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Hitzewelle sorgt für extremes Phänomen: Mehr als 90 Prozent des Great Barrier Reef betroffen

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Von: Patrick Huljina

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Die bunte Unterwasserwelt des Great Barrier Reef zieht Jahr für Jahr Touristen nach Australien. Doch nun bedroht eine Hitzewelle das Korallenriff.

Cairns - Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens ist gigantisch. Das UNESCO Weltnaturerbe ist knapp 2300 Kilometer lang und hat eine Fläche, die in etwa so groß wie Deutschland ist. Das größte Korallenriff der Welt ist auch ein Touristenmagnet. Jährlich wollen knapp zwei Millionen Besucher die bunte Unterwasserwelt des Great Barrier Reef entdecken. Doch aktuell steht es schlecht um das Naturwunder. Die monatelange Hitzewelle in Australien sorgt für ein extremes Phänomen.

Great Barrier Reef: Massenbleiche betrifft mehr als 90 Prozent des Riffs

Mehr als 90 Prozent des Great Barrier Reef sind wegen hoher Meerestemperaturen von einer Korallenbleiche betroffen. Das schreibt die Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) in ihrem neuesten Bericht. Die Behörde untersteht der australischen Regierung. Luftaufnahmen hätten demnach gezeigt, dass von 719 untersuchten Riffen insgesamt 654 zumindest teilweise eine Korallenbleiche aufwiesen.

Der Auslöser dafür sei die zuletzt monatelang andauernde Hitzewelle in Australien. Sie hält bereits seit Dezember an und sorgte teilweise für Temperaturen jenseits der 50-Grad-Marke. Das extrem heiße Wetter habe das Meerwasser immer weiter erhitzt. Die Folge: Die Korallen sind so gestresst, dass sie die für die Färbung sorgenden Algen abstoßen, mit denen sie sonst zusammenleben. Dadurch bleichen sie aus.

Australien: Massenbleiche am Great Barrier Reef – zum vierten Mal seit 2016

„Die Untersuchungen bestätigen ein Massenbleichereignis“, heißt es in dem GBRMPA-Report. Betroffen seien zahlreiche Riffe in allen Regionen des 2300 Kilometer langen Naturwunders, das sich vor dem Bundesstaat Queensland von Cape York bis nach Bundaberg erstreckt. Es handele sich bereits um die vierte Massenbleiche seit 2016 und die sechste seit 1998, schreibt die Behörde. Sie fügte aber hinzu: „Es ist wichtig zu beachten, dass gebleichte Korallen gestresst sind, aber noch leben.“ Wenn das Wasser sich abkühle, könnten gebleichte Korallen ihre Farbe wiedererlangen und überleben.

Auf diesem von der Great Barrier Reef Marine Park Authority (GBRMPA) zur Verfügung gestellten Foto schwimmt ein Taucher am 18.10.2016 an Korallen im Great Barrier Reef vorbei.
Das Great Barrier Reef in Australien ist von einer Massenbleiche betroffen. (Archivbild) © M. Curnock/Commonwealth of Australia (GBRMPA)/dpa

Die UNESCO hatte 2021 gedroht, das Great Barrier Reef auf die Rote Liste des „gefährdeten“ Welterbes zu setzen. Auf Druck der australischen Regierung war es der Herabstufung aber gerade noch einmal entgangen. Erst 2023 soll erneut darüber beraten werden. Premierminister Scott Morrison stellte im Januar ein Maßnahmen-Paket zum Schutz des Riffs vor. Über neun Jahre sollen insgesamt eine Milliarde australische Dollar (630 Millionen Euro) in Maßnahmen zum Erhalt des Ökosystems investiert werden.

Australien wurde in diesem Jahr nicht nur mit extrem hohen Temperaturen, sondern auch mit historischen Überschwemmungen konfrontiert. Mehrmals mussten Zehntausende evakuiert werden und vor den Wassermassen fliehen. (ph mit dpa)

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