Hilfsbereitschaft kann sogar schaden

Brände in Australien: Spenden-Betrüger bereichern sich an Katastrophe - Opfer berichtet von perfider Masche 

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Die Buschfeuer halten Australien weiter fest im Griff. Das Leid der Einwohner und Tiere wird nun teilweise schamlos ausgenutzt. So umgehen Sie unehrliche Spendenaufrufe.

  • Buschbrände richten in Australien großen Schaden an. 
  • Von vielen Seiten wird zu Spenden aufgerufen. 
  • Dahinter stecken manchmal leider auch Betrüger

Australien - Die Lage in Australien ist seit Monaten dramatisch. Das Feuer hält die Insel fest im Griff. Schon 28 Menschen ließen ihr Leben, unzählige verloren das Obdach. Und auch die Natur leidet extrem. Helfer suchen fieberhaft nach verletzten Tieren, die trotz Rettung teilweise nicht vor dem Tod bewahrt werden können. 

Spenden sollen dem gebeutelten Land nun helfen. Aufrufe werden von allen möglichen Seiten laut. Leider kann man sich aber nicht immer sicher sein, dass mit dem Geld dann auch tatsächlich geholfen wird.

Spenden für Australien: Betrüger nutzen Opfer schamlos aus

Ein entsetzliches Beispiel für schamlosen Betrug kommt aus New South Wales. Yahoo News Australia berichtet, wie übel einem Opfer hier mitgespielt wurde. Brigid Bates verlor ihr Haus an die Flammen, danach wurde ihre Lage eiskalt ausgenutzt. Betrüger bedienten sich der tragischen Geschichte der Familie und baten in ihrem Namen online um Spenden. Das sogar bei Freunden und Verwandten. Der Identitätsdiebstahl war für Brigid ein neuer Tiefpunkt: „Es fühlte sich schlimmer an, als mein Haus zu verlieren“, klagt sie. 

Buschbrände in Australien: Verbraucherschützer warnen vor Spendenbetrug

Die australische Kommission für Verbraucherschutz (ACCC) mahnt nun auch öffentlich um Vorsicht: „Spenden Sie nicht über Fundraising-Seiten oder Plattformen, die die Legitimität des Begünstigten nicht verifizieren“, empfehlen die Experten, „seien Sie vorsichtig bei Crowdfunding-Anfragen. Sie könnten gefälscht sein und von Betrügern stammen.“

Video: Aktmodelle behaupten, Spenden für Australien zu sammeln

Schon den australischen Bürgern fällt es also schwer, ihre Spenden tatsächlich an das richtige Ziel zu bringen. Wie soll das von der anderen Seite der Welt klappen? Die Antwort auf diese Frage gibt Burkhard Wilke vom deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) im Interview mit dem Radiosender SWR3.

Australien: Voreilige Spenden können Hilfsorganisationen sogar schaden

Dabei warnt er nicht nur vor betrügerischen Spendenaufrufen, auch die Unterstützung ehrlicher Organisationen kann im schlimmsten Fall das Gegenteil einer Hilfe sein. „In der Vergangenheit gibt es Beispiele von tragischer Entwicklung von Organisationen, die an einer Überforderung mit ungeplanten Einnahmen zerbrochen sind“, erläutert Wilke. 

Das Problem: Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht absehbar, wofür die Mittel benötigt werden. Bis Versicherungsfragen und reale Schadensfälle ermittelt sind, ist die Frage nach der Verteilung der Gelder ein enormer Aufwand, der ehrenamtliche Helfer schlicht komplett überfordern kann. 

Außerdem erinnert der Experte daran: „Man bietet und leistet Hilfe dann, wenn der Hilfsbedürftige konkret darum bittet“, das hat die australische Regierung (noch) nicht getan, „deswegen sollte man seine Unterstützungsbereitschaft erst dann in Geld ummünzen, wenn wirklich klar ist, welche Organisationen die Spendengelder wirksam einsetzen können.“

Feuer in Australien: So spenden Sie richtig

Wenn Sie jetzt schon spenden wollen, ist das aber natürlich keineswegs verwerflich. Am besten schicken Sie Ihr Geld dann allerdings an große Organisationen, die dem Verwaltungsaufwand Herr werden und die Mittel so aufbewahren können, bis sie den optimalen Zweck dafür gefunden haben. 

Die Spendenberatung der DZI hilft ungemein weiter. Konkret für Australien empfehlen sich Spenden direkt an den Bundesstaat Victoria, der ein offizielles Spendenkonto einrichtete. Auch Spenden an das Deutsche Rote Kreuz werden garantiert einen guten Zweck finden. 

Hoffentlich finden auch die vielen Spenden, die von Tennis-Stars im Rahmen der Australian Open gesammelt werden, den rechten Weg. Vor allem sollte es tatsächlich zur versprochenen Millionen-Spende von Alexander Zverev kommen. 

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Rick Rycroft

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