Bundespolizei in Halle zurück, wonach diese ihre Kontrollen in Zügen deutschlandweit verstärkt habe. Allerdings waren die Angaben zuvor aus seinem Ministerium auf dpa-Anfrage bestätigt worden.Auch im Ausland wurden bereits nach der ersten Terrorwelle in London mit über 50 Todesopfern in Metropolen die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und Reisende darauf aufmerksam gemacht, auf herrenloses Gepäck zu achten. Nach den erneuten Anschlägen am Donnerstag wurden am Pariser Flughafen Roissy Charles de Gaulle die Flüge nach London verstärkt kontrolliert.

Auch interessant

Kommentare