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Zeugen haben die Angeklagte als aufgeschlossen und lustig beschrieben.

"Ganz liebes Mädel"

Babyleichen-Prozess: Zeugen-Aussagen sorgen für Verwirrung

Coburg - Ihre Anwälte beschreiben die Mutter der acht toten Säuglinge von Wallenfels als extrem verschlossen. Probleme hat sie offenbar verborgen.

Mehrere Zeugen haben im Prozess um die acht in Wallenfels gefundenen Babyleichen ausgesagt, bei der Angeklagten keine Schwangerschaften bemerkt zu haben. Sie hätten Gewichtsschwankungen wahrgenommen, aber diese für normal gehalten, sagten zwei Bekannte der 45 Jahre alten Mutter am Mittwoch. Die Frau ist wegen vierfachen Mordes angeklagt, ihrem Ehemann wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Die Zeuginnen sahen die Angeklagte nach eigener Aussage regelmäßig, eine davon mindestens alle zwei Wochen.

"Sie wollte lieber alleine weinen"

Zudem beschrieb eine der Zeuginnen die 45-Jährige als nett und freundlich. Bei gemeinsamen Kneipenabenden sei sie lustig und aufgeschlossen gewesen. Der Ex-Freund der Angeklagten, mit dem sie zum Zeitpunkt des Leichenfunds zusammen war, sagte, sie sei ein „ganz liebes Mädel“, aber bisweilen traurig gewesen und habe sich dann zurückgezogen. „Sie wollte lieber alleine weinen.“ In der Erklärung der Angeklagten, die sie beim Prozessauftakt durch ihren Anwalt verlesen ließ, hatte es geheißen, sie sei „extrem verschlossen“ und habe immer alle Probleme mit sich selbst ausgemacht.

Der ehemalige Freund berichtete dem Gericht auch, die 45-Jährige habe ihm erzählt, dass sie von ihrem Mann sexuell benutzt worden sei. „Sie hat gesagt, dass er sie nach dem Wirtshaus einfach genommen hat, ob sie wollte oder nicht“, sagte der 56-Jährige am Mittwoch. In der Erklärung der Angeklagten war davon nicht die Rede gewesen, auch in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ist sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung nicht erwähnt.

Als die Polizei nach dem Leichenfund im Wohnhaus der Frau im oberfränkischen Wallenfells nach der 45-Jährigen suchte, habe sie ihm gesagt, ihr Ehemann trage Mitschuld am Tod der Säuglinge, sagte ihr Ex-Freund weiter. Die Frau hielt sich damals mit ihrem damaligen Freund in einer Pension im nahen Kronach auf.

Wie viel wusste der Mann?

Die Angeklagte hatte beim Auftakt am Dienstag über ihren Anwalt eingeräumt, mehrere Säuglinge getötet zu haben. Sie ließ mitteilen, dass sie ihrem Mann von Schwangerschaften erzählt habe, er aber deutlich gemacht habe, keine Kinder mehr zu wollen. Der Vater bestätigte vor Gericht lediglich, er habe keine Kinder mehr gewollt. Zu den konkreten Vorwürfen sagte er nichts. Im Prozess geht es auch darum, wie viel der Mann wusste über die acht Schwangerschaften seiner Frau im Zeitraum von zehn Jahren.

In Wallenfels (Landkreis Kronach) waren im vergangenen November acht Babyleichen gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, vier der acht Kinder vorsätzlich getötet zu haben. Dem Vater legt sie zur Last, der Frau dabei geholfen zu haben. Bei vier der acht gefundenen Babyleichen konnte laut der Behörde nicht geklärt werden, ob die Kinder nach der Geburt lebten und auch lebensfähig waren. Die sterblichen Überreste der Säuglinge waren in Plastiktüten und Handtücher gewickelt gewesen und versteckt worden.

dpa

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