„Friederike“ wird zum Orkan: Erstes Todesopfer in Deutschland

„Friederike“ wird zum Orkan: Erstes Todesopfer in Deutschland
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Die Angeklagte wird im Verhandlungssaal im Landgericht Landshut an einer sogenannten Vorführzange gehalten. Foto: Armin Weigel

Baby in Flughafen-WC stranguliert

Nach einem Aufenthalt in Dubai bringt eine junge Frau auf der Toilette am Münchner Flughafen ein Baby auf die Welt. Dann soll sie das Mädchen stranguliert und versucht haben, es zu töten. Vor Gericht schweigt die Frau. Unterdessen gibt es Hinweise auf weitere Fälle.

Landshut (dpa) - Nach der Geburt eines Mädchens auf einer Toilette des Münchner Flughafens soll die Mutter versucht haben, ihr Baby zu töten: Wegen versuchten Totschlags an ihrem Neugeborenen steht eine 24-Jährige aus Heidenheim in Baden-Württemberg heute vor dem Landgericht Landshut.

Zum Prozessauftakt machte die Angeklagte keine Angaben. Laut Anklage hat die Frau im vergangenen Sommer nach der Geburt auf dem Airport-WC das lebensfähige Mädchens mit der Nabelschnur stranguliert. Dann soll sie das Baby in das Toilettenbecken gestopft, die Spülung betätigt und selbst das WC verlassen haben. Das Baby konnte gerettet werden.

Zu Beginn des Verfahrens wurde bekannt, dass das Anwesen der Eltern der Angeklagten in Heidenheim vergangene Woche durchsucht worden war. "Es gibt Anhaltspunkte für zwei weitere Schwangerschaften in der Vergangenheit", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen (Baden-Württemberg) am Dienstag. "Wir wissen nicht, wie die Schwangerschaften verlaufen sind und ob sie zu Geburten geführt haben." Das müsse nun geklärt werden.

Es gebe aber keine Hinweise auf Entbindungen in Krankenhäusern, sagte der Sprecher. Gegen die Eltern und die 24-Jährige wird in weiteren Fällen wegen versuchten Totschlags ermittelt. Zu möglichen Ermittlungsergebnissen machte der Sprecher der Ellwanger Staatsanwaltschaft keine Angaben.

In dem jetzigen Verfahren verweigerten die Eltern am Dienstag vor dem Gericht in Landshut die Aussage. Ein Ermittler schilderte jedoch, dass mehrere Zeugen Schwangerschaften in den Jahren 2012 und 2014 geschildert hatten.

Die Angeklagte war Ende Juli von einem dreimonatigen Aufenthalt als Au-Pair aus Dubai zurückgekehrt. Ihre Mutter holte sie damals am Flughafen München ab. Eine Flughafenmitarbeiterin schilderte als Zeugin, sie habe die Mutter am Tattag vor der Toilette warten sehen.

Gut eine halbe Stunde nach der Entbindung entdeckte eine Frau das leblose Baby und alarmierte die Einsatzkräfte. In einer Münchner Kinderklinik konnte das Neugeborene, das mit einer Körpertemperatur von 26 Grad eingeliefert wurde, gerettet werden. "Das Mädchen lebt bei Pflegeeltern", sagte Rechtsanwalt Markus Fischer, der als Nebenkläger das Kind vertritt. Bleibende Schäden könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.

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