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Ein Schwanswal-Baby hat überlebt, weil es in einer Baggerschaufel voller Ostseewasser übernachtet hat.

In Baggerschaufel überlebt: Rettungsaktion für Schweinswal-Baby

Dierhagen/Stralsund - Noch mit einem Rest Nabelschnur wird Schweinswal-Baby “Mimi“ an den Ostseestrand vom Darß gespült. Wegen hoher Wellen kann das Tier nicht sofort zurück ins Meer - und überlebt in einer Baggerschaufel.

Eine Baggerschaufel voller Ostseewasser hat ein Schweinswal-Baby vor dem Tod bewahrt. Hohe Wellen hatten das erst wenige Tage alte, 75 Zentimeter lange Tier am Freitag an den Strand bei Dierhagen kurz vor dem Darß gespült, wie Direktor Harald Benke vom Deutschen Meeresmuseum Stralsund am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das Tier sei noch sehr, sehr jung: “Es hing noch ein Stückchen Nabelschnur dran.“ Mitarbeiter vom Bauhof Dierhagen versuchten zunächst, den kleinen Schweinswal wieder ins Wasser zu bringen, was aber am hohen Wellengang scheiterte. Auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) konnte nicht hinausfahren und den Schweinswal aussetzen. “Da luden die Bauhof-Mitarbeiter das Tier mit einer Ladung Ostseewasser in eine Baggerschaufel“, berichtete Benke. Dort fand “Mimi“, wie die Retter das kleine Weibchen tauften, bis zum Nachlassen des Sturms ihre Ruhe.

Am Sonntag fuhren die Männer mit einem DLRG-Boot einen Kilometer hinaus und setzten das Tier wieder aus. “Wir können nur hoffen, dass “Mimi“ seine Mutter findet, denn sie ist noch ein Säugling und braucht Milch“, sagte Benke. “Das ist jetzt ein Wettlauf mit der Zeit.“ Es bestehe eine kleine Chance, dass sich die Mutter noch in der Gegend aufhält und ihr Kind sucht. “Schweinswale kommunizieren miteinander, auch über weitere Strecken“, erläuterte der Walforscher.

Trotz der zwei Tage ohne Nahrung habe sich das Schweinswal-Baby erst langsam, dann rasch vom Schlauchboot entfernt. Ob “Mimi“ seine Mutter findet und überlebt, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Die Wissenschaftler konnten dem Baby keinen Sender anlegen. “Dafür ist es zu klein, ein Sender würde es zu sehr beeinträchtigen“, erklärte Benke. Für eine künstliche Aufzucht von Schweinswal-Babys gebe es nur zwei Stationen in Europa, eine in Holland und eine in Dänemark. “Da hätte man “Mimi“ hinfliegen müssen. Ob sie das überlebt hätte, ist fraglich“.

Der Ostsee-Schweinswal ist eine bedrohte Art. Trotz im Jahr 2002 eingeleiteter Schutzmaßnahmen ist keine Erholung der Bestände in Sicht. Im Gegenteil: Der Bestand in der westlichen Ostsee ist Wissenschaftlern zufolge regelrecht eingebrochen. Zwischen 1994 und 2005 sank die Zahl der Tiere demnach von 27 800 auf 10 900.

dpa

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