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Australien: Alles über „Down Under“

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Der Ayers Rock, bei den Aborigines als Uluru bekannt, ist eines der beliebtesten Besucherziele Australiens
Der Ayers Rock, bei den Aborigines als Uluru bekannt, ist eines der beliebtesten Besucherziele Australiens © Carl D. Walsh / IMAGO

Australien ist nicht nur landschaftlich eines der spannendsten Kontinente der Erde. Auch die Artenvielfalt ist einzigartig. Das Land, das Kängurus, Krokodile und Koalas beheimatet steht bei vielen Touristen ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Canberra – Australien ist ein Kontinent der Extreme. Das liegt nicht nur an den geographischen wie klimatischen Bedingungen oder an der faszinierenden Tierwelt, die dieses Land aufweist. Auch die Geschichte des Staates als einstige Strafkolonie Großbritanniens hat hier Spuren hinterlassen. Die Faszination, welche „Down Under“ auf zahlreiche Menschen ausübt, macht sich immer vor allem auch an den jährlich anwachsenden Tourismus-Strömen bemerkbar.

Australien: Aborigines und die ersten Europäer

Schon vor mindestens 50.000 Jahren besiedelten die Aborigines den Kontinent vom Norden her. Allerdings handelte es sich hierbei nicht um ein einheitliches Volk, sondern um viele Völker, Stämme und Clans (bei Ankunft der Briten etwa 200 bis 700), die vorwiegend als Jäger und Sammler tätig waren. Bis zur Überflutung der Landbrücke zu Neuguinea vor ca. 6.000 Jahren herrschte noch ein interkontinentaler Austausch mit anderen Kulturen. Weitere Einwanderer vom indischen Subkontinent brachten vor ungefähr 4.230 Jahren veränderte Möglichkeiten zur Werkzeugherstellung und Pflanzenverarbeitung ins Land. Vor etwa 1.000 Jahren mischten sich die Ethnien zusätzlich durch melanesische Seefahrer.

Obwohl bereits in der Antike die Theorie von der Existenz eines Südkontinentes mit dem Namen „Terra Australis incognita“ bekannt war, entdeckten von europäischer Seite erst im 16. Jahrhundert hier portugiesische, französische, spanische und niederländische Seefahrer das Land. Anfänglich bestand aufgrund der trockenen Vegetation an der Westküste wenig Interesse am neuen Kontinent, erst durch Expeditionen Mitte des 17. Jahrhunderts bekam das Land erhöht die Aufmerksamkeit der europäischen Mächte.

Australien: Kolonialisierung durch Großbritannien

Am 28. April 1770 erreichte der britische Kommandant James Cook die Ostküste Australiens und nahm diese zwei Monate später als Kolonie New South Wales für das Königreich Großbritannien in Besitz. Um die Unterschicht in der britischen Heimat auszudünnen, wurden ab 1788 in Australien erste Strafkolonien für Sträflinge errichtet. Die erste Ansiedlung dafür wurde nach dem britischen Innenminister Sydney benannt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden 160.000 Gefangene nach Down Under verbannt. Die britische Abschiebepolitik brachte Australien auch den Ruf als „Gefängnisinsel“ ein.

Parallel und im Wettbewerb gegen die französische Konkurrenz kam es zur Gründung weiterer Kolonien, die zum Teil auch als sträflingsfreie Gebiete angelegt waren. In verschiedenen Expeditionen wurde der Kontinent zunehmend erschlossen. Allerdings nahmen im Zuge der Kolonisation auch die Konflikte zwischen den Siedlern und den Aborigines zu. Es kam immer wieder zu Massakern, bei denen zahlreiche Ureinwohner ihr Leben verloren.

Australien: Der Weg zur Nation und Australischer Bund

Mit dem einsetzenden Goldrausch im Jahr 1851 wanderten immer mehr Menschen freiwillig auf den Kontinent aus. Das Land konnte nicht mehr ausschließlich als Strafkolonie genutzt werden. Einige Kolonien erhielten größere Unabhängigkeit vom britischen Empire. Australien beschritt den Weg zur Nation. Nach dem großen Schafschererstreik entstand im Jahr 1898 das Volkslied „Waltzing Matilda“, das auch als heimliche Nationalhymne des Landes galt.

1901 schlossen sich die unabhängigen Kolonien zum „Commonwealth of Australia“ zusammen. Sechs Jahre später erhielt der Australische Bund schließlich seine Unabhängigkeit vom britischen Mutterland. 1911 wurde Canberra Hauptstadt der Nation.

Erst 1986 erhielt Australien beim „Australia Act“ seine letzten Kompetenzen bezüglich einer australischen Verfassung. Dennoch entschied 1999 mit 55 Prozent die Mehrheit der Bevölkerung mit einem Referendum, sich gegen eine Republik und formal für die Monarchie unter der britischen Krone auszusprechen.

Australien: Das politische System

Australien bzw. dem Australischen Bund liegt somit eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage nach dem Westminster-System zugrunde. Die Nation ist föderal aufgestellt und organisiert. Dabei weisen die jeweiligen Bundesstaaten eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung auf. Das Zweikammern-System des australischen Parlaments setzt sich aus dem Repräsentantenhaus als Unterhaus, dem Senat als Oberhaus und Queen Elizabeth II. als Staatsoberhaupt zusammen.

Der Monarch wird im Commonwealth Realm vertreten durch einen Generalgouverneur, der allerdings keine Macht über das Parlament ausübt. Die stärkste Partei einer Regierung stellt den Premierminister. Die 150 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden alle drei Jahre nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt.

Australien: Fakten im Überblick

Australien: Bevölkerung und Sprachen

Australien ist ein Einwanderungsland, das sich auch an der Zusammensetzung der Bevölkerung bemerkbar macht. Rund 92 Prozent sind europäischer Abstammung, etwa 7 Prozent asiatischer. Als Bevölkerung mit teilweise indigener Abstammung bezeichnen sich etwa 2,4 Prozent. Von den europäischen Herkunftsländern weisen 85 Prozent der Australier britische bzw. irische Abstammung auf. Weitere europäische Herkunftsländer sind Italien (916.121), Deutschland (898.674), Griechenland (378.270), Polen (170.354), Kroatien (126.270), Nordmazedonien (93.570) und Serbien (69.544). Im Jahr 2019 besaß Australien etwa 25,4 Millionen Einwohner.

Etwa 79 Prozent der Bevölkerung spricht Englisch bzw. australisches Englisch. Daneben lässt sich auch Italienisch und eine der chinesischen Sprachen bei je rund 2 Prozent der Bevölkerung ausfindig machen. Noch vor Besiedlung des Kontinents durch die Europäer waren rund 500 bis 600 verschiedene Sprachen bei den Ureinwohnern ausfindig zu machen, die den Australischen Sprachen und dem Melanesischen zuzuordnen sind. Die meisten Aborigines haben jedoch ihre traditionelle Lebensweise größtenteils aufgegeben. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts fanden auch die Interessen der indigenen Bevölkerung von der australischen Regierung wieder mehr Beachtung.

Australien: Geografie und Städte

Australien umfasst eine Fläche von rund 7,7 Millionen Quadratkilometern und gilt flächenmäßig auch als der sechstgrößte Staat der Erde. Geografisch lassen sich drei Großlandschaften (östlich, mittel und westlich) unterscheiden. Dabei sind im westaustralischen Gebiet vorwiegend Sandwüsten zu finden. Aber auch Gebirgslandschaften oder Inselberge wie der Uluru (auch bekannt als Ayers Rock) gehören dazu.

Während die westliche Großlandschaft gemeinsam mit der mittleren aufgrund der vielen Trockengebiete (Outback) als unbewohnbar gilt, zählt das östliche Australien mit seinen Küstenlandschaften sowie Korallenriffen (Great Barrier Reef) zu den bevorzugten Siedlungsregionen.

Die größten Städte Australiens im Überblick

Australien: Wissenswertes zum Land

Schon seit Jahren hält der Tourismus-Boom in Australien an. Für die Einreise ist ein dreimonatiges Visum notwendig. Nicht nur die Städte wie Sydney, Melbourne, Brisbane, Gold Coast, Cairns, Perth, Adelaide sowie die Hauptstadt Canberra stehen bei vielen Ausflüglern ganz oben auf der Liste. Auch die mehr als 20 Nationalparks, wie die der Kakadu National Park, Uluru-Kata-Tjuta National Park, Blue Mountains National Park oder Cape Le Grand National Park sind beliebte Ausflugsziele. Der Wave Rock, der Kings Canyon, die Mitchell Falls, aber auch der Ayers Rock im Outback erweisen sich immer wieder als Touristen-Magnete.

Auch die Fauna des Kontinents ist einzigartig. Es gibt zahlreiche Tierarten, die nur auf diesem Kontinent vorkommen. Dabei sind hier auch hier extreme Gegensätze spürbar: Während Australien nach außen hin mit Kängurus und Koalas wirbt, tummelt sich hier auch eine Vielzahl giftiger Schlangen und Spinnen in freier Wildbahn. Mit der Einführung nicht-australischer Tierarten durch die europäischen Siedler hat allerdings auch die Tier- und Pflanzenwelt gelitten. Viele Tierarten gelten als gefährdet. Aus diesem Grund hat Australien eine umfangreiche Gesetzgebung zum Schutz einheimischer Tierarten erlassen und sogar eigens dafür Naturreservate errichtet.

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