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Unruhen in Ferguson im November 2014: US-Präsident Obama prangert schwere Missstände im Umgang mit Afro-Amerikanern an.

Proteste in den USA

Wieder junger Schwarzer von Polizist erschossen

Madison - Nach tödlichen Schüssen auf einen jungen Schwarzen haben in der US-Stadt Madison (Wisconsin) Dutzende Menschen gegen Polizeigewalt demonstriert.

Ein Beamter habe den 19-Jährigen in einer Wohnung erschossen, nachdem er von ihm attackiert worden sei, zitierte der Sender CNN den örtlichen Polizeichef Mike Koval.

Den Angaben zufolge hatte die Polizei am Freitagabend (Ortszeit) einen Hinweis erhalten, nach dem sich ein der Körperverletzung verdächtigter junger Mann in einer bestimmten Wohnung aufhalte. Bereits zuvor sei ein anderer Anruf eingegangen, demzufolge dieselbe Person zwischen fahrenden Autos hin- und herlaufe. Als ein Beamter die Wohnung aufgesucht habe, sei er von dem Mann angegriffen worden und habe geschossen. Medienberichten zufolge war der Afroamerikaner nicht bewaffnet.

Die US-Polizei ist in den vergangenen Monaten wiederholt wegen mutmaßlicher exzessiver Gewalt und Diskriminierung gegen Schwarze in die Schlagzeilen geraten. Erst vor wenigen Tagen hatte das Justizministerium notorische schwere Missstände im Umgang mit Afroamerikanern in Ferguson (Missouri) angeprangert. Hier war im Sommer 2014 der unbewaffnete schwarze Jugendliche Michael Brown von einem weißen Polizisten erschossen worden. Der Tod hatte schwere Proteste ausgelöst.

US-Präsident Barack Obama wollte am Samstag an einer Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestages des "Blutigen Sonntages" in Selma (Alabama) teilnehmen. Dort war die Polizei am 7. März 1965 bei einem Protestmarsch gegen die Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen. Der Vorfall rüttelte Washington auf. Im August desselben Jahres wurde ein historisches Wahlrechtsgesetz in Kraft gesetzt. Millionen Schwarze konnten sich erstmals als Wähler registrieren lassen.

dpa

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