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Die Mutter "schaltete das Baby ab wie ein Radio", sagte der Richter.

Lebenslange Haft für Mutter

Babymord aus „Wegwerfmentalität“

Limburg - Eine Mutter tötet ihre drei Babys. Ein Kind kann sie sogar trotz guter Überwachung umbringen. Diese Tat wertet ein Gericht nun als Mord.

Eine 34-jährige Mutter muss wegen der Tötung ihrer drei Babys lebenslang in Haft. In einem Revisionsprozess wertete das Landgericht Limburg am Mittwoch die dritte Tat als Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen. „Sie fühlte sich durch das Schreien des Kindes gestört und hat es abgeschaltet wie ein Radio“, sagte der Richter über die Frau aus dem mittelhessischen Ort Villmar.

Die 34-Jährige hatte gestanden, zwischen 2004 und 2009 drei Säuglinge mit Spucktüchern erstickt zu haben. Das hatte das Gericht im ersten Prozess als Totschlag gewertet und die Mutter zu 13 Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil für die dritte Tat auf und verwies den Fall zurück nach Limburg. Die ersten beiden Todesfälle hatte die Frau mit plötzlichem Kindstod erklärt. Deshalb wurde ihr dritter Säugling mit einem Monitor überwacht, auch der Ehemann gab besonders auf das Kind acht. Am Abend des 25. Juni 2009 nutzte die Mutter zur Überzeugung des Gerichts einen Moment, als ihr Mann vor Erschöpfung eingeschlafen war, um das Kind zu ersticken.

Die Staatsanwaltschaft plädierte wegen der dritten Tat auf Mord. Sie forderte auch, eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. Damit kann ein Verurteilter nicht bereits nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden. Die Mutter habe aus „Wegwerfmentalität“ selbstsüchtig gehandelt, sagte der Staatsanwalt.

Niemand wisse, was sich an jenem Abend genau abgespielt habe, entgegneten die Verteidiger. Sie forderten, es bei der Verurteilung wegen Totschlags zu belassen. Weil die Frau gestanden habe und das Verfahren so lange dauere, sah das Gericht davon ab, die besondere Schwere der Schuld festzustellen.

dpa

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