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Einer Mutter wird vorgeworfen, ihr Baby in einer Badewanne ertränkt zu haben.

Neugeborenes lag tot im Wasser

Baby in Badewanne ertrunken - Mutter vor Gericht

Gera - Das kleine Mädchen wäre jetzt ein halbes Jahr alt. Wäre - denn es ertrank kurz nach der Geburt in der Badewanne seiner Mutter. Nun steht die Frau wegen Totschlags vor Gericht.

Mit der Geburt will die Hochschwangere nicht gerechnet haben, als sie am Abend des 8. März in ihre Badewanne stieg. Dass sie ein Baby erwartete, hatte sie Freunden und Familie verschwiegen. „Ich hatte leichte Rückenschmerzen, die wurden plötzlich mehr und ich kam nicht mehr aus der Wanne heraus“, erzählt sie zum Prozessauftakt am Landgericht Gera. Dann sei das Mädchen plötzlich dagewesen. Kurze Zeit später war es tot. Laut Anklage ließ die Mutter das Neugeborene im Wasser liegen, es ertrank. Die 30-Jährige steht seit Freitag wegen Totschlags vor dem Landgericht Gera.

Die Frau aus dem thüringischen Altenburg schildert den Tod als Unfall. „Ich hatte die Kleine hochgenommen und gesehen, dass es ein Mädchen war“, erinnert sie sich. „Es hat seine Ärmchen bewegt.“ Sie habe nach einem Messer gegriffen und die Nabelschnur durchtrennt. Dann sei sie „weggeklappt“. Als sie wieder zu sich kam, sei das Baby reglos im kalten Wasser geschwommen - mit dem Kopf nach unten.

Der Vorsitzende Richter meldet Zweifel an: „Man könnte zu dem Schluss kommen, Sie haben das Cuttermesser extra mit ins Bad genommen.“ Das liege immer dort, um die Grünpflanzen zu stutzen, entgegnet die Angeklagte.

Der Kindsvater, Nebenkläger im Prozess, schildert die Frau, mit der er eine längere Affäre hatte, als sehr verschlossen. Er habe eine Beziehung mit ihr angestrebt, beide seien sich einig gewesen, dass sie keine Kinder mehr wollten. Irgendwann habe sie jeden Kontakt abgebrochen.

Von der Schwangerschaft hatte die Frau weder dem 41-Jährigen noch ihrer Familie oder Freunden erzählt - weil sie Vorwürfe befürchtet habe, sagt sie. Sie habe das Kind zur Adoption freigeben wollen. Wegen akuter Gesundheitsprobleme war sie Tage nach der Geburt ins Krankenhaus gekommen.

Den Medizinern fiel auf, dass sie vor kurzem ein Kind bekommen haben musste. Zunächst habe sie das geleugnet, später gesagt: „Ich habe ein Kind geboren, dann kam ein vermummter Mann und hat es mir weggenommen.“ Die Ärzte riefen die Polizei, die fand das tote Baby in einem Plastikeimer im Badezimmer. Nach Aussage der Frauenärztin passiert es in der Klinik „extrem selten“, dass eine Frau bei der Geburt das Bewusstsein verliert.

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass das Mädchen nach der Geburt lebte. Dabei stützt sie sich auf ein Gutachten der Rechtsmedizin, das als Todesursache Ertrinken angibt.

Die Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft, ihr erstes Kind lebt ihren Angaben zufolge beim Großvater. Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstermine bis zum 9. Oktober angesetzt. Für Totschlag sieht das Strafgesetzbuch mindestens fünf Jahre Haft vor.

dpa

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