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Baby aus Angst vor Jobverlust getötet - Bewährungsstrafe

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Wuppertal - Für die Tötung ihres Babys aus Angst um ihren Job ist eine 23-jährige Arbeiterin in Wuppertal zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Landgericht sprach die Frau wegen Totschlags in einem minderschweren Fall schuldig und ging von verminderter Schuldfähigkeit aus. Es handele sich um einen tragischen Fall, die Frau sei völlig verzweifelt gewesen und leide noch heute sehr unter ihrer Tat, befand das Gericht am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft beantragt.

Die Mutter eines fünfjährigen Sohnes hatte die Tat gestanden. Die junge Frau habe in Angst, Panik und völliger Ausweglosigkeit gehandelt, hatte ihr Verteidiger argumentiert. Als sie ihre Schwangerschaft bemerkt habe, sei es zu spät für eine Abtreibung gewesen. Zudem habe sie damit rechnen müssen, verstoßen zu werden, da der Vater des Kindes von ihrer Familie nicht akzeptiert worden sei. Sie lebte zu der Zeit noch bei ihren Eltern. Kurz vor der Geburt habe sie nach langwieriger Suche und vielen Bewerbungen einen Arbeitsplatz gefunden.

Während ihre Familie in der Kirche war, hatte die Frau ihre Tochter in der Badewanne zur Welt gebracht und erstickt. Die Kinderleiche hatte sie in Plastiktüten verpackt im Keller versteckt, wo sie Monate später wegen des Verwesungsgeruchs entdeckt wurde. Laut psychiatrischem Gutachten war die Frau vermindert schuldfähig: Sie habe die Schwangerschaft verdrängt und auch in ihrem persönlichen Umfeld niemandem davon erzählt. Probleme seien in ihrer sehr gläubigen Familie immer ignoriert und totgeschwiegen worden, hieß es.

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