Bald höhere Strafen für Schwarzfahrer?

Berlin - Erwischte Schwarzfahrer in Bus und Bahn müssen künftig möglicherweise tiefer in ihren Geldbeutel greifen. Das plant der Verband Deutscher Verkehrsunternehmer.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) forderte den Bund und die Länder am Mittwoch zu einer gemeinsamen Initiative gegen Schwarzfahren auf. Dabei soll das sogenannte erhöhte Beförderungsentgelt von 40 Euro auf bis zu 60 Euro angehoben werden. Wiederholungstäter sollen sogar bis zu 120 Euro zahlen müssen. Damit könnten gerade notorische Schwarzfahrer besser abgeschreckt werden, betonte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff in Berlin.

Nach Angaben des Verbandes fahren bundesweit rund 3,5 Prozent der Passagiere schwarz. Deshalb entgingen den Nahverkehrsunternehmen jährlich bis zu 250 Millionen Euro an Einnahmen. Hinzu kommen Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich für den Einsatz von Kontrolleuren. Das heutige erhöhte Beförderungsentgelt entspreche ungefähr dem Fahrpreis von 16 Fahrten in der Stadt. Das schrecke kaum ab. Wolff kritisierte zugleich, dass es mittlerweile in Sozialen Netzwerken im Internet Gruppen von Fahrgästen gebe, die sich gegenseitig vor Fahrscheinkontrollen warnen.

“Jetzt ist es also schon so weit, dass potenzielle Schwarzfahrer sich online öffentlich helfen und organisieren“, warnte Wolff. Hier müsse der Gesetzgeber mit entsprechenden Regeln eingreifen, fügte er hinzu. Deutschland habe ein kundenfreundliches und offen zugängliches Bus- und Bahnsystem. Wer dieses missbrauche, begehe eine Straftat und schade damit den ehrlichen Fahrgästen. “Das können und wollen wir nicht tolerieren“, betonte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff.

dpa

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