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US-Soldat Bowe Bergdahl bei seiner Freilassung.

Nach fünf Jahren Gefangenschaft

Ausgetauschter Soldat ist wieder zuhause

San Antonio - Die fünf Jahre in Händen der Taliban dürften ihm vorgekommen sein wie eine kleine Ewigkeit - nun kommt Bowe Bergdahl nach Hause. In einem Krankenhaus in Texas soll er weiter genesen.

Der aus fünfjähriger Taliban-Gefangenschaft befreite US-Soldat Bowe Bergdahl ist wieder zurück in seiner Heimat. Der 28-Jährige traf am Freitag in San Antonio im Bundesstaat Texas ein, wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte. Bergdahl werde jetzt im Militärkrankenhaus Brooke Army Medical Center weiter behandelt, wo Ärzte und Betreuer weiter an daran arbeiten sollen, ihn schrittweise zu reintegrieren. Auch während seines Aufenthalts soll er vorerst nicht an die Öffentlichkeit treten. Oberste Priorität werde sein, ihn weiterhin zu pflegen und zu unterstützen, hieß es. Es gebe keinen Zeitrahmen für den Genesungsprozess.

Der gesundheitlich geschwächte Unteroffizier, der seit seiner Freilassung im rheinland-pfälzischen Landstuhl behandelt worden war, war vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein mit einer Militärmaschine abgeflogen.

Darum verlies Bergdahl seinen Stützpunkt

Bergdahl war vor knapp zwei Wochen in einem umstrittenen Austausch für fünf Terrorverdächtige aus dem Gefangenenlager Guantánamo Bay freigekommen. In Washington hatte der Deal unter anderem deshalb für Ärger gesorgt, weil Bergdahl seinen Posten unerlaubt verlassen haben soll. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte bereits eine Untersuchung zu Bergdahls Verschwinden und dessen Gefangenschaft angekündigt.

Während seiner Zeit in Gefangenschaft hatte der Soldat laut einem Bericht des Online-Magazins „The Daily Beast“ einen Brief verfasst, in dem er zu erklären versucht, warum er seinen Stützpunkt in Afghanistan im Jahr 2009 verlies: „Die Führung war mangelhaft, oder überhaupt nicht vorhanden. Die Bedingungen waren schlecht und schienen sich für die Männer weiter zu verschlechtern, die ihr Leben tatsächlich bei Angriffen aufs Spiel setzten“, zitierte das Magazin aus dem Brief an seine Eltern vom März 2013. Der per Hand geschriebene Brief ist eines von zwei Schreiben, das Bergdahl während seiner Gefangenschaft an seine Eltern schickte.

Auch die US-Regierung drängt er, ihn nicht vorschnell zu verurteilen. „Falls dieser Brief es in die USA schafft, sagt den an der Untersuchung beteiligten, dass die Situation mehrere Seiten hat.“ Der heute 28-Jährige fügte hinzu: „Bitte sagt (Washington) D.C., dass sie auf sämtliche Beweise warten sollen.“

dpa

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