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Spektakulärer Fund auf Jupitermond: „Potential, Leben zu beherbergen“

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Jupiter und Mond Io im Vordergrund.
Der Jupiter hat 78 Monde - diese Aufnahme zeigt den Jupitermond Io. Auf Europa wurden jetzt große Mengen Wasserdampf gefunden © imago stock&people

Gibt es Leben außerhalb der Erde? Schwedische Wissenschaftler finden Wasserdampf auf dem Jupitermond Europa – und nähren damit die Forschungen von Astronomen nach außerirdischem Leben.

Stockholm - Guy Consolmagno ist einer der populärsten Astronomen, der sich mit der Frage nach Leben im All beschäftigt. Der Chef-Astronom des Papstes hat ein Buch mit dem Titel „Würden Sie einen Außerirdischen taufen?“ geschrieben. „Ich habe keine Beweise, dass es extraterrestrisches Leben gibt. Aber ich glaube, dass es möglich ist und deshalb forsche ich auch intensiv danach“, sagte er im Jahr 2017 dem Deutschlandfunk.

Eine von Consolmagnos Hoffnungen ruht - wie die von vielen anderen Weltallforschern - auf dem Jupitermond Europa, wie er auf vaticanobservatory.org schreibt. Europa ist fast so groß wie der Mond der Erde und war bereits Schauplatz spannender Funde. Schwedische Forscher haben nun eine große Menge an Wasserdampf auf dem Jupitermond entdeckt.

Jupitermond Europa birgt einen großen Ozean unter einer Eisschicht

Schon vor zwei Jahren waren geringe Mengen von Wasserdampf auf dem Jupitermond Europa gefunden worden. „Der Jupitermond Europa ist wegen seines Potentials, Leben zu beherbergen, ein interessanter Forschungsgegenstand“, schreiben Forscher des schwedischen königlichen Technologieinstituts KTH. Demnach vermute man unter der dicken Eisschicht des Mondes - wo Temperaturen um -170 Grad Celsius herrschen - einen Ozean, der größer als das Wasservorkommen der Erde sei.

Außerirdisches Leben möglich? Wasserdampffund auf Jupitermond Europa nährt Spekulationen von Astronomen

Lorenz Roth, Physiker am KTH, konnte jetzt Wasserdampf in großen Mengen auf dem Jupitermond Europa nachweisen. Dies sei angesichts der niedrigen Temperaturen eine überraschende Erkenntnis. Offenbar werde der Wasserdampf auch ständig erneut, entstehe aber nicht durch Verdunstung. Möglicherweise entstehe der Wasserdampf direkt aus dem Eiszustand, ohne dazwischen in einen flüssigen Zustand überzugehen. Durch langfristige Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble, konnte Roth auf der Rückseite von Europa Wasserdampf nachweisen. Ähnliches war ihm schon zuvor auf dem Jupitermond Ganymed gelungen.

„Die Beobachtung von Wasserdampf auf Ganymed und auf der Rückseite von Europa bringt unser Verständnis der Atmosphären von Eismonden voran“, so Roth. Seine Entdeckungen sollen nun weitere Forschungen mit Hilfe der NASA-Raumsonde „Europa Clipper“ und der „Jupiter Icy Moons Explorer“ der europäischen Raumfahrtbehörde ESA unterstützen. (kat)

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