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Zwei der 16 Verletzten kämpften im Krankenhaus um ihr Leben, mittlerweile befinden sie sich auf dem Weg der Besserung.

Unfall bei Schulfest

Gondel-Unglück: Verletzten geht es besser

Neuenstadt am Kocher - Bei einem Schulfest in einer schwäbischen Kleinstadt stürzte ein Kran mit einer vollbesetzten Gondel 70 Meter in die Tiefe. Jetzt gibt es gute Nachrichten von den Unfallopfern.

Buntes Treiben und ausgelassene Stimmung sollen den Abschluss von Projekttagen an einer Grundschule in Neuenstadt am Kocher in Baden-Württemberg prägen. Die Attraktion ist eine Aussichtsgondel, die an einem Schwerlastkran hängt. 70 Meter über dem Boden. So kann jeder die Schule auch aus der Vogelperspektive betrachten. Doch dann kommt es am Samstag um 14.32 Uhr zu einer Katastrophe: Der Kran knickt plötzlich weg und rauscht mit der vollbesetzten Gondel in das Dach eines Mehrfamilienhauses.

13 Menschen genießen gerade die Aussicht, als sie in die Tiefe stürzen. Einige Besucher des Schulfests schalten schnell. Sie machen sich daran, die Menschen aus der roten Gondel zu befreien, die einen Meter über dem Boden an der Seite des Hauses baumelt. „Sie haben sich Leitern und andere Sachen zum Draufstellen besorgt“, erzählt eine Polizeisprecherin. Die freiwilligen Helfer können zwölf Personen befreien. Kurze Zeit später holen die Rettungskräfte dann noch einen Verletzten aus der Gondel.

Der stellvertretende Leiter der Grundschule und eine Frau müssen mit lebensgefährlichen Verletzungen per Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht werden. Mittlerweile befindet sich der 59-Jährige aber auf dem Weg der Besserung. Der Zustand einer 24-jährigen Frau sei zwar noch kritisch, aber nicht mehr lebensgefährlich. Neun Menschen waren am Morgen noch im Krankenhaus, vier weitere bereits entlassen.

Vier weitere Menschen aus der Gondel werden schwer verletzt. Die anderen kommen wie durch ein Wunder mit leichteren Verletzungen davon. Der Kranfahrer, dessen Auto sich durch die Hebelwirkung senkrecht aufgestellt hatte, erleidet einen Schock. Glücklicherweise befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks niemand in dem beschädigten Haus.

Die große Frage ist nun, wer Schuld ist an dem Unglück. Hat der Kranfahrer einen falschen Hebel gedrückt? Oder war der Kran nicht richtig aufgestellt? Die Polizei hält auch einen technischen Defekt für möglich. Experten suchen noch vor der Bergung des Krans den Unglücksort nach Spuren ab. Bis ihr Gutachten fertig ist, sollen aber noch ein paar Tage vergehen. Der Sachschaden wird schon jetzt auf 180 000 Euro geschätzt.

Der herbeigeeilte Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) hält nichts von schnellen Rückschlüssen. Welche Folgen der Unfall für künftige Schulfeste habe, hänge vom Ergebnis der Untersuchung ab, sagt der SPD-Mann, der nur wenige Kilometer entfernt von der Kleinstadt Neuenstadt mit ihren 9500 Einwohnern lebt. Er ist erstmal froh, dass die Bergung der Opfer gut geklappt hat. „Das Maß an Hilfsbereitschaft war enorm groß“, lobt er.

Die Räumung des abgestürzten Krans, der sich in das Dach des Hauses gebohrt hatte, beginnt am Samstagnachmittag. Die baumelnde Gondel wird gegen 18.00 Uhr geborgen. Es dauert aber bis spät in die Nacht, bis Feuerwehr und Technisches Hilfswerk dann auch den Schwerlastkran abtransportiert haben.

dpa

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