Ein Absperrband der Polizei Australien sperrt einen Unfall ab - EIn Porsche-Fahrer filmte in Melbourne sterbende Polizisten (Symbolbild)
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Der 42-jährige Angeklagte aus Melbourne wurde festgenommen und jetzt verurteilt.

„Gefühllos und herzlos“

Porsche-Fahrer filmt und beschimpft sterbende Polizisten - „Meistgehasster Mann Australiens“ nun verurteilt

  • Veronika Silberg
    vonVeronika Silberg
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Polizisten hatten einen 42-Jährigen wegen schnellen Fahrens angehalten, als sie von einem LKW erfasst wurden. Sein Verhalten sorgt weltweit für Empörung.

Melbourne - Der Fall eines 42-jährigen Autofahrers in Melbourne sorgte nicht nur in Australien für Aufsehen. Der Mann wurde jetzt vor einem Bezirksgericht zu zehn Monaten Haft verurteilt, wegen zu schnellem Fahren, wegen Drogenbesitz - vor allem aber wegen seinem Verhalten gegenüber tödlich verletzten Polizeibeamten.

Der Bericht des Bezirksgerichts Victoria liest sich bizarr und grausam. Er beschreibt die Ereignisse auf einem Highway im April 2020. Ein 42-Jähriger Hypothekenmakler verstieß hier mit seinem 911er Porsche gegen das Tempolimit und wurde von vier Beamten der Victoria Police angehalten. Nach einer kurzen Diskussion und einem Drogentest - der sich später als positiv herausstellte - trat der Fahrer an den Rand der Straße, um sich hinter einem Busch zu erleichtern. Genau in diesem Moment geriet ein LKW von der Fahrbahn ab und krachte in die stehenden Fahrzeuge. Drei der Beamten starben noch am Unfallort, die Vierte erlag laut BBC später ihren Verletzungen.

Polizeibeamte bei einem Unfall verletzt - Australier schockiert mit seinem Verhalten „Extrem gefühllos und herzlos“

Der Porsche-Fahrer reagierte allerdings bei seiner Rückkehr weder panisch noch erschrocken. Wie das Gericht beschreibt, holte er Mobiltelefon und Brotzeit aus seinem Fahrzeug und begann die Szene ausgiebig zu filmen. In den beschlagnahmten Videos soll er die sterbenden Polizisten verhöhnt und beschimpft haben. „Da habt ihrs!“ und „das ist Gerechtigeit, ist das nicht der Wahnsinn?“ gehören dabei noch zu den harmlosesten Zitaten des Mannes in dem Bericht. Auch als Sanitäter versuchten, die Verletzten zu behandeln, soll der Angeklagte weiter gefilmt haben. Die Aufnahmen habe er anschließend verschickt und herumgezeigt.

Gericht verurteilt „meistgehassten Mann in Australien“ - 10 Monate Haft

„Extrem gefühllos und herzlos“ nennt Richter Trevor Wraight dieses Verhalten direkt nach den Verhandlungen in einem Statement und nennt den Angeklagten den „meistgehassten Mann Australiens“. Auch der Pressesprecher der Polizeigewerkschaft in Victoria, Wayne Gatt, wird in einem Statement deutlich: „Jeder von uns muss sich seiner Sterblichkeit irgendwann stellen. Sollte es bei ihm so weit sein, hoffe ich, dass er die gleiche Kälte und Feigheit erfährt, die er unseren Leuten entgegengebracht hat.“

„Zehn Monate Haft sind nicht genug!“- Twitter-Nutzer sind wütend über Urteil in Australien

Ein Jahr nach dem Vorfall hat das Gericht den 42-jährigen Hypothekenmakler nun zu zehn Monaten Haft verurteilt. Nicht genug finden viel Australier, die den Fall wütend auf Social Media verfolgt hatten. „Die zehn Monate des Urteils entsprechen eindeutig nicht den Erwartungen der Gemeinde. Der Generalstaatsanwalt sollte in der Hoffnung auf eine höhere Strafe Berufung einlegen“ fordert eine Nutzerin auf Twitter.

Eine weitere Nutzerin schreibt: „Das Urteil wird niemals die Abscheu und Ablehnung der Gemeinde widerspiegeln. Was er getan hat, war abscheulich und unmenschlich. Er verdient kein Mitgefühl, denn er hat selbst keines gezeigt.“ Auch international sorgte das Verhalten des verurteilten Australiers für Aufsehen und Schlagzeilen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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